KN: Eulen und Zebras auf der Jagd nach Toren

THW Kiel in den Medien
Donnerstag, 28.03.2019 // 09:12 Uhr

Kiel/Ludwigshafen. Wenn die Handballer vom THW Kiel heute Abend (19 Uhr, Sparkassen-Arena, siehe THW-Vorbericht) auf die Eulen Ludwigshafen treffen, stehen sich zwei Mannschaften gegenüber, deren Lage unterschiedlicher nicht sein könnte. Die Kieler kämpfen um Bundesliga-Punkte, um sich mindestens Platz zwei und damit die Champions-League-Teilnahme in der kommenden Saison zu sichern. Die Eulen sind Tabellenletzter, wehren sich gegen den Abstieg. Eines haben die ungleichen Kontrahenten aber doch gemeinsam: Sie schauen aufs Torverhältnis.

THW Kiel empfängt das Tabellenschlusslicht

Das könnte das Salz in der Suppe im Duell David gegen Goliath werden. "Das Spiel gegen Ludwigshafen wird ein bisschen etwas anderes. Es geht um Bundesliga-Punkte, und wir wollen unsere Tordifferenz ausbauen", sagt THW-Rückraumspieler Nikola Bilyk im Rückblick auf die EHF-Cup-Partie gegen BM Granollers. Gegen die Spanier war am Wochenende in der zweiten Halbzeit der Kieler der Schlendrian eingekehrt, ein Sieben-Tore-Vorsprung zwischenzeitlich auf einen Treffer zusammengeschrumpft. Allerdings ging es für die bereits fürs Halbfinale qualifizierten Kieler in diesem Spiel um nichts mehr. "Wir haben auf jeden Fall gesehen, dass es nichts wird, wenn wir mit dem Kopf nicht voll da sind", sagt Bilyk. "Das gilt für Granollers genau wie für die Eulen."

Gespannt werden die Zebras nach Abpfiff ihrer eigenen Partie auf das Ergebnis aus Magdeburg schauen. Der SCM empfängt dort zeitgleich den noch verlustpunktfreien Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt. Sechs Punkte Rückstand haben die Kieler auf ihren Nord-Rivalen. Im bei Punkte-Gleichheit entscheidenden Torverhältnis führt die SG knapp mit vier Toren (+144; THW +140). Und auch wenn in Kiel angesichts des großen Punkte-Rückstandes niemand mehr öffentlich mit der Meisterschaft liebäugelt, sagt Bilyk doch: "Wenn Flensburg patzt und wir die Chance haben, wollen wir da sein."

Die Eulen haben sich durch einen Sieg gegen den TBV Lemgo Lippe wieder ins Rennen um den Klassenerhalt gebracht. "Sie haben alle Chancen, in der Liga zu bleiben", sagt THW-Trainer Alfred Gislason. Denn auch vor dem Sieg gegen Lemgo machte der Aufsteiger von 2017 in Magdeburg beim 35:26 keine schlechte Figur. "Magdeburg ist die Eulen lange nicht richtig los geworden. Sie haben diszipliniert gespielt. Wir müssen sehr konzentriert sein", sagt Gislason. Zwei Punkte fehlen den Pfälzern, um mit dem VfL Gummersbach auf dem ersten Nichtabstiegsplatz nach Punkten gleichzuziehen. Sollte ihnen das gelingen, haben sie ihren engsten Konkurrenten um den Klassenerhalt, Gummersbach und Bietigheim, etwas voraus: die Tordifferenz. Denn die Abwehr der Eulen um den erfahrenen Mittelblock mit Gunnar Dietrich und Azat Valiullin kassierte im Dreier-Vergleich die wenigsten Gegentore und sorgte für die beste Tordifferenz (-110) unter den drei Kellerkindern.

In Kiel wollen die Eulen vor allem eines: Spaß haben. "Die Freude überwiegt, das ist ein Highlight für jeden Spieler. Das haben wir uns verdient und wollen mit Leichtigkeit auftreten", sagt Trainer Ben Matschke, der die Partie in Zehn-Minuten-Sequenzen unterteilt. "Spaß werden wir dann haben, wenn wir in Sichtweite sind und in einzelnen Sequenzen pari mit den Kielern stehen." Am Mittwochmorgen sind die Eulen im Bus aufgebrochen. Matschke kann mit Ausnahme des rekonvaleszenten Spielmachers Alexander Feld (Achillessehnenriss) auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Dieser wurde in der Winterpause noch einmal um die Matchwinner aus dem Lemgo-Spiel, Siegtorschütze David Spiler und Keeper Matej Asanin (15 Paraden), ergänzt. Beim THW steht ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Sebastian Firnahber (krank). Außerdem wird Marko Vujin fehlen. Der Serbe muss sich aufgrund seiner im September erlittenen urologischen Erkrankung einer Nachbehandlung unterziehen. Er wird der Mannschaft deswegen auf unbestimmte Zeit nicht zur Verfügung stehen.

(Von Merle Schaack und Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 28.03.2019, Foto: Sascha Klahn)