THW gewinnt den Super Cup

Filip Jicha versucht ein Anspiel.
Super Cup
Dienstag, 19.08.2014 // 21:51 Uhr

Saisonauftakt nach Maß für den THW Kiel: Am Dienstagabend gewannen die "Zebras" in der Stuttgarter Porsche-Arena den Super Cup gegen die Füchse Berlin mit 24:18 (13:8). Früh setzte sich der deutsche Rekordmeister gegen den DHB-Pokalsieger ab, durch die gute Abwehr und den überragenden Torhüter Johan Sjöstrand kamen die Bundeshauptstädter nicht mehr in Schlagdistanz. Bester Torschütze war Filip Jicha mit 5/1 Treffern, für die Füchse traf Junioren-Europameister Paul Drux vier Mal.

Zur 21. Auflage des Super Cups - der 17. mit Beteiligung des THW - musste Alfred Gislason auf Aron Palmarsson verzichten. Der Isländer trat aufgrund einer Zerrung die Reise nach Stuttgart ebenso nicht an wie Rasmus Lauge, der nach seinem im März erlittenen Kreuzbandriss im Herbst zurück erwartet wird.

Blitzstart des THW

Dominik Klein trifft artistisch zum 3:0.

Vor 6.211 Zuschauern in der ausverkauften Porsche-Arena erwischten die "Zebras" einen Start nach Maß. Das 1:0 erzielte Filip Jicha sofort im ersten Angriff, während Johan Sjöstrand sogleich gegen Berlins Rechtsaußen Mattias Zachrisson zur Stelle war. Einen von René Toft Hansen erkämpften Siebenmeter verwandelte Joan Cañellas im Nachwurf gegen Silvio Heinevetter, und nachdem Konstantin Igropulo den Ball verlor, sorgte Dominik Klein per Gegenstoß mit einem feinen Leger sogar für das 3:0. Da Sjöstrand zudem einen Strafwurf von Fredrik Petersen entschärfen konnte, dauerte es bis zur sechsten Spielminute, ehe Igropulo der erste Treffer für den Super-Cup-Debütanten gelang.

Kiel setzt sich weiter ab

Die Bundeshauptstädter taten sich ohne ihren verletzten Spielmacher Barlomiej Jaszka schwer gegen das Kieler 6:0-Bollwerk, wenngleich der auf der Rückraummitte startende Paul Drux für einige Farbtupfer sorgte. So hatten es die Berliner vor allem Heinevetter zu verdanken, dass sie nach acht Minuten "nur" 2:4 zurücklagen - Ekberg nach tollem Gegenstoßpass Sjöstrands und Pavel Horak hatten getroffen. Doch in den Folgeminuten spielte nur noch der THW Kiel: In Überzahl nach einer Zeitstrafe gegen Drux erhöhte Klein mit einem Doppelpack auf 6:2, und nachdem dieser einen Pass Igropulos abfing, sorgte Jicha per Konter für das 7:2. Als dann auch noch der mittlerweile eingewechselte Petar Nenadic in Sjöstrand seinen Meister fand und Marko Vujin das Ergebnis per Sprungwurf auf 8:2 stellte, drohte den Berlinern ein frühes Debakel. Nach elf Minuten nahm Dagur Sigurdsson daher folgerichtig seine erste Auszeit.

THW rotiert, Heinevetter pariert

Johan Sjöstrand entwickelte sich zum Füchse-Schreck.

Alfred Gislason nahm nun im Rückraum die ersten Wechsel vor, brachte mit Cañellas und Steffen Weinhold zwei Neuzugänge. An der Rotation aber lag es nicht, dass sich die Füchse bis zur 20. Minute wieder bis auf 6:9 heranpirschen konnten. Vielmehr zeigte Heinevetter einige weitere starke Reflexe, so entschärfte der deutsche Nationalkeeper unter anderem auch einen Siebenmeter Vujins samt Nachwurf und auch einen Strafwurf von Niclas Ekberg. Alfred Gislason, der kurzzeitig auf eine 3:2:1-Deckung mit Cañellas an der Spitze gestellt hatte, ließ nun wieder defensiver in der Abwehr agieren. Da zudem Sjöstrand ebenfalls Glanztaten gegen Zachrisson, Drux und Fabian Wiede zeigte, verteidigten die "Zebras" ducrh Treffer von Weinhold und Ekberg bis zum 11:8 (28.) die Drei-Tore-Führung - und legten in den Schlussminuten noch einmal nach: Weinhold hämmerte einen Sprungwurf zum 12:8 in die Maschen, Sjöstrand hielt einen Siebenmeter Igropulos, und Cañellas setzte den "Buzzer Beater" zum 13:8-Pausenstand.

THW kontrolliert Partie

Nach dem Seitenwechsel durfte erstmals auch Christian Sprenger mitwirken. Andreas Palicka blieb hingegen, wie Petr Stochl auf der Gegenseite, auf der Bank - verständlich nach den starken Leistungen der beiden Schlussmänner im ersten Durchgang. Und Sjöstrand und Heinevetter sollten in Durchgang zwei an diese anknüpfen. So verteidigte der THW Kiel seinen Vorsprung zunächst problemlos, ohne dabei aber spielerisch restlos zu glänzen. Kurios der Treffer von Cañellas zum 16:11: Der Spanier scheiterte zunächst an Heinevetter, doch der Ball kullerte zum Kieler Rückraumspieler zurück. Da aber auch Heinevetter dem Wurfgerät hinterher sprintete, musste Cañellas den Berliner Keeper klassisch auswackeln, ehe er schließlich ins leere Tor traf.

Berlin kommt noch einmal heran

Domagoj Duvnjak setzt sich gegen Pavel Horak durch.

Doch kurz nach Patrick Wienceks 17:12 - erneut nach einem Abpraller - witterten die Füchse noch einmal Morgenluft. Iker Romero verwandelte den ersten Siebenmeter an diesem Abend nach zuvor sechs Fehlversuchen auf beiden Seiten, und nachdem der heute unglücklich agierende Vujin ein weiteres Mal verzog, gelang Drux nach schönem Doppelpass mit Wiede der 14:17-Anschluss. Alfred Gislason legte sofort die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch und trommelte seine Mannschaft zusammen.

Jicha, Duvnjak und Sjöstrand sorgen für Entscheidung

Kiels Trainer beorderte den stets bemühten, bislang aber glücklosen Domagoj Duvnjak aufs Parkett zurück. Doch zunächst war es Kapitän Jicha, der die mitgereisten Kieler Fans in der Porsche-Arena aufatmen ließ: Der Tscheche traf per Siebenmeter zum 18:14 und erhöhte nach eigenem Steal wenig später auf 19:14. Und nachdem Sjöstrand einen Hüftwurf Wiedes entschärfte, gelang Duvnjak per unnachahmlichen Durchbruch sein erster Pflichtspieltreffer für den THW zum 20:14 - die Vorentscheidung war nach 50 Minuten gefallen.

Debüt für Dahmke

Rune Dahmke umarmt den neuen Supercup.

Die restlichen zehn Minuten konnten die "Zebras" daher genießen. Duvnjak und Weinhold zeigten mit ihren Toren und Anspielen, dass sie eine Bereicherung für das Kieler Angriffsspiel darstellen werden. Eigengewächs Rune Dahmke durfte sich indes über sein Profidebüt freuen und holte in der 56. Spielminute einen Siebenmeter sowie eine Zeitstrafe gegen den auf der Gegenseite debütierenden Willy Weyhrauch heraus. Die Schlusspunkte unter eine von den Deckungsreihen und famosen Torhütern dominierte Partie setzten letztlich Toft Hansen und Petersen zum 24:18-Endstand. Damit feierte der THW Kiel, ohnehin schon Rekord-Super-Cup-Gewinner, seinen insgesamt achten Titel - die Saison kann nun also richtig losgehen!

 

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