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Mittwoch geht es wieder los: Hohe Auswärtshürde in Melsungen

Bundesliga

Mittwoch geht es wieder los: Hohe Auswärtshürde in Melsungen

47 Tage lang ruhte beim THW Kiel der Pflichtspiel-Ball, jetzt geht es wieder los: Am Mittwoch müssen die "Zebras" gleich zum Auftakt des Bundesliga-Jahres 2015 eine hohe Hürde überspringen. Es geht nach Kassel zur MT Melsungen. Eine Mannschaft, die in der eigenen Rothenbach-Halle in dieser Saison schon einige Top-Teams der Liga vor große Probleme stellte. Anpfiff ist um 20.15 Uhr, Sport1 überträgt die Partie live. Auf der THW-Homepage wird wieder ein Liveticker angeboten.

"Zebraherde" war lange getrennt

Für die Kieler war die Vorbereitung auf dieses wichtige Spiel beim Tabellensechsten alles andere als einfach: Gleich zehn "Zebras" tummelten sich während der Weltmeisterschaft im Wüstenstaat Katar, nur fünf blieben an der Ostsee. Erst am vergangenen Donnerstag konnte THW-Trainer Alfred Gislason wieder eine nahezu komplette Mannschaft begrüßen, die sich am Freitag für das All-Star-Game allerdings schon wieder teilte. Sechs "Zebras" fuhren nach Nürnberg, die restliche "Herde" bestritt durch die Nachwuchsspieler Alexander Williams, Thies Bergemann und Fynn Ranke verstärkt das Benefizspiel für Chris Calm in Glückstadt (siehe Spielbericht). 

Nur zwei Tage Vorbereitung

6.000 Euro kamen beim Benefizspiel in Glückstadt für den querschnittsgelähmten Sportlehrer Chris Calm zusammen."Die Partie in Melsungen ist eine richtig schwere Aufgabe", sagt THW-Trainer Alfred Gislason. "Wir müssen nun zusehen, dass wir das Beste daraus machen und Punkte holen." Allerdings plagen den Kieler Trainer WM-Verletzungssorgen: Aron Palmarsson wird wegen einer in Katar erlittenen Gehirnerschütterung noch länger ausfallen, ein Einsatz von Steffen Weinhold ist nach dessen Adduktorenzerrung im WM-Viertelfinale gegen Katar fraglich. Auch Kreisläufer Patrick Wiencek kam verletzt zurück aus der Wüste. "Ich hoffe aber, dass ich ihn einsetzen kann", sagt Gislason, der erst am Sonntag die erste reguläre Trainingseinheit mit seinem Kader absolvieren konnte. "Da haben wir mehr auf uns geschaut, jetzt bleiben uns nur noch zwei Tage Vorbereitung auf Melsungen." 

Erst zwei MT-Heimniederlagen

Dabei ist die Partie in Nordhessen durchaus in die Kategorie "Spitzenspiel" einzustufen. Die Rothenbach-Halle wird ausverkauft sein, und die MT hat in dieser Spielzeit erst zwei Spiele vor eigenem Publikum verloren. Darunter war die 28:31-Niederlage gegen die Rhein-Neckar Löwen, bei der die MT nach einer 18:14-Halbzeitführung lange Zeit wie der sichere Sieger ausgesehen hatte. In der bisher letzten Partie vor eigenem Publikum gab es ein richtiges Ausrufezeichen: Nur mit viel Mühe konnte die SG Flensburg-Handewitt im Dezember beim 22:22 einen Punkt in Melsungen holen (siehe auch Ergebnisse MT Melsungen im THW-Archiv).

Roth verlängert

Einen zusätzlichen Schub verspricht man sich bei der MT von zwei Personalien: In der WM-Pause wurde zunächst die Verpflichtung des THW-Torhüters Johan Sjöstrand zur kommenden Spielzeit bekannt gegeben, am Wochenende folgte die wohl wichtigste Entscheidung im MT-Kalender: Vorzeitig verlängerten die Nordhessen den Kontrakt mit Trainer Michael Roth, der ursprünglich bis 2017 laufen sollte, bis zum Juni 2020. "Mit der Verpflichtung von Michael Roth ist uns ein Glücksgriff gelungen. Er hat nicht nur die Mannschaft weiter gebracht, sondern uns auch insgesamt wichtige Impulse gegeben", freute sich die MT-Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Braun-Lüdicke über Roths Unterschrift. "Wir sind davon überzeugt, auch die neuen Visionen mit Michael Roth in den nächsten Jahren realisieren zu können”, erklärt die MT-Aufsichtsratsvorsitzende.

Ambitionierte Ziele

Mit großen Ambitionen gehen die Nordhessen nach dem erfolgreichsten Jahr ihrer Vereinsgeschichte nun auch den Start in 2015 an: In der Liga soll eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr (Platz sechs) her, und auch bei der ersten Teilnahme am EHF-Pokal soll es weit gehen - wenigstens ins Viertelfinale: "Die Meisterschaftsrunde genießt bei uns natürlich oberste Priorität", gesteht Michael Roth. "Aber auch die internationalen Auftritte haben für uns einen hohen Stellenwert. Allein in den bisherigen vier Spielen gegen anspruchsvolle Gegner haben wir sehr viele neue Erfahrungen gemacht", so Roth. In der Gruppenphase des EHF-Pokals treffen die Melsunger auf Balatonfüredi KSE (Ungarn), RK Nexe aus Kroatien und Guif Eskilstuna (Schweden).

Sport1 überträgt live

Doch erst einmal gilt alle Konzentration dem Spitzenspiel gegen Kiel. Denn nur zu gern würde man in Nordhessen am Mittwoch den Husarenstreich aus der vergangenen Saison wiederholen, als man den Rekordmeister in der Rothenbach-Halle mit 30:29 (siehe Spielbericht) bezwang und damit den zweiten Sieg gegen den THW Kiel in bisher 19 Ligaspielen feierte (siehe auch Gegnerdaten MT Melsungen im THW-Archiv). Die Kieler wollen allen Vorbereitungs-Unbillen zum Trotz natürlich zwei wichtige Punkte einfahren. "Unser Ziel hat sich während der WM-Pause wie in den vergangenen Jahren nicht verändert", sagt Alfred Gislason. "Wir wollen am Ende wieder ganz oben stehen!" Schiedsrichter der Partie am Mittwoch, die ab 20.15 Uhr live bei Sport1 zu sehen sein wird, sind Lars Geipel und Marcus Helbig.

KN: Roth-Truppe als Meisterschreck

Kiel. Zum Start in die zweite Saisonhälfte stemmt sich dem deutschen Handballmeister THW Kiel ein gewichtiger Gegner in den Weg. Beim Gastauftritt in der Kasseler Rothenbachhalle morgen (20.15 Uhr, live in Sport1) treffen die Kieler auf eine MT Melsungen, die sich in den vergangenen vier Jahren von einem Abstiegskandidaten zu einem Europapokal-Teilnehmer gemausert hat und sich auch nicht scheut, für die Zukunft voller Selbstbewusstsein an die Tür zur Champions League zu klopfen. Eng verknüpft ist der Steigflug der Hessen mit dem Namen Michael Roth. Der Trainer übernahm im Oktober 2010 eine völlig verunsicherte Mannschaft, die mit 0:22 Punkten am Tabellenende stand. Der ehemalige Nationalspieler schaffte mit dem Team nicht nur die Kehrtwende, sondern impfte ihr auch ein Sieger-Gen ein, das nicht einmal vor der Rekordserie des THW Kiel Halt machte. Am 9. Dezember 2012 bezwang Melsungen den bis dahin 585 Tage und 52 Bundesliga-Spiele lang unbesiegten THW – und das ausgerechnet im Kieler Handball-Tempel. Und den Status als Meisterschreck untermauerte die Roth-Truppe am 1. März vergangenen Jahres mit einem erneuten Sieg über den THW. Der Lohn für die gute Arbeit in Melsungen ist nicht nur der aktuell sechste Platz in der Tabelle, sondern auch die Teilnahme an der EHF-Cup-Gruppenphase in den kommenden Wochen. Kein Wunder, dass die Vereinsverantwortlichen sich die Dienste ihres Trainers auf lange Zeit sicherten und am Wochenende die vorzeitige Vertragsverlängerung bekanntgaben. Bis 2020 wird Roth, der am kommenden Wochenende seinen 53. Geburtstag feiert, bei der MT bleiben. "Im Herbst haben wir die Vision von 2020 erarbeitet und festgelegt, dass wir den Weg weiter gemeinsam gehen wollen. Die Vorstellungen des Vereins und meine sind deckungsgleich. Die Vertragsverlängerung ist ein großer Vertrauensvorschuss, den ich gern zurückgeben möchte", sagt Roth, der den Erfolg des Vereins zu großen Teilen Manager Axel Geerken und der MT-Aufsichtsratsvorsitzenden Barbara Braun-Lüdicke, die auch Aufsichtsrätin des MT-Hauptsponsors ist, zuschreibt: "Wir werden von der Firma Braun sehr wohlwollend begleitet und sind im Management gut aufgestellt, haben keine übertriebenen Fantasien." Die sportlichen sind auf jeden Fall der Realität angepasst. Ein Rang zwischen vier und sieben ist als Saisonziel ausgegeben - in der aktuellen Tabelle liegt man damit voll auf Kurs. Nach zwei Teilnahmen am Final4 im DHB-Pokal war eine EHF-Cup-Qualifikation erst zur nächsten Saison eingeplant - wurde also von der Gegenwart sogar überholt. "Unser Weg ist es, die Entwicklung von der grauen Maus zur soliden Mannschaft weiter zu gehen, in ein paar Jahren vielleicht die Top-Drei der Bundesliga anzugreifen und in Zukunft möglicherweise eine neue Halle zu bauen", so Roth. Bei einer Vorhersage zu den Aussichten gegen den THW fischt der MT-Trainer indes ein bisschen im Trüben: "Direkt nach der WM ist das wie Glücksrad. Kiel hatte viele Spieler in Katar, aber auch wir waren arg gebeutelt. Mit Patrik Fahlgren, Johannes Sellin und Michael Müller fehlten mit drei wichtige Säulen aus der ersten Sechs." Dennoch sieht sich Roth für die kommenden harten Wochen mit 13 Spielen in Bundesliga und EHF-Cup innerhalb von 45 Tagen gut gewappnet: „Wir haben alle Positionen doppelt besetzt, haben gut trainiert.“ Und das Ziel gegen Kiel? "Mit einem Punkt wäre ich zufrieden", sagt Roth mit einem Schmunzeln. (Von Ralf Abratis, aus den Kieler Nachrichten vom 10.02.2015)

KN: Dickes Brett in Melsungen

Kiel. Der Dreikampf um die deutsche Handball-Meisterschaft geht in die entscheidende Phase. Und der THW Kiel hat beim Tabellensechsten MT Melsungen (heute, 20.15 Uhr, live in Sport1) ein dickes Brett zu bohren, um im Fernduell mit den Titelkonkurrenten Rhein-Neckar Löwen (heute, 19 Uhr gegen den Bergischen HC) und die in der Champions League aktive SG Flensburg-Handewitt keine Punkte zu verlieren. Mit unüberhörbarer Ironie kommentiert THW-Trainer Alfred Gislason die hohe Hürde in Melsungen zum Liga-Neustart nach der Weltmeisterschaft: "Wir haben ja meistens das Glück, dass wir nach der Pause mit einem schweren Spiel anfangen dürfen." Und dafür fehlt ihm definitiv Spielmacher Aron Palmarsson, der noch nicht wieder von der bei der WM erlittenen Gehirnerschütterung genesen ist. Auf dem Weg der Besserung sind dagegen die deutschen Nationalspieler Patrick Wiencek und Steffen Weinhold. Wiencek wird wohl die Knieschmerzen überwinden können, Weinhold steht zumindest trotz der Oberschenkelverletzung, wenn auch mit einem Fragezeichen, im Kader. Ansonsten seien die wenigen Trainingseinheiten mit der Mannschaft - erst ab Sonntag war eine taktische Arbeit mit dem Kader möglich - aber gut verlaufen. "Der eine und andere ist noch angeschlagen, aber es sah okay aus. Eine genaue Einschätzung ist aber schwer, erst im Spiel wird sich zeigen, wie das Team wieder reinkommt", so Gislason vor der gestrigen Abreise nach Kassel, wo der THW vor dem Spiel heute Abend (Rothenbachhalle) noch eine lockere Einheit einstreuen wird. Die MT Melsungen rechnet Gislason inzwischen zu einem Top-Team der Bundesliga: "Die MT hat sich gezielt über mehrere Jahre verstärkt, hat einen guten Kader zusammen und ist wie andere Spitzenmannschaften auch auf jeder Position doppelt besetzt." Und der Gastgeber geht auch ohne Ausfälle in das Duell, so dass ein enges Spiel zu erwarten ist. Das honorieren auch die Fans, denn zum zweiten Mal in dieser Saison nach dem MT-Spiel gegen Flensburg direkt vor Weihnachten ist die Rothenbachhalle ausverkauft. Seit einer Woche gibt es keine Karten mehr. Ein besonderes Spiel steht Johan Sjöstrand bevor. Der THW-Torwart hat zur kommenden Saison seinen Wechsel zur MT Melsungen bekanntgegeben und seinen Vertrag beim THW Kiel ein Jahr vor Ablauf aufgelöst. Jetzt kann schon mal die Atmosphäre in seiner neuen Heimspielstätte einatmen. Doch Sjöstrand lässt keinen Zweifel daran, für wen aktuell noch sein Herz schlägt: "Der Fokus ist ganz klar auf dem THW. Das ist ein wichtiges Spiel für uns." Er wolle seinen teil dazu beitragen, dass der THW seiner Favoritenrolle gerecht werde und das Spiel gewinne. Volle Kraft für die Aufgabe verlangt auch Gislason: "Im Anschluss haben wir zwei Heimspiele in der Champions League, die wir nutzen können, um uns weiter zu finden - auch wenn es gegen die junge Mannschaft aus Skopje und das erfahrene Team aus Brest sicherlich nicht einfach wird. Aber jetzt gilt unsere volle Konzentration Melsungen." (Von Ralf Abratis, aus den Kieler Nachrichten vom 11.02.2015)