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Nächstes Bundesliga-Endspiel: Sonntag kommt Leipzig

Update #1 Ergänzter Bericht

Volle Konzentration auf die DKB Handball-Bundesliga: Nachdem aus dem Titel-Duell ein Dreikampf geworden ist, ist jede Partie bis zum Saisonende ein Endspiel. Am Sonntag erwartet der THW Kiel, der durch einen Sieg mit dem Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen gleichziehen könnte, den SC DHfK Leipzig zum heißen Tanz in der stärksten Liga der Welt. Anpfiff in der ausverkauften Sparkassen-Arena ist um 15 Uhr, Sport1 zeigt das Spiel live. Dauerkarten-Inhaber nutzen für das Spiel bitte das Ticket für das Spiel Nummer 9 (Aufdruck HC Erlangen).

Leipziger Pflichtspiel-Debüt in Kiel

Torhüter Jens Vortmann vom insolventen HSV schloss sich dem SC DHfK an.
© HBL

Die Partie am Sonntag ist das erste Pflichtspiel überhaupt, das der THW Kiel in der Sparkassen-Arena gegen den SC DHfK Leipzig bestreitet. Wohl auch deshalb reisen rund 100 Fans aus der Messestadt mit nach Kiel. Für die Spieler des SC DHfK ist der Handball-Kulttempel allerdings kein Unbekannter: Beim "Unser Norden"-Cup vor der Saison schnupperten die Leipziger schon einmal Sparkassen-Arena-Luft: "Das was für uns kein normales Vorbereitungsturnier. Bis auf ein paar Neuzugänge mit Bundesligaerfahrung war es für die meisten von uns das erste Spiel in der Sparkassen-Arena - das war ein Traum", sagt Leipzigs Torhüter Felix Storbeck. "Man kennt die Halle und die Zuschauer aus dem Fernsehen, und dann läuft man selbst hier ein und klatscht mit den Spielern ab. Das war ein wichtiger Start für die Saison."

DHfK punktet kräftig

Die Leipziger meldeten sich dann auch mit einem Paukenschlag in der höchsten Spielklasse an: Mit 31:27 schlugen sie den HSV Hamburg im Auftaktspiel. Da dieses Spiel aber nach der HSV-Insolvenz aus der Wertung genommen wurde, waren die Leipziger vom Rückzug der Hamburger besonders betroffen. Gut nur, dass sie auch in der Folge kräftig punkteten: Sie feierten Heimsiege gegen Magdeburg, Lemgo, Eisenach, den Bergischen HC und Lübbecke. Auch auswärts kamen sie nach dem Unentschieden in Gummersbach richtig in Tritt: So gewannen sie in Hannover und holten in Lübbecke einen Punkt. Die Folge: Auf Platz elf ging es in die Winterpause.

Neustart mit Sieg in Magdeburg

Bester Torschütze: Philipp Weber
© DHfK

Auch der Neustart gelang dem SC DHfK - und wie: Den heimstarken SC Magdeburg führten die Leipziger im Ost-Derby teilweise vor, gewannen mit 31:27, bauten den Abstand auf die Abstiegsplätze auf zehn Punkte aus. Ein Garant war dabei Torhüter Jens Vortmann, der aus der Insolvenzmasse des HSV Hamburg nach Leipzig übersiedelte. Die Sachsen tankten in der Börde viel Selbstvertrauen für die Reise in den Norden. "Wir haben die Erwartungen, die andere und wir selbst an uns hatten, übertroffen", so Storbeck. "Bisher ist es für uns eine geniale Saison!" Man werde in Kiel ohne Druck aufspielen können, sagt der Keeper. "Mal sehen, was dann geht." Der THW Kiel wird dabei erneut auf vier seiner Leistungsträger verzichten müssen: Patrick Wiencek, Rene Toft Hansen, Christian Dissinger und Steffen Weinhold können verletzungsbedingt weiterhin nicht mitwirken, dafür ist Neuzugang Blazenko Lackovic spielberechtigt.

Ekberg: "Müssen zu einhundert Prozent da sein!"

Leipzig ist längst angekommen im Oberhaus. Trainer Christian Prokop hat ein starkes Team beisammen, das seine Auswärtstournee mit fünf Spielen in fremden Hallen nun im Norden abschließt. "Wir bleiben nach dem THW-Spiel in Kiel", sagte Geschäftsführer Karsten Günther. Schließlich ist die DHfK am 24. Februar gleich bei der SG Flensburg-Handewitt gefordert. Aktuell erfolgreichste Werfer sind Philipp Weber (81 Tore) und Philipp Pöter (73), die nach Ende dieser Spielzeit die Sachsen Richtung Wetzlar verlassen. Der THW Kiel ist gewarnt vor dem starken Aufsteiger: "Wir wollen mit viel tempo spielen, denn diese Partie ist extrem wichtig", sagt Rechtsaußen Niclas Ekberg. "Wir müssen zu einhundert Prozent da sein, und auch unsere Fans können uns helfen, dieses Spiel zu gewinnen!" 

Ticket für Spiel Nummer 9 nutzen!

Bester Torschütze: Philipp Weber
© DHfK

Bisher gab es lediglich zwei Pflichtspiel-Duelle zwischen dem THW und den Leipzigern: Im Oktober 2012 gewannen die "Zebras" in der 3. Runde des DHB-Pokals mit 43:27 gegen den damaligen Zweitligisten DHfK, und auch im Hinspiel siegten die Kieler. Nach 60 zum Teil spannenden Minuten holten die "Zebras" einen 38:33-Erfolg (siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv). Anwurf ist um 15 Uhr, Sport1 zeigt das Spiel, das von den Schiedsrichtern Christian Moles und Lutz Pittner geleitet werden wird, live. Der Live-Ticker auf der THW-Homepage informiert ebenfalls über das Geschehen in der seit Wochen ausverkauften Sparkassen-Arena. Dauerkarten-Inhaber nutzen bitte das Ticket mit der Spielnummer 9 (Aufdruck: HC Erlangen). Nach der Partie wird Marko Vujin zum Interview in der Fan-Arena erwartet. "Wir wollen die zwei Punkte - unbedingt. Dafür werden wir am Sonntag alles geben müssen, und wir sind bereit", kündigt der serbische Linkshänder des THW an. Also: Auf geht's, Kiel!

KN: Aufbruchstimmung

Kiel. Es ist verlockend, vor dem Spiel des THW Kiel gegen den SC DHfK Leipzig am Sonntag (15 Uhr, Sparkassen-Arena) auf das Torverhältnis zu schauen. Seit der Niederlage der Rhein-Neckar Löwen am Mittwoch gegen die SG Flensburg-Handewitt ist der Titelkampf in der Handball-Bundesliga völlig offen. Nach Minuspunkten liegen Löwen und Zebras gleichauf. 13 Tore trennen die Kontrahenten momentan. THW-Coach Alfred Gislason bremst am Freitag die Euphorie: "Torverhältnis? Es ist wichtig, dass wir gegen Leipzig gewinnen."

Leipzig, dieser starke, spannende Aufsteiger, der sich in der Winterpause noch einmal verstärkt hat. Zum Beispiel mit Torwart Jens Vortmann vom insolventen HSV, der die Leipziger prompt zu einem sensationellen 31:28 in Magdeburg führte. "Er zeigt, warum er beim HSV war, ein guter Typ", sagt Vortmanns Ex-Kollege Dener Jaanimaa. Der Este im Zebra-Trikot freut sich auf das Duell mit den Leipzigern, will unbedingt spielen. "Die spielen sehr schnell, haben eine aggressive Abwehr."

Nach der hohen Belastung der letzten Tage mit den Spielen in Flensburg sowie gegen Gummersbach und Plock gab Gislason seinen Spielern am Freitag trainingsfrei. Allen Defiziten zum Trotz: In der Schlussphase des 26:24-Krimis gegen Plock zeigten sich die Kieler frisch im Kopf, entschlossen. "Sie haben am Ende sehr genau die Taktik umgesetzt", so Gislason.

"Wir wollen in Kiel an unseren Auftritt in Magdeburg anknüpfen", sagt der Leipziger Chefcoach Christian Prokop. Der SC, der auf Abwehrspezialist Thomas Oehlrich (Daumenbruch) verzichten muss, wird nach der Begegnung in Kiel bleiben, wie Geschäftsführer Karsten Günther ankündigte. Am Mittwoch muss der Aufsteiger auf seiner Nord-Tournee in Flensburg antreten.

In Leipzig, wo Ex-Nationalspieler Stefan Kretzschmar im Aufsichtsrat sitzt und im Hintergrund die Fäden zieht, feierte man am Donnerstag einen ganz besonderen Coup: die Verpflichtung von Europameister Niclas Pieczkowski (TuS N-Lübbecke) zur neuen Saison. Der 26-Jährige soll Philipp Pöter als Spielmacher ersetzen, der zur HSG Wetzlar wechselt. "Ich spüre Aufbruchstimmung in Leipzig. In der Stadt herrscht eine Euphorie für Handball", sagte Pieczkowski am Freitag gegenüber unserer Zeitung. "Außerdem weiß ich, was der Trainer kann." Pieczkowski arbeitete 2013 bereits in Essen mit Prokop als Trainer. Auch "Kretzsche" habe um den Rechtshänder geworben, für den Leipzig "keine Eintagsfliege" sei. "Leipzig hat unglaubliches Potenzial, dieser Wechsel wird mich weiterbringen."

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 20.02.2016)

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