Jicha-Comeback und Sjöstrand-Tor beim 34:25 gegen Hannover

Bundesliga
Sonntag, 14.12.2014 // 19:55 Uhr

10.285 erlebten beim Heimspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf einen Handballabend mit viel Abwechslung: Die Hauptrollen beim 34:25 (16:12)-Erfolg gegen die Leinestädter spielten Kapitän Filip Jicha, Torhüter Johan Sjöstrand und Patrick Wiencek. Jicha feierte nach drei Monaten sein Comeback, Sjöstrand glänzte mit 15 Paraden und seinem ersten Tor im THW-Trikot, und Wiencek netzte neunmal ein. Durch den Erfolg feierten die Kieler nicht nur ihren 19. Sieg in Serie, sondern auch zwei Jahre ohne Heimniederlage in der DKB Handball-Bundesliga. 

Sjöstrands erstes THW-Tor

Gegen die von einer Grippewelle und Verletzungen geschwächten Gäste ließen die "Zebras" anfangs zu viele Chancen liegen und versäumten es dadurch, eine frühe Vorentscheidung zu erwzingen. Nachdem die TSV zu Beginn der zweiten Halbzeit auf 15:16 verkürzt hatte, sorgte ein Zwischenspurt von 18:16 auf 21:16 (39.) für die Vorentscheidung. Kurios: Diesen Treffer erzielten nicht diejenigen, die häufiger in der Torschützenliste auftauchen, sondern Johan Sjöstrand. Der Schwede, mit 15 Paraden einmal mehr ein großer Rückhalt seiner Mannschaft, schnappte sich den Ball, als die Gäste gerade den Torhüter gegen einen Feldspieler ausgetauscht hatten. Er schaute kurz, bemerkte das leerstehende Tor und traf aus dem eigenen Kreis. Seine Mannschaftskameraden herzten daraufhin Sjöstrand, der "endlich" sein erstes Tor im THW-Trikot erzielt hatte.

Mittwoch Pokalspiel gegen Lübbecke

Doch allzu lange konnte man an der Förde den Sieg gegen Hannover nicht genießen: Bereits am Mittwoch wartet mit dem Pokal-Achtelfinale gegen Lübbecke ein weiteres, wichtiges Spiel auf die Kieler (jetzt Tickets sichern!). Eines, das sie unbedingt gewinnen wollen, gilt es doch, im letzten K.o.-Spiel des Jahres einen weiteren Schritt in Richtung "Final Four" in Hamburg zu machen. Zu eben jenem Finalturnier, das die Kieler in der vergangenen Saison verpasst hatten... 

Der Kapitän ist zurück

Die zweite besondere Geschichte des Abends wurde von Filip Jicha erzählt: In der 21. Minute wurde er von Trainer Alfred Gislason erstmals nach drei Monaten wieder auf das Handballfeld geschickt, drei Minuten später erlebten 10.285 Zuschauer den berühmten Jubel des Kapitäns. Er stieg hoch, und wuchtete den Ball zum 12:9 ins Netz. Eben so, wie man Jicha kennt. Und trotzdem war dieser Moment ein besonderer, was nicht nur die Fans mit großem Jubel goutierten: Mit weit ausgebreiteten Armen und zwei geballten Fäusten feierte auch Jicha sein erstes Tor nach der langen Reha-Phase - der Kapitän ist zurück!

Duvnjak wurde geschont

Doch der Reihe nach: Gegen die TSV Hannover-Burgdorf konnte THW-Trainer Alfred Gislason erstmals nach knapp zehn Monaten aus den Vollen schöpfen. Kurz vor dem Anpfiff erklärte auch Rene Toft Hansen, der beim Spielen mit seiner Tochter am Auge verletzt wurde, dass er spielen könne. Deshalb verzichtete der Coach auf Domagoj Duvnjak: Der Kroate hatte sich in der vergangenen Woche am Auge behandeln lassen und wurde deshalb geschont.

Frühe TSV-Auszeit

Seinen Platz im Rückraum nahm zunächst Rasmus Lauge ein. Der Däne, nach monatelanger Verletzungspause auf dem Weg zurück, führte gekonnt Regie. In der Anfangsphase profitierten die Kieler aber vor allem von den Paraden Sjöstrand: Gleich vier Mal schnappte sich der Schwede in den ersten sechs Minuten gegnerische Versuche, der THW führte 4:1, und TSV-Trainer Christopher Nordmeyer zog den grünen Auszeit-Karton.

Vier-Tore-Führung zur Pause

Die kurze Unterbrechung hatte Konsequenzen: Die Gäste verkürzten auf 3:4. Auch, weil die Kieler im Angriff sie mit einigen technischen Fehlern und Missverständnissen zum Kontern einluden. Ein Dreierpack von Wiencek, Marko Vujin und dem dynamisch durch die TSV-Abwehr springenden Lauge sorgte erneut für eine komfortable Führung. Doch abschütteln ließen sich die Gäste nicht: Palmarssons Stockfehler bestraften sie mit dem 8:9 und hatten durch Kastening sogar die Chance zum Ausgleich - doch Sjöstrand entschärfte den Gegenstoß. Nach Jichas 12:9 (25.) und Weinholds 14:10 kam die TSV jedoch nicht mehr dichter als eben diese vier Tore heran: Klein markierte im Zusammenspiel mit dem Körper von TSV-Keeper Weber, der den Ball mit dem Kopf ins Tor lenkte, den 16:12-Halbzeitstand. Klein entschuldigte sich umgehend für den Wurf, und Weber konnte nach dem Wechsel weiter spielen.

Vorentscheidung nach 39 Minuten

Der TSV-Torhüter war es dann, der mit seinen Paraden direkt nach dem Wechsel die Aufholjagd der Niedersachsen startete: Christophersen, der sechs Mal erfolgreiche Lehnhoff und Hykkerud verkürzten innerhalb von vier Minuten auf 15:16. Erst ein Traumpass von Palmarsson auf Wiencek stoppte nach vier Minuten die Kieler Torflaute, und weil nun auch die Abwehr auf schnelleren Beinen unterwegs war, kam der THW-Angriff in der Folge zu schnellen Toren. Sprenger versenkte den Gegenstoß zum 18:15 mit 106 km/h, traf kurz darauf aus spitzen Winkel zum 19:16, Palmarsson bediente erneut den sicheren Wiencek zum 20:16, und Sjöstrand vollendete zum 21:16. Nach 39 Minuten war die Vorentscheidung gefallen.

Vier Tore in drei Minuten

Denn den Gästen schwanden nun zusehends die Kräfte, während Gislason seinen Kader konsequent durchrotieren ließ. Eine Viertelstunde vor Schluss vollendete Klein vom Kreis zum 25:19, Wiencek jagte einen Gegenstoß zum 26:19 in den Winkel, Jicha stiebitzte in der Abwehr den Ball und bediente erneut Wiencek zum 27:19, ehe der gerade eingewechselte Ekberg quasi von der Bank einen Gegenstoß zum 28:19 vollendete - in nur drei Minuten wurde das Resultat auf "deutlich" geschraubt.

Stehende Ovationen

Mit einem erneuten Vierpack konterten die Kieler die Drei-Tore-Serie der Hannoveraner, dabei traf Vujin aus der eigenen Hälfte in das erneut verwaiste TSV-Tor zum 32:22, ehe dem starken Lauge mit seinem vierten Treffer das letzte Kieler Tor gelang. Da hatten sich die Fans in der Sparkassen-Arena, die ihr Team über 60 Minuten klasse unterstützt hatten, längst von ihren Plätzen erhoben und zollten "ihrer" Mannschaft für eine erneut starke Leistung mit stehenden Ovationen Respekt. 

 

Mehr zum Thema

Es war die erwartet schwierige Reise in den Süden der Republik für den Tabellenführer der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga: Nach Rückstand und einer hart umkämpften ersten Halbzeit bei den Eulen Ludwigshafen nahm der THW Kiel in der ohrenbetäubend lauten Friedrich-Ebert-Halle dann aber eine 13:10-Führung mit in die Kabine, spielte in den zweiten 30 Minuten seine ganze Klasse aus und holte am Ende...

20.06.2021

Für den THW Kiel steht nach dem Heimspiel gegen Göppingen jetzt erst einmal eine der weitesten Reisen in der "stärksten Liga der Welt" an: Gespielt wird am Sonntag im knapp 700 Kilometer entfernten Ludwigshafen. Anwurf der Partie gegen die wie wild um den Klassenerhalt kämpfenden "Eulen" ist um 13:30 Uhr - die LIQUI MOLY Handball-Bundesliga hat die Begegnung als Top-Spiel des 36. Spieltags...

18.06.2021

Gänsehaut-Abend in der Wunderino Arena: Zum ersten Mal seit 228 Tagen wurden die Zebras auf dem Weg zum Warmmachen wieder mit Applaus begrüßt - mit einem Strahlen ins Gesicht kehrte der THW Kiel zurück in ein Stück Normalität. 1561 Zuschauer unterstützten ihre Mannschaft derart lautstark, als ob sie die vielen Monate ohne Live-Handball in nur 60 Minuten vergessen machen wollten. Die Spieler des...

17.06.2021

Endlich. Dieses Wort wird am Donnerstag häufiger Fallen. Denn nach mehr als sieben Monaten einer weitestgehend menschenleeren Wunderino Arena dürfen gegen Frisch Auf! Göppingen endlich wieder Zuschauer den THW Kiel live und vor Ort anfeuern. "Wir haben unsere Fans so lange nicht gesehen und sehnen diesen Tag entgegen", freut sich THW-Kapitän Patrick Wiencek auf das Ende der Gespenster-Stimmung in...

15.06.2021

Der THW Kiel hat in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga seine Hausaufgaben gemacht und bleibt dem Tabellenführer aus dem Norden auf den Fersen: Rund 700 Zuschauer erlebten am Sonnabendabend in der Kreissporthalle Lübbecke eine hitzige Partie, in der die Zebras bei GWD Minden klaren Kopf behielten und mit dem 35:30 (17:13)-Triumph beide Punkte mit zurück an die Förde brachten. Im 55. Pflichtspiel...

12.06.2021

Weiter geht die wilde Fahrt: Auch die nächste Partie des THW Kiel in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga ist ein Auswärtsspiel. Im 55. Pflichtspiel der Saison sind die Zebras am Samstag bei GWD Minden gefordert. Die Gastgeber kämpfen vehement um den Klassenerhalt, auch deshalb werden die Grün-Weißen alles in die Partie gegen den amtierenden Champions-League-Sieger legen. Der Anwurf in der...

10.06.2021

Endlich hat die Zeit der Geister-Heimspiele auch für den THW Kiel ein Ende: Stadt und Land haben am heutigen Mittwoch einen wissenschaftlich begleiteten Modellversuch genehmigt, der bei den noch ausstehenden zwei Heimspielen des THW Kiel gegen Frisch Auf Göppingen (17. Juni, 19 Uhr) und den TBV Lemgo Lippe (24. Juni, 19 Uhr) bis zu 2490 Zuschauern das Live-Erlebnis Handball in der Wunderino Arena...

09.06.2021

Die Zebras kämpften, die Zebras holten auch nach einem Sechs-Tore-Rückstand alles aus sich heraus, doch am Ende stand der THW Kiel beim SC Magdeburg mit leeren Händen da: Mit 33:34 (16:17) verloren die Kieler vor 1500 Zuschauern in der Getec-Arena nicht nur beide Punkte, sondern auch noch ihren Top-Torschützen Niclas Ekberg, der verletzt ausschied. Zudem zog sich Steffen Weinhold eine klaffende...

08.06.2021