Souveräner Start-Ziel-Sieg gegen Melsungen

Bundesliga
Sonntag, 14.09.2014 // 19:34 Uhr

Der THW Kiel hat am fünften Spieltag der DKB Handball-Bundesliga einen souveränen Sieg gegen die ambitionierte MT Melsungen eingefahren. Gegen den EHF-Pokal-Teilnehmer aus Nordhessen zogen die "Zebras" vor 10.285 Zuschauern in der Sparkassen-Arena frühzeitig von dannen: Die Kieler führten zur Pause trotz einer roten Karte gegen Marko Vujin (10.) bereits mit 17:10, um nach dem Wechsel zeitweise auf zwölf Tore Vorsprung davonzueilen. Am Ende gewannen sie souverän mit 32:23 und sicherten sich im zweiten Heimspiel den zweiten Sieg. 

Ekberg erzielt elf Tore

Bester Torschütze der Partie war ein glänzend aufgelegter Niclas Ekberg, der 11/2 Tore markierte, nach seinem letzten Treffer aber mit muskulären Problemen ausschied. Ein besonderer Abend dürfte dieser 14. September für zwei weitere Akteure gewesen sein, denn sowohl Torhüter Kim Sonne als auch der erst 19-Jährige Rechtsaußen Lukas Wucherpfennig aus dem THW-Nachwuchsbereich feierten ihr Debüt in der stärksten Liga der Welt - und wie: Sonne hielt einen Siebenmeter von Momir Rnic (60.), während Wucherpfennig erst von Außen und dann aus dem Rückraum zwei tolle Tore erzielte und so zum gefragtesten Gesprächspartner der Medien wurde.

Rot für Vujin

Marko Vujin kassierte früh die rote Karte.

THW-Trainer Alfred Gislason setzte von Beginn an auf Mittelmann Domagoj Duvnjak, während im Tor Andreas Palicka den angeschlagenen Johan Sjöstrand ersetzte. Die starteten stark: Beinahe fünf Minuten dauerte es, bis die überragende THW-Deckung den ersten Melsunger Treffer zulassen musste. Zu diesem Zeitpunkt führten die Hausherren bereits mit 4:1, weil die Defensive sich Bälle eroberte und die Gegenstoßmaschinerie richtig geölt war. Nach Allendorfs 4:6 mussten die THW-Fans aber den ersten großen Schreckmoment überstehen: Marko Vujin trat zum Siebenmeter an und traf dabei Appelgren unglücklich seitlich am Gesicht - was das Schiedsrichtergespann als Absicht auslegte und Vujin die rote Karte zeigte.

Schrecksekunde mit Filip Jicha

Weil mit dem verletzten Steffen Weinhold auch der zweite Linkshänder nicht eingesetzt werden konnte, mussten es die Rechtshänder richten: Joan Canellas und Filip Jicha teilten sich die Aufgabe - und lösten diese stark. Doch die nächste Schrecksekunde sollte nicht lange auf sich warten lassen: Nach einer Abwehraktion krümmte sich Jicha vor Schmerzen, hielt sich das Knie. Die Zuschauer reagierten erst entsetzt, und dann großartig: Lautstark unterstützten sie nun die dezimierte und von gleich zwei Nackenschlägen innerhalb kürzester Zeit heimgesuchte "Zebraherde". 

THW zieht davon

Niclas Ekberg überragte mit 11/2 Treffern.

Die reagierte ebenfalls großartig: Der gute Andreas Palicka hielt einen freien Ball vom Kreis und schickte Klein auf die Reise zum 9:5 (16.), und nach dem kurzfristigen Anschluss der MT übernahm Duvnjak aus dem Rückraum Verantwortung, schnappte sich Wiencek gleich zweimal in Folge den Ball in der Abwehr, kam Jicha wieder und bediente Klein zum 11:6, ehe Canellas Ekberg mustergültig in Szene setzte: Die Sparkassen-Arena tobte bei diesem 12:6 (23.). Auch wenn Philipp Müller mit einem Doppelschlag die MT wieder in Reichweite brachte - der THW Kiel war am Drücker, auch wenn Appelgren sich ihnen mit zahlreichen Paraden in den Weg stellte. Bis zur Pause sorgten Klein und Ekberg mit einem Tor-Double innerhalb weniger Sekunden, Ekberg nach einem Traumangriff über Palicka und Wiencek sowie Palmarsson für eine beruhigende 17:10-Führung. 

Starke Kieler Defensive

Auch nach dem Seitenwechsel schien sich an der Grundtendenz des Spiels wenig zu ändern: Duvnjak erkämpfte sich in der Abwehr den Ball, Ekberg bedankte sich für den Pass mit seinem achten Tor. Und als der Schwede wenig später Appelgren mit einem Trickwurf überlistete, war eine Vorentscheidung beim 19:10 gefallen. Auch, weil die Kieler Abwehr weiterhin ausgezeichnet arbeitete, die MT auf schnellen Beinen permanent unter Druck setzte und den Gegner so zu Fehlern zwang.

Vorsprung wächst

Joan Cañellas erzielte vier Treffer gegen Melsungen.

Die Nordhessen reagierten auf die starke Defensivarbeit der "Zebras" erst ratlos, dann nervös. Bezeichnend die Szene in der 41. Minute, in der Palicka den Ball nach einer Parade nach vorn verlor, Fahlgren sich diesen freistehend schnappte und gut einen Meter über den Querbalken drosch. Im Gegenzug setzte sich Canellas im Eins-gegen-Eins auf Halbrechts durch und erzielte das 22:12 - die erste Zehn-Tore-Führung. Diese bauten die Kieler sogar auf zwölf Tore aus, Toft versenkte den Ball vom Kreis zum 26:14 (47.). Als Palicka Ekberg zum 27:15 bediente, war der Arbeitstag für den Rechtsaußen mit einer Verletzung beendet - Gislason brachte Wucherpfennig, der erst am Sonnabendabend von seinem möglichen Einsatz erfahren hatte. 

Zweifaches Debüt

Mutige Premiere: Lukas Wucherpfennig erzielte einen seiner beiden Treffer aus dem Rückraum.

Weil Gislason auch Dahmke für Klein brachte und Palicka nach zwölf Paraden Platz für Kim Sonne machte, stand die wohl jüngste "Zebraherde" des letzten Jahrzehnts auf der Platte. Das blieb nicht ohne Wirkung auf den Spielfluss, aber die "Jungen" knieten sich rein: Groß war der Jubel nach Wucherpfennigs Tor von Außen zum 30:18 (55.), zum Orkan schwoll er bei Wucherpfennigs 32:20 (57.) aus dem Rückraum an und endete in stehenden Ovationen nach Kim Sonnes gehaltenem Siebenmeter, während die Gäste in den letzten zwei Minuten trotzdem noch ein wenig Schadensbegrenzung betreiben konnten.

Der klare 32:23-Erfolg des THW gegen die MT war wohl die bisher beste Partie des Rekordmeisters in dieser Saison. Jetzt müssen die "Zebras" allerdings erst einmal eine Pause einlegen: Die Nationalmannschaft ruft zum Lehrgang, erst am 24. September wird die "Zebraherde" wieder gemeinsam auf der Platte stehen: Gegner ist dann Aufsteiger Bietigheim - die Partie in Süddeutschland ist der Auftakt für unglaubliche zehn Spiele in drei Wettbewerben und 31 Tagen...

 

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