Deutlicher Sieg in Wetzlar

Bundesliga
Sonntag, 23.02.2014 // 17:43 Uhr

Bundesliga, 23. Spieltag: 23.02.2014, So., 15.00: HSG Wetzlar - THW Kiel: 24:35 (12:17)

Update #2: KN-Artikel und Stimmen ergänzt

Der THW Kiel hat seine Tabellenführung in der DKB Handball-Bundesliga untermauert. Am Sonntagnachmittag siegten die "Zebras" vor über 4.400 Zuschauern in der ausverkauften Rittal-Arena bei der HSG Wetzlar souverän mit 35:24 (17:12). Garant für den Sieg war eine starke Deckungsarbeit der Kieler, bei denen Patrick Wiencek mit sechs Treffern der erfolgreichste Schütze war.

THW ohne Flügelzange Sprenger/Klein

Der starke Rasmus Lauge führte über 60 Minuten Regie und erzielte fünf Treffer. © Christian Robohm

Nach den beiden abschließenden Gruppenspielen in der Champions League waren die "Zebras" nach elf Tagen wieder in der Bundesliga gefordert. Der Auftakt zu drei Auswärtsspielen am Stück sollte nach Wunsch der HSG Wetzlar und ihrer Fans in der Rittal-Arena ein echter Handball-Leckerbissen werden. Selbstbewusst gaben sich die Mittelhessen vor dem Duell mit dem Rekordmeister und wollten ob der denkbar knappen Hinspiel-Niederlage in Kiel eine Rechnung begleichen. Allerdings musste HSG-Trainer Kai Wandschneider nicht nur auf die Langzeitverletzten Daniel Valo und Dennis Krause verzichten, denn neben Ex-"Zebra" Tobias Reichmann (Muskelfaserriss in der Kniekehle) musste auch Superstar Ivano Balic aufgrund von Rückenbeschwerden passen. Alfred Gislason fehlten dagegen zwei Außen: Während Christian Sprenger nach seinem im Heimspiel gegen Porto erlittenen Innenbandanriss noch mindestens zwei Wochen ausfallen wird, hatte das Fehlen von Dominik Klein freudige Gründe: Der Nationalspieler war am Sonntagmorgen erstmals Vater geworden und verweilte daher bei seiner Frau Isabell und seinem gesunden Sohn.

Kiel mit Startschwierigkeiten

Dass der THW Kiel letztlich einen so deutlichen Erfolg in Wetzlar feiern würde - danach sah es in der Anfangsphase so gar nicht aus. Beide Abwehrreihen dominierten zunächst die Partie, und weil Martin Dahl im Wetzlarer Tor die wenigen guten Kieler Chancen durch Jicha und Ekberg zunichte machen konnte, legten die Gastgeber durch zwei Klesniks-Treffer eine 2:0-Führung vor. Es dauerte sieben Minuten, ehe der klasse von Rasmus Lauge in Szene gesetzte Gudjon Valur Sigurdsson endlich den ersten THW-Treffer markierte.

Mit starker Abwehr zu einfachen Toren

Organisierten eine starke Abwehr: Rene Toft Hansen und Patrick Wiencek. © Christian Robohm

Auf der Gegenseite sorgte Nationalspieler Steffen Fäth zwar postwendend für das 3:1, doch damit war es mit der Wetzlarer Herrlichkeit erst einmal vorbei. Die 6:0-Deckung des THW hatte den HSG-Rückraum um Florian Laudt, Fäth und Klesniks gut im Griff, auch der überraschend am Kreis beginnende Abwehrchef Carlos Prieto konnte sich nicht auszeichnen. So erkämpften sich die "Zebras" durch Sigurdsson und Toft Hansen nicht nur den Ausgleich, sondern nutzten in der Folgezeit auch Ballgewinne in der Abwehr konsequent aus: Zunächst angelte sich Ekberg ein angedachtes Kreisanspiel und verwandelte nach Doppelpass mit Christian Zeitz per Gegenstoß zum 4:3, wenig später ließ Sigurdsson ebenfalls per Konter das 5:3 folgen. Der THW Kiel war endgültig in der Partie angekommen.

Jicha zündet den Turbo

Indes: Trotz eines tollen Lauge-Stemmwurfs zum 6:4 und eines von Marko Vujin verwandelten Siebenmeters hielt die HSG Wetzlar die Partie zunächst offen. Ein Grund dafür war der junge Kent-Robin Tönnesen, der nun im rechten Rückraum wirbelte und zusammen mit Fäth die Kieler Deckung erstmals richtig beschäftigte. Als Tönnesen in der 18. Minute zum 8:8-Ausgleich traf, stellte Alfred Gislason daher auf die offensive 3:2:1-Deckung mit Jicha an ihrer Spitze um. Während sich die Gastgeber jetzt wieder die Zähne am Kieler Abwehrbollwerk ausbissen, drehte Jicha nun auch im Angriff auf: Schmidts Siebenmetertreffer zum 9:9 beantwortete der Tscheche nach Lauge-Vorarbeit postwendend, dann schloss er nach Ballgewinn von Toft Hansen einen Gegenstoß trocken zum 11:9 ab. Und nach einem technischen Fehler der Gastgeber sorgte Jicha mit einem krachenden Sprungwurf beim 12:9 für die erste Kieler Drei-Tore-Führung.

Klare Halbzeitführung

Der THW, bei dem inzwischen Andreas Palicka zwischen den Pfosten stand, ließ sich auch von einer Zeitstrafe gegen Toft Hansen nicht mehr bremsen: Jicha und der starke Lauge trafen auch in Unterzahl zum 13:10 und 14:11, und nachdem Palicka einen geblockten Tönnesen-Wurf aufgefangen hatte, sorgten der von Lauge bediente Wiencek und Jicha per Durchbruch mit einem gefühlvollen Heber gar für das 16:11. Mit einer Fünf-Tore-Führung wurden dann auch die Seiten gewechselt, obwohl Marko Vujin kurz vor der Pausensirene mit einem Strafwurf an Andreas Wolff gescheitert war.

Frühe Vorentscheidung

Andreas Palicka sorgte mit seinen Paraden dafür, dass Wetzlar nicht mehr zurück ins Spiel fand.
© Christian Robohm

Nach Wiederanpfiff machten die Kieler, bei denen Aron Palmarsson zwar wieder einsatzbereit auf der Bank saß, aufgrund der mittlerweile beruhigenden Führung aber nicht aufs Parkett beordert wurde, dort weiter, wo sie aufgehört hatten: Jicha bediente den bärenstarken Patrick Wiencek, der trotz Foulspiels von Laudt artistisch mit dem Rücken zum Tor auf 18:12 erhöhte. Und nachdem Lauge mit einem fantastischen Aufsetzer-Hüftwurf traf, Andreas Palicka gegen Weber zur Stelle war und Marko Vujin per Sprungwurf das 20:13 erzielte, war die Partie nach 35 Spielminuten so gut wie entschieden.

Mit Spielwitz zum Kantersieg

Ausverkauft: Mehr als 4.400 Fans wollten den Rekordmeister sehen. © Christian Robohm

Die HSG Wetzlar probierte zwar vieles, doch gegen eine in der Abwehr weiterhin aufmerksame und im Angriff immer spielfreudiger agierende Kieler Mannschaft war ein Duell auf Augenhöhe diesmal nicht möglich. Klasse, wie Sigurdsson seinen Gegenspieler Tobias Hahn hinterlief und - von Jicha bedient - zum 21:14 vollstreckte. Großartig, wie Ekberg mit zwei frechen Drehern den 23. und 24. Kieler Treffer erzielte. Besonders hervorheben sollte man aber auch die Achse Lauge/Wiencek, die wunderbar harmonierte. Das Duo war es auch, das in der 43. Spielminute einen Siebenmeter herausholen konnte, den Ekberg beim 25:15 zur ersten Zehn-Tore-Führung nutzte.

Erst jetzt ließen es die "Zebras" wieder etwas gemächlicher angehen. Für Filip Jicha kam nun Wael Jallouz in die Partie, dem auch noch drei tolle Treffer gelingen sollten. Und nachdem Niclas Ekberg bei einem Foul Fäths Harz in die Augen bekam, wirbelte Christian Zeitz auf Rechtsaußen und trug sich zweimal in die Torschützenliste ein.

Dienstag Champions-League-Auslosung, Sonnabend in Melsungen

Am Ende hieß es nach Wienceks sechsten Treffer 35:24 für den THW Kiel, der damit seine Titelambitionen eindrucksvoll unterstrich und nun schon fünf Zähler Vorsprung auf den neuen Tabellenzweiter aus Hamburg aufweist. Am nächsten Wochenende geht es für die "Zebras" erneut nach Hessen, wenn sie am Sonnabendabend (20.15 Uhr) beim aktuellen Tabellen-Sechsten, der MT Melsungen, gefordert sind. Vorher aber blickt man gespannt nach Wien, wo am Dienstagmittag die Achtelfinals in der Königsklasse ausgelost werden. Dann wird sich herausstellen, ob es der THW mit HC Motor Zaporozhye aus der Ukraine, HC Vardar Skopje aus Mazedonien oder Aalborg Handball aus Dänemark zu tun bekommt.

 

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