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KN: Der Dreikampf ist endgültig eröffnet

Kiel. Mit dem Sieg des THW Kiel gegen SC DHfK Leipzig am Sonntag heißt es in der Handball-Bundesliga nun: alles auf Anfang. Wenn auch nicht ganz - vier Tore trennen die Zebras von der Tabellenspitze. Der Titelkampf in Deutschlands höchster Spielklasse steuert elf Spieltage vor Saisonende wieder einmal auf ein dramatisches Finale zu.

Flensburg in Lauerstellung

Zunächst eine Kleinigkeit am Rande: Hätte der HSV Hamburg seine Mannschaft nicht vom Spielbetrieb zurückgezogen, wäre der THW bereits jetzt Tabellenführer - die Zebras gewannen mit sechs Toren gegen die Hanseaten, die Löwen nur mit einem. Doch die so gewonnenen fünf Tore auf die Mannheimer verpufften durch die Streichung aller Spielergebnisse mit Hamburger Beteiligung.

So sind es also vier Tore Rückstand für den THW. "Unsere Situation hat sich verbessert. Es gab ja auch schon Zeiten, als die Löwen ohne Minuspunkte durch die Liga gegangen sind", sagt Christian Sprenger. Der 32-Jährige spielte gegen Leipzig 60 Minuten auf Rechtsaußen, machte in Angriff und Abwehr ein gutes Spiel und erzielte zwei Tore. "Wir sind alle sehr zufrieden, vor allem weil es am Ende ein so deutlicher Sieg war", sagt er. "Und das war nicht selbstverständlich, Leipzig ist eine starke Mannschaft, sie haben ja auch in Magdeburg gewonnen."

Enge Entscheidungen um die Meisterschaft kennt "Sprengi" gut - schon in seiner ersten Spielzeit 2009/2010 stand es bis kurz vor Saisonende Spitz auf Knopf, der THW sicherte sich am drittletzten Spieltag durch einen Sieg in Hamburg den Titel mit einem Punkt Vorsprung. Unvergessen bleibt die Saison 2013/14, als die Zebras in einem nervenaufreibenden Wettschießen zwei Tore Vorsprung auf die Rhein-Neckar Löwen herauswarfen und Meister wurden. Auch in der Vorsaison wurde es zwischen Kiel und den Löwen extrem eng, der THW sicherte seinen Zwei-Punkte-Vorsprung am 28. Spieltag mit einem Remis in der heimischen Arena und gab die Führung nicht mehr her.

Dieses Jahr steht der Liga sogar ein echter Dreikampf bevor: Die SG Flensburg-Handewitt - am 15. Mai zu Gast in Kiel - liegt nur einen Minuspunkt hinter dem Spitzenduo. Das Restprogramm der drei Titelanwärter weist für THW und SG die vermeintlich schwereren Aufgaben aus, beide müssen noch in Melsungen und Magdeburg antreten. Die Löwen aber haben bei elf Partien nur noch vier Heimspiele, müssen nach Wetzlar und Berlin. "Wir haben noch viele schwere Spiele, aber die Löwen und Flensburg auch", sagt deshalb auch Sprenger. "Wir müssen wirklich von Spiel zu Spiel denken und schauen."

Die nächste Aufgabe heißt zunächst einmal Istanbul, am Mittwoch ist der THW in der Champions League am Bosporus gefordert. Durch die Niederlage Zagrebs in Veszprem reicht den Kielern ein Punkt, um Platz vier und damit das Rückspiel-Heimrecht im Achtelfinale zu sichern. Nach mehr als 4000 Kilometern Hin-und Rückweg empfängt der THW am Sonnabend die Füchse Berlin - Handball-Intensivprogramm. Mit einem Sieg gegen den Klubweltmeister rückt die Meisterschaft wieder einen Zentimeter näher. "Wenn wir den Februar und den März gut überstehen, wird es ein wenig entspannter", sagt Sprenger.

Der Routinier steht auf Rechtsaußen momentan im zweiten Glied hinter Niclas Ekberg. Aber wenn er gebraucht wird, ist er da, das zeigte er gegen Leipzig eindrucksvoll. "Ich versuche, der Mannschaft zu helfen. Wenn das mit weniger Spielzeit passiert, ist das auch ok", erklärt Sprenger. "Die Hauptsache ist, dass wir am Ende Meister werden."

(Von Nikolas Schomburg, aus den Kieler Nachrichten vom 23.02.2016, Foto: Sascha Klahn)

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