KN: Bestätigung für Steffen Weinhold

Bundesliga
Freitag, 28.11.2014 // 07:04 Uhr

Kiel. Der THW im Herbst 2014: Es ist eine Mannschaft, die nach Anlaufschwierigkeiten das einlöst, was die Experten vor der Saison prognostiziert haben. Auf allen Positionen doppelt gut besetzt, mit einem Überangebot an individuellen Fähigkeiten im Rückraum gehören die Kieler zu dem Besten, was die Handball-Welt zu bieten hat. Nach dem Galopp in der Champions League gegen Paris und Zagreb fürchtet nun der VfL Gummersbach, in der Bundesliga (Sonntag, 15 Uhr, Sparkassen-Arena) von den Zebras überrannt zu werden.

Die Partie gegen RK Zagreb am Mittwoch belegte das doppelte Kieler Potenzial auf den zentralen Positionen. Trainer Alfred Gislason verzichtete gegen die Kroaten auf Halbrechts auf Marko Vujin, der vier Tage zuvor mit seinen acht Treffern Paris entzaubert hatte. Statt seiner schickte er Steffen Weinhold ins Feuer, der seine Aufgabe gegen die physisch starken Kroaten mit Bravour löste. Neunmal traf der deutsche Nationalspieler beim 34:27-Sieg. „Marko hat die letzten drei Spiele überragend agiert. Aber gegen diese offensive Abwehr war es der Tag für Steffen. Er ist sehr agil, hat ein gutes Auge. Ich freue mich für ihn“, sagte Gislason, der zuletzt auch wegen Hüft- und Adduktorenproblemen auf den 28-Jährigen verzichtet hatte. Und auch THW-Manager Thorsten Storm sah diese Weinhold-Leistung als wichtige Bestätigung: „Solch ein Spiel tut auch einem gestandenen Nationalspieler gut!“

Der Gelobte selbst gab sich zurückhaltend: „Ich bin ganz gut ins Spiel gekommen, konnte der Mannschaft helfen. Über die Saison hinweg ist es wichtig, dass derjenige, der auf der Platte steht, seine Leistung bringt.“ Auch wenn Weinhold nach seinem Wechsel von Flensburg nach Kiel gern sein Können auf dem Feld beweisen möchte, so sieht er sich nicht als interner Konkurrent zu Vujin: „Ich verstehe mich mit ihm als Team und freue mich auch über seine Erfolge.“

Auf Halblinks ist beim THW nach dem zweimonatigen Ausfall von Kapitän Filip Jicha der kroatische Welthandballer von 2013, Domagoj Duvnjak, schnell zur Kieler Spielerpersönlichkeit gereift. Mit sieben Treffern gegen Zagreb, vier gegen Paris und neun gegen Göppingen frischte er sein Torekonto in den vergangenen drei Spielen kräftig auf. Und Joan Canellas hat die Fäden in der Spielmacherposition derart souverän in die Hand genommen, dass Gislason schon scherzte, es sei gut gewesen, dass Jicha und Aron Palmarsson ausgefallen sind. So hätten die Neuzugänge aus Hamburg schnell in das Kieler Spiel gefunden.

Bald müssen sich Duvnjak und Canellas aber wieder gegen die etablierten Platzhirsche behaupten. Rasmus Lauge ist bereits wieder zurückgekehrt, Jicha hat sein Comeback für Anfang Dezember angekündigt, und Aron Palmarsson wird wohl schon wieder gegen Gummersbach dabei sein können. Nicht gerade zur Freude von VfL-Trainer Emir Kurtagic: „Kiel ist gefestigt und souveräner denn je. Dennoch wollen sich meine Jungs natürlich beweisen. Für sie ist es auf jeden Fall etwas Großes. Eine tolle Halle und ein Fernsehspiel gegen die vielleicht beste Mannschaft der Welt.“

Die Partie wird auch für die Kieler etwas Besonderes. Denn beide Team verbindet nicht nur die Plätze eins (Kiel) und zwei (Gummersbach) in der Ewigen Bestenliste der Bundesliga, sondern auch die gegenseitige Schützenhilfe in den vergangenen beiden Spielzeiten. 2013 bewahrten die Kieler Gummersbach vor dem Abstieg, als sie im letzten Spiel Großwallstadt besiegten. In diesem Sommer revanchierte sich der VfL, als er im Saisonfinale lange gegen die Rhein-Neckar Löwen dagegen hielt und so den THW durch das bessere Torverhältnis auf den Meisterschild hob.

„Ich hoffe, dass Gummersbach hier freundlich empfangen wird und wir auch nach dem Abpfiff Spaß haben. Dazwischen aber gibt es 60 Minuten keine Freundschaft“, sagte Gislason, vor seinem Kieler Engagement beim VfL der Mann an der Seite.

(von Ralf Abratis, aus den Kieler Nachrichten vom 28.11.2014)

 

Mehr zum Thema

Die DKB Handball-Bundesliga hat jetzt die noch ausstehenden Anwurfzeiten für die Spiele des THW Kiel an Sonntagen festgelegt: Sowohl die Heimspiele gegen den VfL Gummersbach (21. Oktober) und Frisch Auf Göppingen (11. November) als auch das Auswärtsspiel bei GWD Minden (4. November) werden jeweils um 16 Uhr angepfiffen. Eintrittskarten für die Partien des Handball-Rekordmeisters in der...

21.09.2018

Kiel. Während die Konkurrenz des THW Kiel in Handball-Bundesliga und Champions League weiter gefordert ist, machen die Zebras zehn Tage Pause. Der Grund: Ursprünglich sollten sie in dieser Woche gegen die Rhein-Neckar Löwen spielen. Doch das hätte für die Löwen eine Termin-Kollision wie im Vorjahr bedeutet.

20.09.2018

Kiel. Das hat gepasst. Gerade war eine Diskussion um ihn, um seine Zukunft, um seinen im Sommer 2019 auslaufenden Vertrag sacht aufgeflammt. Und prompt spielte sich Ole Rahmel, Rechtsaußen des Handball-Rekordmeisters THW Kiel, zurück ins kollektive Bewusstsein - nicht nur der Zebra-Verantwortlichen. Der 28-jährige Linkshänder traf am Sonntag beim 34:20 gegen Aufsteiger SG BBM Bietigheim gleich...

18.09.2018

Kiel. In etwa so wird sich Viktor Szilagyi, Sportlicher Leiter des THW Kiel, seinen 40. Geburtstag vorgestellt haben. Es dauert zwar ein wenig, doch am Ende gerät das 34:20 (13:10, siehe THW-Spielbericht) gegen Aufsteiger SG BBM Bietigheim zum Schützenfest. Nikola Bilyk (10 Tore) und Rechtsaußen Ole Rahmel (9) überragen gegen einen unbequemen Gegner, der bis zur Pause eigentlich alles richtig...

17.09.2018

Die Rückkehr in heimische Gefilde verlief für die "Zebras" erfolgreich: Der THW Kiel feierte am Sonntagnachmittag einen nie gefährdeten 34:20 (13:10)-Kantersieg gegen die SG BBM Bietigheim. Dabei benötigten die Kieler gegen den diszipliniert spielenden Aufsteiger 30 Minuten Anlauf, um am Ende deutlich zu gewinnen. Beste Torschützen auf Kieler Seite waren Nikola Bilyk mit zehn Treffern und Ole...

16.09.2018

Bietigheim-Bissingen. Es ist ein ganz schönes Himmelfahrtskommando, das Ralf Bader (37) da bei der SG BBM Bietigheim übernommen hat. Der Ex-Bundesligaspieler (Pfullingen, Neuhausen) kam nach dem Erstliga-Aufstieg vom Drittligisten TSV Neuhausen und übernahm einen Kader mit elf Greenhorns ohne ein einziges Bundesliga-Spiel in ihrer Vita. Abstiegskandidat Nummer eins? "Daraus ziehen wir Motivation",...

15.09.2018

Magdeburg. Nach dem Spiel in Magdeburg  (siehe THW-Spielbericht) haderte der THW mit seiner eigenen Leistung, aber auch mit der des Berliner Schiedsrichter-Gespanns Blümel/Loppaschewski. Trainer Alfred Gislason sah die Zeitstrafen (SCM eine, THW sieben) ungerecht verteilt. Kreisläufer Hendrik Pekeler, der in der hektischen Schlussphase der ersten Hälfte mit Nils Blümel über seine Bestrafung...

15.09.2018

Magdeburg. Eine Saison lang trugen die Zebras des THW Kiel einen bleischweren Rucksack voller Zweifel mit sich herum und mussten sich am Ende in der Handball-Bundesliga mit Platz fünf begnügen. Zweifel, die sich am Donnerstagabend beim desaströsen 30:35 in Magdeburg (siehe THW-Spielbericht) plötzlich wieder Bahn brachen.

15.09.2018