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ZEBRA: Dominik Klein - der Motivator

Ob auf dem Spielfeld oder von der Tribüne aus: Kiels Linksaußen Dominik Klein ist immer mit vollem Herzen dabei, wenn es für seine "Zebras" und ihre Fans um Punkt- und Titelgewinne geht.

Der Artikel ist im Arena-Magazin "Zebra" zum Bundesliga-Heimspiel gegen Leipzig erschienen.

Was war das für ein Spiel kurz vor Weihnachten, als die "Zebras" in eigener Halle die Rhein-Neckar Löwen deklassierten und so in der Tabelle einen Schritt näher an die Badener heranrücken konnten. Von den Zuschauern hielt es zum Ende hin niemanden mehr auf den Sitzen - Dominik Klein hatte gar nicht erst Platz genommen. Durch eine Zerrung seines gerade wieder genesenen Kreuzbandes war er zum Zuschauen verdammt gewesen, was ihn aber nicht davon abhielt, auch auf der Tribüne durch Springen, Gestikulieren und lautes Rufen Schwerstarbeit zu leisten wie seine Mitspieler auf dem Spielfeld. "Ich hätte davon gerne mal ein paar Aufnahmen gesehen. Ich kann mir vorstellen, dass das ziemlich wild ausgesehen haben muss, wenn ich da rumspringe. Gerade bei so einem wichtigen Spiel möchte man zeigen, dass man voll hinter der Mannschaft steht."

Das Comeback: Im Dezember erzielt Dominik Klein nach langer Pause das entscheidende Tor gegen MVM Veszprem

Schon während seiner langen Verletzungspause war der 32-Jährige nach seinen kräfteraubenden Rehamaßnahmen auch bei den Spielen in der Sparkassen-Arena einer der leidenschaftlichsten Zuschauer. "Ob du auf der Bank oder der Tribüne sitzt: Du kannst die Mannschaft immer positiv beeinflussen mit deinen Gedanken. Die 10.000 Zuschauer hier in der Halle können uns durch ihre Gedanken und ihren Support unterstützen. Das spüren wir, und das geben wir auch auf der Platte zurück."

Die Zeiten, in denen "Mini" zum Zuschauen verdammt war, sind endlich wieder vorbei. Bereits beim ersten Spiel nach der EM-Pause gegen den VfL Gummersbach drehte er auf der Platte mächtig auf und sprühte nur so vor Energie. Und genau diese Leidenschaft, mit der er seinen Beruf auf- und abseits des Hallenparketts betreibt, schätzen die Fans an ihm und wählten ihn vor Kurzem zu Kiels "Sportler des Jahres". "Mir bedeutet das sehr,sehr viel", betont Klein, denn "so viel konnte ich sportlich im letzten Jahr ja nicht beitragen". Nach seinem Kreuzbandriss, den er sich im März des vergangenen Jahres zuzog, arbeitete er Tag für Tag hart an seinem Comeback, und die Fans honorierten dies. "Es war genauso ein schwieriger Kampf, wie wir hier auch die Meisterschaft errungen haben. Deshalb bedeutet mir das sehr, sehr viel. Es ist eine hohe Anerkennung von den Fans, dass ich diesen Titel bekommen durfte."

Außen-Gespräch: Niclas Ekberg und Dominik Klein
© Sascha Klahn

Der gebürtige Bayer Klein trägt seit 2006 das Trikot des THW und ist damit das dienstälteste "Zebra" in der Herde und ließ sich auch von Rückschlägen nicht von seinem Weg abhalten. "Seit ich mein kleines Tief hatte und 2010 nicht für die Europameisterschaft nominiert wurde, arbeite ich mit einem Mentaltrainer zusammen. Wir telefonieren vor jedem Spiel, um die Aufgaben nochmal durchzusprechen, was heute der Fokus ist oder was ich mir als Ziel setze. Das ist auch für einen Mannschaftssportler wichtig. Es kommt darauf an, dass du deinen Teil zur Mannschaft gibst. Wir Spieler müssen auf dem Spielfeld zeigen, dass wir kämpfen bis zum Umfallen und alles für diesen Verein geben."

Mit dieser Attitüde holte sich der Linkaußen selbst aus seinem Formtief und kämpfte sich zurück - genau so, wie er es auch bei seiner schweren Verletzung tat: mit großer mit großer Leidenschaft und einem schier unbändigen Willen. Ende der Saison verabschiedet sich Dominik Klein aus der Bundesliga in Richtung Nantes. Aber bevor es so weit ist, hat er mit seinen "Zebras" noch viel vor, auch wenn diese gerade durch die vielen Verletzungen wieder mächtig erschüttert werden. "Ich möchte einfach helfen, meine Erfahrung vom 'Mythos THW' aus den vergangenen Jahren weitergeben und diese auch weiter vorleben, das ist mir das Wichtigste. Ich möchte mich nicht verstellen und möchte vor allem den Neuen zeigen, was es bedeutet, hier zu spielen. Sie müssen das vorgelebt bekommen, und das ist meine Aufgabe."

Und es hätte sicherlich auch niemand etwas dagegen, wenn "Mini" den Neuzugängen im Juni noch einmal zeigt, was es heißt, als Kieler Zeremonienmeister auf dem Rathausplatz zu stehen und gemeinsam mit den Fans zu feiern.

(Aus dem Arena-Magazin "ZEBRA" zum Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig am 21.02.2016)

Dominik Klein über ...

... MÜNCHEN / FCB: Der FC Bayern München ist mein Lieblingsverein. Ich bin da reingewachsen, weil mein Bruder FCB-Fan war. Ich habe aktuell auch Kontakt zur Handballabteilung dort. Die Bayern sind schon sehr vergleichbar mit dem THW Kiel. Sie sind Rekordmeister und die erfolgreichste Mannschaft überhaupt. München ist außerdem die Heimat meiner Frau, viele unserer Freunde wohnen dort.

... FRAUENHANDBALL: Ich bin ein großer Fan und durch meine Frau Isabell sehr im Thema drin. Ich freue mich immer, wenn ich bei Spielen dabei sein kann. Inhaltlich wird das im Hause Klein groß diskutiert. Der Frauenhandball hat das Potenzial für große Entwicklungen.

... MIKROFON: Ich verbinde das Mikrofon vor allem mit den Meisterfeiern und gebe es dort ungern aus der Hand. Es ist toll, wie man damit mit den Zuschauern interagieren kann. Radio und Fernsehen sind Dinge, die mir Spaß machen. Es ist auch nach Niederlagen für mich meistens nicht schwer, etwas ins Mikrofon zu sagen, weil ich meinem Inneren einfach seinen Lauf lasse.

... FANS: Die Fans sind einer der Hauptgründe, warum man beim THW Kiel spielt. Solche Momente zu haben, dass man an einem Mittwochabend vor 10.000 Zuschauern spielt - das ist wirklich etwas ganz Besonderes.

...SCHUHE: SCHUHE Das war zu Beginn der Saison ein sehr aktuelles Thema: Ich musste dringend aussortieren, weil ich zu viele Schuhe hatte und immer wieder welche dazukamen. Dank meines Sohnes Colin habe ich inzwischen aber auch ein paar Kinderschuhe im Regal stehen...

 

 

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