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Kantersieg zum Heim-Auftakt: Elf-Tore-Erfolg gegen Lemgo

Bundesliga

Kantersieg zum Heim-Auftakt: Elf-Tore-Erfolg gegen Lemgo

Der THW Kiel hat seinen Heim-Auftakt vor 10.285 Zuschauern in der Sparkassen-Arena erfolgreich absolviert: Gegen den TBV Lemgo feierten die "Zebras" am Sonntagnachmittag einen 34:23 (17:12)-Kantersieg, bei dem sie nach gut 20 Minuten die Weichen auf Erfolg stellten. Bester Torschützen waren Neuzugang Nikola Bilyk (6) und Rechtsaußen Niklas Ekberg (6/3). Bereits am Mittwoch geht es für die Kieler mit einem Heimspiel weiter: Gegner ist dann Frisch Auf Göppingen.

Bilyk startete stark

Die Kieler mussten im ersten Heimspiel der Saison auf die beiden verletzten Nationalspieler Christian Dissinger und Patrick Wiencek verzichten. Beide standen vor dem Anpfiff aber genauso im Mittelpunkt wie ihre DHB-Kollegen Steffen Weinhold und Andreas Wolff sowie die beiden dänischen Olympiasieger Rene Toft Hansen und Niklas Landin: Sie wurden vom THW-Aufsichtsratsvorsitzenden Reinhard Ziegenbein für ihre Medaillen in Rio geehrt. Dann ging es zügig los: Als erster Neuzugang streifte Nikola Bilyk seine Nervosität vor dem Heimauftakt ab: der Österreicher erzielte drei der ersten vier Kieler Treffer und bekam wenig später auch die Härte der DKB Handball-Bundesliga zu spüren: Er wurde abgeräumt, dann auf dem Feld behandelt und musste aufgrund der neuen Regelung drei Angriffe pausieren. Der schwedische Neuzugang Lukas Nilsson kam für ihn - und zu seinem Debüt vor den eigenen Fans.

"Zebras" nehmen Schwung schnell wieder auf

Zu diesem Zeitpunkt hatten die "Zebras" ihren Anfangsschwung ein wenig verloren. Die Gäste hatten sich geduldig herangepirscht, deckten mit ihrem Spiel über den Kreis schonungslos die Lücken in der Kieler Defensive auf. Suton hatte zum 6:6 ausgeglichen, Skrobelien nach dem ungeahndeten Einsteigen gegen Bilyk im gellenden Pfeifkonzert das 7:6 für den TBV erzielt. Noch einmal brachte Stenbäcken seine Farben in Führung, dann regierte der THW in seinem "Wohnzimmer": Niklas Landin, von Beginn an eingesetzt, fing einen weiten Gegenstoß-Pass ab, Niclas Ekberg, der zweimal vom Siebenmeterstrich am Holz scheiterte, versenkte einen Strafwurf zum 9:8. Dann tankte sich der starke Steffen Weinhold zum 10:8 durch, ehe Ekberg nach einem toll abgeräumten Angriff das 11:8 erzielte (22.). Als Lukas Nilsson in der 25. Minute seinen Premierentreffer markierte, lag der THW mit vier Toren vorn. Ekberg aus dem Rückraum und Rune Dahmke per Gegenstoß legten das 16:10 nach.

Fünf-Tore-Führung zur Pause

Dann wurde es turbulent: Ilija Brozovic hatte eine Zeitstrafe erhalten, im Angriff wollte Gislason mit einem zusätzlichen Feldspieler agieren lassen. Doch Weinhold betrat das Feld noch bevor Landin es verlassen hatte - Wechselfehler, erneute Zeitstrafe gegen den THW. Doch die doppelte Unterzahl blieb nahezu folgenlos, wel Dahmke einen Siebenmeter herausholte. Raul Santos betrat erstmals sein Heimfeld, der Druck auf seinen Schultern schien riesig. Doch der Linksaußen blieb cool, verwandelte - sehr zum Jubel der Fans und seiner Mitspieler, die ihn feierten. Mit einer 17:12-Führung in der Sauna Sparkassen-Arena wurden die Seiten gewechselt.

Landin großer Rückhalt

Nach dem Wechsel hatten es die Kieler eilig, die Entscheidung herbeizuführen. Im Mittelpunkt nun immer mehr: Die 6-0-Defensive und Niklas Landin. Der Däne, den zuletzt Rückenbeschwerden weitestgehend außer Gefecht gesetzt hatten, wurde zum großen Rückhalt seiner Mannschaft, eilte von der Bank in seinen Kasten, um den Wurf seines Gegenübers Jonas Maier zu entschärfen. Hielt mit einem unglaublichen Reflex einen Wurf von Suton, obwohl er bereits in die andere Ecke unterwegs war. Entschärfte den freien Wurf von Mansson. Nur beim Versuch, das Tor zu treffen, klappte es wie bei dem später eingewechselten Wolff nicht: Beide verfehlten den Lemgoer Kasten und verpassten so den schnellen Lerneffekt für den TBV, der im zweiten Durchgang lange Zeit bei jedem Angriff den siebten Feldspieler gebracht hatte.

Mittwoch nächstes Heimspiel

Vielleicht ändert sich das am Mittwoch: Denn für die "Zebras" und ihre Fans steht dann bereits das nächste Heimspiel an: Um 19 Uhr empfängt der THW Kiel den Altmeister Frisch Auf Göppingen zum Duell in der Sparkassen-Arena. Das Spiel ist ausschließlich live in der Arena oder per Liveticker auf der THW-Homepage zu verfolgen, Fernsehbilder gibt es von der Partie nicht. Noch gibt es einige Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im THW-Online-Ticketshop. Weiter geht's, Kiel!

Vujin "fackelt" zur Zehn-Tore-Führung

Doch für die Tore sind ja auch andere da: Bilyk zum Beispiel, der in Unterzahl zum 19:13 traf und kurz darauf die Lemgoer Abwehr mit einem Wackler vor dem 21:13 narrte (37.). Oder Santos, der - von Weinhold bedient - Maier mit seinem Effet-Wurf zum 23:14 keine Chance ließ. Oder Weinhold selbst, der das 25:16 in den Winkel fackelte. Die Fans feierten ihre "Zebras" und wurden nur kurz etwas ungeduldig, weil die Taktik mit dem siebten Feldspieler noch nicht reibungslos bei den "Zebras" funktionierte und Lemgo so auf 19:25 (48.) verkürzen konnte. Dann kam Wolff, riss die Fans mit einer Doppelparade von den Sitzen, und auch Marko Vujin: Viermal innerhalb kürzester Zeit jagte er den Ball ins Netz, markierte beim 32:22 die Zehn-Tore-Führung, die Bilyk noch auf elf Tore ausbaute. Ein starker Heim-Auftakt für den THW Kiel, bei dem einer der "Neuen" aber noch zusehen musste: Christian Zeitz, der bei der Teamvorstellung frenetisch begrüßt wurde, wurde wie Christian Sprenger nicht eingesetzt.