KN: Zebras am Sonntag auf Zuschauer-Rekordjagd

EHF-Pokal
Samstag, 17.11.2018 // 08:15 Uhr

Düsseldorf/Kiel. Kurzes Intermezzo für den THW Kiel. Die Handball-Bundesliga muss bis nächsten Donnerstag warten. Am Sonntag (15 Uhr, Sparkassen-Arena, siehe THW-Vorbericht) startet mit dem Qualifikationsspiel gegen Drammen HK erst einmal das Abenteuer EHF-Cup. Die Zebras sind in diesem Wettbewerb dreimaliger Champion, wollen die Gruppenphase erreichen. Und noch etwas: einen ganz besonderen Zuschauerrekord.

Der THW empfängt Drammen HK

6371 Fans verfolgten in der Saison 2014/2015 das Quali-Spiel der Füchse Berlin gegen Nantes - historische Bestmarke im EHF-Cup. Die 6000er Marke war am Freitag bereits geknackt. "Und ich bin guter Dinge, dass wir den Rekord brechen", sagte Kiels Sportlicher Leiter Viktor Szilagyi am Donnerstagsabend nach dem strapaziösen 27:23 (11:11, siehe THW-Spielbericht) gegen den Bergischen HC. Ein kalter Wind blies anschließend durch den Düsseldorfer Stadtteil Rath. Der Kieler Tross blieb im Hotel, begab sich am Freitagmorgen mit dem Flieger via Hamburg auf den Rückweg. Gegen eine steife Brise im ISS Dome hatte sich der Rekordmeister zuvor stemmen müssen. Minden, Göppingen, BHC - wieder einmal offenbarte das Spiel der Mannschaft von Cheftrainer Alfred Gislason Dellen, insbesondere im Abschluss. "Wenn man sich unsere Spiele anschaut, kann man immer wieder nur eine Sache bemängeln: die Chancenverwertung", gab auch Kreisläufer Hendrik Pekeler nach dem Kraftakt selbstkritisch zu Protokoll. "Es lag an uns", ergänzte Matchwinner Niklas Landin. Oder Steffen Weinhold: "Diesen fehlenden Druck zum Tor müssen wir uns ankreiden." Lukas Nilsson, Domagoj Duvnjak (je vier Fehlwürfe), Magnus Landin (3) - Gislason musste andere Lösungen suchen.

Heraus kamen: ein Verlierer und ein Gewinner. Der Verlierer war Marko Vujin, der - zuletzt nicht eingesetzt - nach fünfeinhalb Minuten Opfer der Systemumstellung wurde. Wäre es nicht so vermessen, man würde Gislason fast um eine 60-minütige Einsatzgarantie für den Serben nach dessen Rückkehr aus einer Krankheitspause gegen Drammen bitten. Der Gewinner: Rune Dahmke. Der Linksaußen, im Saisonverlauf in den Schatten von Neuzugang Magnus Landin gerutscht, war "sofort präsent" (Szilagyi), verbuchte in rund acht Minuten Spielzeit ein Tor, zwei gelungene Abwehraktionen und ein gezogenes Stürmerfoul auf seinem Konto. "Ich bin reingegangen und habe gedacht: Alles oder nichts", sagte ein strahlender Kieler Publikumsliebling nach dem Abpfiff. "Rune war extrem wichtig, das hat mich riesig gefreut. Er hat seine Chance genutzt", sagte Alfred Gislason.

Minden, Göppingen, BHC - gegen die "unangenehmen" (Pekeler) Bergischen bedurfte es wieder eines schwarz-weißen Aufbäumens. Und: Darauf ist mittlerweile, ganz anders als in der von Rückschlägen geprägten Vorsaison, Verlass. Torwart Niklas Landin suchte nach Erklärungen: "Manchmal bedarf es nur dieses einen Momentes. Und derzeit finden wir diese Momente, weil es läuft." Und auch wenn Steffen Weinhold zugibt, "die Spiele lieber mit weniger Zittern zu gewinnen", sieht er zugleich das Positive: "Unsere Mentalität ist wichtig. Es ist gut, dass wir dieses Selbstvertrauen haben, am Schluss weiter an uns glauben."

Am Sonntag tritt nun Drammen HK als letzte Hürde auf dem Weg in die EHF-Cup-Gruppenphase in Kiel an. Drammen? Da war doch was? 2008 gab es die beiden bisher einzigen Duelle in der Königsklasse. Zweimal besiegte der THW den damaligen norwegischen Meister und aktuellen Pokalsieger deutlich, der nun nach fünf Jahren Abstinenz auf die internationale Bühne zurückkehrt. Derzeit plagen sechs, zum Teil schwere Verletzungen das Team von Trainer Kristian Kjelling, der für sein ausgefallenes Torhüter-Duo den 38-jährigen Goran Rajkovic reaktivieren musste. Zentrale Figur bei den Südnorwegern ist der aus Hannover-Burgdorf (2012-2017) bekannte Kreisläufer Joakim Hykkerud. Den erst 18-jährigen Halblinken Ola Romsaas nennt THW-Coach Gislason "die Hoffnung des norwegischen Handballs".

Die Mission für Sonntag ist klar: "Das gehen wir an wie ein Endspiel" (Pekeler), "höllisch aufpassen, Drammen nicht unterschätzen, mit einem Vorsprung nach Norwegen reisen" (Gislason), "im Rhythmus bleiben" (Szilagyi). Und nebenbei noch den Füchsen die Zuschauer-Bestmarke abluchsen.

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 17.11.2018, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

Service: Noch Tickets erhältlich

Die Arena öffnet am Sonntag um 13 Uhr ihre Türen, zeitgleich öffnet auch die Tageskasse im Ticketcenter der Sparkassen-Arena. Tickets für das erste EHF-Cup-Spiel seit 14 Jahren gibt es ab 10 Euro aber auch an allen bekannten Vorverkaufsstellen - unter anderem bei CITTI, in den famila-Märkten, bei den Kieler Nachrichten und im Ticketcenter der Sparkassen-Arena-, im Online-Ticketshop des THW Kiel unter www.thw-handball.de/tickets sowie unter der telefonischen Hotline 01806 / 300 234 (gebührenpflichtig: 0,20 Euro/Anruf aus dem dt. Festnetz, max. 0,60 Euro/Anruf aus dem dt. Mobilfunknetz).

 

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