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Knapp 9,2 Millionen sahen Tatort mit den Zebras

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Knapp 9,2 Millionen sahen Tatort mit den Zebras

Mit Spannung war die neueste Kieler Episode der "Tatort"-Reihe vor allem bei den Fans des deutschen Handball-Rekordmeisters THW Kiel erwartet worden. 10.285 von ihnen waren vor dem Beginn des Abschiedsspiels für Dominik Klein im Juli mit eingespannt, als die "Tatort"-Macher um den mehrfach ausgezeichneten Kino-Regisseur David Wnendt eine der wohl aufwändigsten Szenen in der Geschichte von "Kommissar Borowski" in der Sparkassen-Arena drehten. 

25 Prozent Marktanteil

9,19 Millionen Zuschauer sahen den ersten Handball-Auftritt überhaupt in der langen Historie der "Tatort"-Reihe. Der vorletzte Kieler Fall von Sibel Kekilli als Kommissarin Sarah Brandt lockte dabei ein Viertel aller Fernsehzuschauer, laut Mediendienst "DWDL" die in Sachen Marktanteil stärkste Kieler Ausgabe seit rund zwei Jahren, am Sonntagabend hinein in die Geschichte um Cyber-Kriminalität und das so genannte Darknet. Eine der wichtigsten Szenen des "Tatorts" war die Verfolgsjagd durch die Kieler Innenstadt, die ihren spektakulären Höhepunkt in der Sparkassen-Arena hatte: Vom dritten Rang aus jagte Sarah Brandt den Verdächtigen mit gezogener Waffe durch die Zuschauerränge, quer über das Feld, durch die Katakomben der Arena bis hinein in die Umkleidekabine des THW Kiel. 

Hein Daddel heimlicher Star des "Tatort"

Mittendrin: THW-Maskottchen Hein Daddel, der sich dem Verdächtigen, gespielt von Maximilian Brauer, heldenhaft in den Weg stellte und von diesem letztlich niedergerungen wurde. In den sozialen Medien feierten nicht nur Handball-Fans das "Zebra" des THW Kiel als heimlichen Star von "Borowski und das dunkle Netz". Bei den Dreharbeiten hatte der Filmpreis-Träger David Wnendt, der unter anderem als Regisseur von "Kriegerin", "Feuchtgebiete" und "Er ist wieder da" Berühmtheit erlangte, bereits erfahren, wie beliebt "Hein Daddel" ist. Wnendt hatte am Hallenmikro alle Fans teilhaben lassen an den Dreharbeiten, für die Information "nach hartem Ringen muss sich Hein Daddel jedoch geschlagen geben" gab es damals Pfiffe von den ausverkauften Rängen.

Wnendt bedankt sich beim THW

Für den Regisseur und die "Tatort"-Crew waren die Dreharbeiten eine besondere Herausforderung. 45 Minuten hatten sie lediglich Zeit, um in insgesamt drei Durchläufen die Szene in den Kasten zu bekommen. Dabei wurde die Verfolgung vom Startpunkt im dritten Rang über das Feld zwischen den Handball-Stars hindurch bis in die Katakomben ohne Unterbrechung "in einem Stück" gedreht - auch körperlich eine Herausforderung für Schauspieler und Crew. Wnendt bedankte sich nach er Ausstrahlung via Twitter den bei den Kielern: "Vielen Dank für Eure Unterstützung! Es war phänomenal, was ihr möglich gemacht habt!", schrieb der Regisseur - und meinte damit auch die Fans, die jeden der drei Versuche mit viel Enthusiasmus und Stimmung begleitet hatten.

Faktencheck

Bereits während des 90 Minuten langen Films hatten vor allem die THW-Fans in den sozialen Medien auf Ungereimtheiten hingewiesen. Natürlich ist der Parkplatz bei THW-Spielen bis auf den letzten Platz gefüllt, und natürlich ist es längst nicht so einfach wie im Film, bei Heimspielen ohne Ticket unbeobachtet und vom aufmerksamen Sicherheitspersonal unbehelligt in die Arena zu gelangen. Der Kabinengang und die Umkleidekabine des THW Kiel waren allerdings original. Im Gegensatz zum Film werden dort allerdings während eines Heimspiels keine Damen-Mannschaften - in diesem Fall dargestellt von den Frauenmannschaften des THW Kiel e.V. - Platz zum Umziehen oder zum Duschen finden: Bei den Heimspielen benötigen die "Zebras", Betreuer und medizinische Abteilung jeden Quadratmeter ihrer zwei Kabinen, die für Außenstehende unzugänglich sind. Übrigens: Hein Daddel ist wohlauf - und hat bei Heimspielen seinen eigenen Raum, um sich ganz auf seine eigentliche Aufgabe zu fokussieren. Wir sind Kiel - jetzt auch im Tatort!