THW gewinnt klar gegen Lübbecke

Bundesliga
Mittwoch, 27.11.2013 // 23:17 Uhr

Bundesliga, 16. Spieltag: 27.11.2013, Mi., 20.15: THW Kiel - TuS N-Lübbecke: 37:30 (22:16)

Update #3: KN-Artikel und Stimmen ergänzt...

Wael Jallouz jubelt nach einem seiner drei Treffer. © Sascha Klahn

Der THW Kiel ist mit einem souveränen 37:30 (22:16)-Erfolg gegen den TuS N-Lübbecke in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Gegen stark dezimierte Gäste, die auf eine komplette Rückraumreihe verzichten mussten und mit lediglich neun Feldspielern an die Förde gereist waren, stellten die Kieler bereits nach elf Minuten die Weichen auf Sieg: Mit einer 5:0-Serie enteilten sie auf 10:4, und auch wenn die Ostwestfalen den Rückstand noch einmal verkürzen konnten, war beim 22:16 zur Pause eine Vorentscheidung gefallen. Bester Torschütze auf Kieler Seite war Filip Jicha (8/4), für die Gäste traf das ehemalige Kurzzeit-"Zebra" Ales Pajovic sieben Mal.

Fynn Ranke feiert Bundesligadebüt

Fynn Ranke feierte in der Schlussphase sein Bundesliga-Debüt und erzielte seinen ersten Treffer. © Sascha Klahn

Wegen der angespannten Personalsituation, gleich mehrere "Zebras" gingen nach dem Derby in Flensburg angeschlagen in die Partie gegen die Ostwestfalen, hatte THW-Trainer Alfred Gislason kurzfristig Kreisläufer Fynn Ranke in den Kader beordert. Das 20-jährige "Eigengewächs" aus der THW-Nachwuchsabteilung, der normalerweise für den Zweitligisten TSV Altenholz aufläuft, ist mit einem Zweitspielrecht für den THW Kiel ausgestattet. In der 55. Minute durfte Ranke, der beim Heimsieg gegen US Dunkerque bereits sein Champions-League-Debüt gefeiert hatte, seine ersten Bundesligasekunden bestreiten, ehe er sich eine Zwei-Minuten-Strafe einhandelte. Der gebürtige Kieler krönte aber den Bundesliga-Abend mit seinem ersten Treffer im Dress der "Zebras" zum 37:29, der von den 10.285 Fans begeistert gefeiert wurde.

Rasante Anfangsphase

Christian Zeitz erzielte drei Treffer - einen davon mit 108 km/h. © Sascha Klahn

Zuvor hatten die Fans in der Sparkassen-Arena ein Spiel mit vielen guten Kieler Phasen erlebt, die immer wieder aber auch kurz von Perioden mit technischen Fehlern unterbrochen wurden. Gislason brachte gegen den TuS Wael Jallouz von Beginn an im Angriff, auch Filip Jicha konnte eingesetzt werden. Auf den Außenpositionen durften Dominik Klein und Christian Sprenger von Beginn an ran. In der rasanten Anfangsphase blieb den Zuschauern kaum Luft zum Atmen: Tor auf Tor folgte, als Christian Zeitz mit einem 108-km/h-Geschoss zum 5:3 den achten Treffer erzielte, waren noch nicht einmal sechs Minuten gespielt. Die Gäste hielten zunächst mit und hatten in Pajovic ihren auffälligsten Akteur. Als dieser nach sieben Minuten eine Zeitstrafe kassierte und kurz darauf auch Langhans für zwei Minuten auf die Bank musste, nutzten die Kieler dies zu einem Zwischenspurt - auch, weil Andreas Palicka im THW-Tor Fahrt aufnahm.

THW mit fünf Toren in Serie

Ales Pajovic war mit sieben Treffern erfolgreichster Lübbecker. © Sascha Klahn

Erst jagte der sichere Klein einen Ball zum 6:4 ins Netz, dann parierte Palicka einen Wurf des sich an den Kreis "durchmogelnden" Remer, um dann Sprenger auf die Reise zu schicken. Rene Toft Hansen spitzelte kurz darauf einen gegnerischen Pass in die Arme von Jicha, der zum 8:4 vollendete. Der Kapitän erzielte dann nach einer weiteren Palicka-Parade das 9:4, ehe der Kieler Torwart sich einen Langhans-Wurf schnappte und Klein mit einem weiten Pass auf die Reise zum 10:4 schickte. Elf Minuten waren da gespielt - und Gäste-Trainer Dirk Beuchler nahm eine Auszeit.

Klare Halbzeitführung

Filip Jicha verwandelte alle vier Strafwürfe. © Sascha Klahn

Diese schien zunächst Wirkung zu zeigen. Denn die Gäste kamen mit einem 4:1-Lauf - begünstigt durch technische Fehler der "Zebras" - wieder auf drei Tore heran. Ein Rückstand, der sechs Minuten lang Bestand hatte - dann zogen die Kieler wieder das Tempo an. Patrick Wiencek vollendete zum 14:10, Palicka passte erneut auf den schnellen Klein, der gekonnt zum 15:10 vollstreckte, und Zeitz jagte den Ball nach Schneller Mitte mit 103 km/h in die Maschen. Beuchler legte zum zweiten Mal die grüne Auszeit-Karte auf den Zeitnehmertisch - dieses Mal allerdings ohne Wirkung. Erneut Zeitz und Klein, der einen weiten Palicka-Pass mit den Fingerspitzen zu fassen bekam, traf und das Tor auf der HIntertorbande stehend bejubelte, erhöhten auf 18:11 (23.). Die Sieben-Tore-Führung wuchs sogar auf neun Treffer an, weil Wiencek in Unterzahl nach einem Steal zum 21:12 traf. Doch ausgerechnet eine THW-Auszeit brachte die "Zebras" ein wenig aus dem Tritt: Die Gäste trafen in den letzten drei Minuten der ersten Hälfte vier Mal und gingen so "nur" mit einem 16:22-Rückstand in die Kabinen.

Torhüterduell nach dem Seitenwechsel

Aus dieser schienen vor allem die "neuen" Torleute hochmotiviert zu kommen: Nikola Blazicko und Johan Sjöstrand wetteiferten in den ersten Minuten des zweiten Durchgangs um den inoffiziellen Titel "Paradenmeister". Kein Wunder, dass nach Vujins Doppelpack und Pajovic' Antwort vier Minuten lang kein Tor fiel: Auf der einen Seite nagelte Sjöstrand seinen Kasten zu, auf der anderen vereitelte Blazicko Chancen im Sekundentakt, bis es Filip Jicha zu bunt wurde: Der THW-Kapitän stieg hoch und nagelte den Ball zum 26:19 in die Maschen (39.). Doch erneut ließen sich die Gäste nicht endgültig abschütteln: Nach Langhans' Treffer zum 22:27 nahm Gislason eine Auszeit. Dieses Mal mit mehr Erfolg: Vujin, Toft Hansen, Wiencek und Sprenger machten vier Tore in etwas mehr als zwei Minuten - die Entscheidung war gefallen (31:22, 45.).

Am Sonntag in der Champions League gegen Plock

Kampf um den freiern Ball: Ales Pajovic und Rene Toft Hansen. © Sascha Klahn

In den Schlussminuten wurde nicht nur Rankes Debüt, sondern auch der Auftritt von Wael Jallouz gefeiert. Der Tunesier bekam viel Spielzeit, setzte sich in der Abwehr ein und erzielte noch zwei hammerharte Tore. Beim 36:28 zeigte Jallouz einmal mehr, warum auch ihm der Beiname "Air" stehen würde: Er übersprang einfach den Block und zog den Ball in den Winkel. Der 37:30-Erfolg war unter Dach und Fach - und die Kieler konnten die angeschlagenen Spieler vor der wichtigen Champions-League-Partie am Sonntag gegen Plock ein wenig schonen. Anwurf gegen den polnischen Vizemeister ist um 14.30 Uhr, noch gibt es Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

 

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