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KN: Siege fürs Selbstvertrauen

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KN: Siege fürs Selbstvertrauen

Doha. Entspannte Lage im Hilton, dem Hotel der deutschen Handball-Nationalmannschaft in Doha. Nach dem dramatischen 27:26-Sieg gegen Russland feierte das Team von Dagur Sigurdsson mit Cola und einer weiteren RTL-Folge von "Dschungelcamp", der Big-Brother-Variante mit Schaben, Schlangen und Lianen.

"Hier ist jeder Sieg für uns Gold wert", sagte Michael Kraus, neben Torhüter Carsten Lichtlein der letzte Weltmeister 2007 im Kader. "Unsere junge Mannschaft saugt die Erfolge auf wie ein Schwamm." Tatsächlich ist spürbar, wie die Rasselbande um die Youngster Paul Drux (19), Erik Schmidt (21) und Hendrik Pekeler (23) von Spiel zu Spiel selbstbewusster wird. Unter Trainer Dagur Sigurdsson verlor die DHB-Auswahl nur eines von zehn Spielen. Bereits zu Beginn der zweiten Turnierwoche kann sich das Team darüber freuen, in der dritten um Medaillen spielen zu dürfen. Selbst Niederlagen gegen Dänemark (heute, 19 Uhr, live in Sky Sport 1 und im dänischen Digital-Sender TV2) und Argentinien (Donnerstag, 17 Uhr) können das DHB-Team auf dem Weg ins Achtelfinale nur noch in der Welt der Zahlen aufhalten. Die fehlenden Punkte wird es spätestens im letzten Vorrundenspiel gegen Saudi-Arabien am 24. Januar (17 Uhr/Sky) einsammeln. Der Tabellenletzte der Gruppe D wurde von seiner WM-Teilnahme noch mehr überrascht als der DHB. Erfuhr dieser bereits im Juli, dass es trotz verpasster Qualifikation eine Hintertür gibt, erhielten die Saudis erst Ende November grünes Licht. Nach dem politisch motivierten Rückzug von Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten rückten Island (Gruppe C) und das Team von Goran Dzokic nach. Theoretisch hätte die deutlich stärker einzuschätzende Mannschaft Südkoreas eine Wildcard erhalten müssen, belegte sie nach einem 30:25-Sieg gegen Saudi-Arabien doch Platz fünf bei den Asienmeisterschaften. Der Kontinentalverband entschied aber aus bislang unerfindlichen Gründen, den Tabellensechsten nach Katar zu entsenden. In aller Eile stellte Dzokic ein Vorbereitungsprogramm auf die Beine, doch große Hoffnungen machte sich der Serbe nicht. "Die Spieler verfügen über ein bescheidenes technisch-taktisches Wissen und agieren oft undiszipliniert", sagte er der "Handballwoche". "Zudem sind sie nicht gerade trainingsbegeistert." Bei den jüngsten Asien-Spielen verlor Saudi-Arabien sogar gegen das kleine Sultanat Brunei. In Doha sind die Halbprofis erwartungsgemäß nur als Sparringspartner unterwegs, zum Auftakt verloren sie gegen Russland 17:27. Ihr Fokus liegt auf dem President’s-Cup, um den nach der Vorrunde jene Nationen spielen, die in ihrer Gruppe die Plätze fünf und sechs belegten. Für die Deutschen geht es dagegen darum, sich in den beiden folgenden Spielen eine gute Ausgangsposition zu verschaffen. Als Erster oder Zweiter, so der Stand der Dinge, würde das Sigurdsson-Team in der ersten K.o.-Runde den Franzosen und Schweden aus dem Weg gehen. "Ich bin überrascht, dass es so gut läuft", fasste Michael Müller von der MT Melsungen die Stimmungslage zusammen. "Wenn wir so weitermachen, dann ist hier alles möglich." (Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 20.01.2015)