fbpx

THW mit Kantersieg in Skopje

Champions League

THW mit Kantersieg in Skopje

Trotz personeller Probleme hat der THW Kiel am Sonnabendabend in der "VELUX EHF Champions League" ein sportliches Ausrufezeichen gesetzt. Ohne die verletzten Rückraumspieler Filip Jicha, Aron Palmarsson und Rasmus Lauge setzten sich die "Zebras" beim letztjährigen Viertelfinalisten HC Metalurg Skopje deutlich mit 42:27 (22:15) durch. Erfolgreichster Schütze bei den im Angriff äußerst effizienten Kielern war Domagoj Duvnjak mit acht Treffern, für die Mazedonier erzielte Kreisläufer Vancho Dimovski sechs Tore.

Mit großen personellen Sorgen traten die „Zebras“ ihre Reise in die heimliche Handball-Hauptstadt Europas an: Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Aron Palmarsson (siehe Extra-Bericht) standen Alfred Gislason in Skopje mit den Neuzugängen Domagoj Duvnjak und Joan Cañellas nur zwei Rückraum-Rechtshänder zur Verfügung. Doch auch die Gastgeber hatten zuletzt im Training mit Ausfällen zu kämpfen: Gleich vier Spieler litten unter einer Magen-Darm-Grippe, bis auf Linkshänder Vladan Lipovina meldeten sich aber schließlich alle einsatzbereit. Lino Cervar konnte also letztlich doch personell nahezu aus dem Vollen schöpfen, zumal der letztjährige Topscorer Renato Vugrinec gegen den THW Kiel endlich sein Comeback gab.

Ausgeglichene Anfangsphase

Metalurg begann auch gleich mit seiner Parade-Rückraumreihe um Vugrinec, Pavel Atman und Shooting-Star Luka Cindric. Nach einem Fehlpass Cañellas' traf Dejan Manaskov zum 1:0 für die Gastgeber – es sollte die einzige Führung für Skopje bleiben. Denn der THW Kiel mit Cañellas, Duvnjak und Marko Vujin im Rückraum fand nach drei Minuten in die Partie, und nach einem Klein-Gegenstoß lagen die von den Zuschauern gnadenlos ausgepfiffenen Gäste beim 2:1 erstmals in Front. Besonders die Ex-Hamburger Cañellas und Duvnjak harmonierten blendend, wobei sich der Spanier auf der Mitte als Ballverteiler auszeichnete, während sich der Kroate ein ums andere Mal durch die gegnerische Deckung tankte. Metalurg hielt zunächst gegen, spielte die eigenen Angriffe gewohnt lange aus und fand zunächst dann doch zumeist eine Lücke in der Kieler 6:0-Deckung mit René Toft Hansen und Patrick Wiencek im Mittelblock. So blieb die Partie bis zum 7:6 für die „Zebras“ nach zwölf Minuten ausgeglichen.

5:0-Lauf des THW

Dann platzte auch der Knoten bei Marko Vujin, der auf 8:6 für die Kieler erhöhte. Auf der Gegenseite war Johan Sjöstrand gegen Manaskov zur Stelle, während Klein – von Toft Hansen bedient – die erste Drei-Tore-Führung markierte. Bei Metalurg hatte der 39-jährige Vugrinec mittlerweile bereits eine Pause bekommen, die Gastgeber spielten fortan mit drei Rechtshändern im Rückraum. Bis zum 8:10 durch einen Cindric-Siebenmeter konnten sie noch hoffen, doch dann stellte Alfred Gislason auf eine 3:2:1-Deckung um. Fortan häuften sich die Ballverluste und technischen Fehler bei Skopje, und der THW startete einen furiosen Lauf: Vujin sorgte für das 11:8, Duvnjak nach einem Fehlpass Metalurgs mit viel Anlauf für das 12:8. Dann vollstreckte Niclas Ekberg zwei Gegenstöße in Folge, und als dann Luka Cindric den Ball neben das Tor wuchtete und Duvnjak mit bereits seinem sechten (!) Treffer das 15:8 (20.) markierte, war es mucksmäuschenstill geworden in der bestens gefüllten Boris-Trajkovski-Halle.

Klare Halbzeitführung in rasantem Spiel

Längst war Metalurg abgewichen von der bekannten Taktik, die Spielzüge lang auszuspielen – bei sieben Toren Rückstand muss es auch mal schneller gehen. Dass der mazedonische Meister durchaus auch aufs Tempo drücken kann, bewies er in der Schlussphase des ersten Durchgangs. Verkürzen konnte Skopje aber nicht, auch weil, Sjöstrand gegen Georgievski und bei einem Cindric-Siebenmeter zur Stelle war. Aber auch, weil die „Zebras“ im Angriff weiterhin effizient zu Werke gingen. So brannte nun vor allem Marko Vujin ein Feuerwerk ab und erzielte zwischen der 23. und 27. Minute gleich drei Treffer. Mit einem beruhigenden 22:15-Vorsprung für den THW ging es dann auch in die Kabinen. Schon zur Pause waren damit mehr Tore gefallen als in der Vorwoche bei Metalurgs Gastspiel in Zagreb, das nach 60 Minuten mit 19:17 an die Kroaten ging.

THW sorgt für schnelle Entscheidung

Mit weiterhin viel Tempo und nun auch wieder mit Vugrinec wollte Skopje nach Wiederanpfiff zur Aufholjagd blasen. Doch die ständig zwischen einer 6:0- und einer 3:2:1-Formation changierende THW-Deckung zwang die Gastgeber auch weiterhin zu Fehlern, und nachdem der starke Cañellas, Duvnjak und Vujin per Hüftwurf schnell auf 25:15 erhöhten, waren die letzten Zweifel am Kieler Sieg schnell weggewischt. Metalurg nahm abwechselnd Duvnjak und Cañellas in Manndeckung, doch das machte den entfesselt aufspielenden „Zebras“ gar nichts aus – zumal diese durch Ballgewinne in der Abwehr mit Hilfe von Gegenstößen zu einfachen Toren kamen. Als Ekberg und Klein mit zwei Kontern auf 28:16 erhöhten, ertönten erstmals seit der Anfangsviertelstunde wieder Pfiffe aus dem Publikum – nun aber nicht mehr gegen den THW gerichtet, sondern gegen die Leistung der eigenen Mannschaft. Der deutliche Vorsprung der Kieler blieb in der Folgezeit konstant, so dass Gislason den beiden gut aufgelegten Außen Klein und Ekberg einen frühen Feierabend schenkte und wenig später auch Sjöstrand durch Kim Sonne ersetzte. Ausgerechnet in Unterzahl nach einer Zeitstrafe gegen Toft Hansen legten die „Zebras“ in der Schlussphase aber noch eine Schippe drauf. Ein Kracher des starken Cañellas und zwei Gegenstöße durch Christian Sprenger und Wiencek brachten das 39:25, und nachdem auch Rune Dahmke einen Konter erfolgreich abschloss, hatte der THW seinen Vorsprung auf 15 Tore ausgebaut. Dabei blieb es dann auch, den Schlusspunkt setzte Wiencek mit seinem vierten Treffer.

Am Dienstag kommt Lemgo zum Pokalspiel

Mit dem sechsten Pflichtsieg in Folge bleiben die Kieler mit nun 6:2 Punkten in der Champions-League-Gruppe A auf Kurs. Dort geht es erst Mitte November mit den beiden Spitzenspielen gegen den französischen Spitzenclub Paris St. Germain weiter. Doch die „Zebras“ sind bereits am kommenden Dienstag wieder gefordert, wenn sie im ersten K.O.-Spiel der Saison gegen den TBV Lemgo das Achtelfinale im DHB-Pokal erreichen wollen. Der Anwurf in der Sparkassen-Arena erfolgt um 19.30 Uhr, es sind noch Karten im Vorverkauf erhältlich.