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Gislason mit Qual der Wahl

Rechtzeitig zur 80. Auflage des Landesderbys konnte THW-Coach Alfred Gislason personell aus dem Vollen schöpfen. Er entschied sich für das komplette Rückraum-Angebot und strich Linksaußen Rune Dahmke schon vor Spielbeginn aus dem Aufgebot.  SG-Trainer Ljubomir Vranjes hatte hingegen personelle Probleme: Linkshänder Johan Jakobsson fiel ebenso aus wie der langzeitverletzte Spielmacher Jim Gottfridsson. Immerhin stand ihm der zuletzt grippekranke Kreisläufer Jacob Heinl wieder zur Verfügung.

Flensburg erwischt besseren Start

Der THW tat sich schwer gegen die Flensburger Deckung.

Die Anfangsphase in der seit Monaten ausverkauften und zum Derby gewohnt stimmungsvollen Flens-Arena gehörte ganz den Gastgebern: Drasko Nenadic erzielte den ersten Treffer gegen die Kieler 3:2:1-Deckung. Joan Cañellas, der zusammen mit Domagoj Duvnjak und Marko Vujin im Rückraum startete, gelang zwar postwendend der Ausgleich, aber dank zweier Abspielfehler im Kieler Aufbauspiel sowie zweier Paraden Mattias Anderssons gegen Vujin und Duvnjak trafen Anders Eggert vom Kreis, Lasse Svan per Gegenstoß und Holger Glandorf per zweiter Welle zum schnellen 4:1. Früh drohten die „Zebras“, die in den vergangenen beiden Jahren bei den Derbys in Flensburg jeweils schon zur Halbzeit abgeschlagen zurück lagen, den Anschluss zu verlieren.

Cañellas führt THW ins Spiel

Marko Vujin erzielte 7/3 Treffer.

Doch der THW fand langsam in die Partie. Per Sprungwurf erzielte Vujin den zweiten Kieler Treffer, dann bediente Cañellas René Toft Hansen zum 4:3-Anschluss. Nach einem Ballgewinn Duvnjaks, der zunächst an der Spitze der Kieler Deckung agierte, bekamen die Gäste bereits die Chance zum Ausgleich, doch Vujin scheiterte an Andersson und der an den Kreis aufgelöste Svan erhöhte zum 5:3. Dennoch waren die „Zebras“ längst im Landesderby angekommen. Nach einer Andersson-Parade gegen Duvnjak schaltete Dominik Klein am schnellsten und holte einen Siebenmeter heraus, den Cañellas zum 5:6 verwandelte. Und als Johan Sjöstrand Glandorf einen Ball „abkaufen“ konnte, gelang Klein im Gegenstoß nach elf Minuten der Ausgleich. Nachdem die Unparteiischen anschließend auf Stürmerfoul gegen Andreas Zachariassen entschieden, sorgte Vujin gar für die erste Kieler Führung – auch diesen Treffer hatte der umsichtige Cañellas eingeleitet.

Palmarsson dreht auf

Der THW hatte nun Oberwasser, verpasste es in Überzahl aber, die Führung auszubauen: Mattias Andersson lenkte einen Cañellas-Strafwurf an den Pfosten, anschließend war der starke Schwede auch gegen Duvnjak zur Stelle. Gislason wechselte und beorderte Aron Palmarsson und Filip Jicha aufs Parkett. Doch auch gegen Kiels isländischen Spielmacher blieb Andersson Sieger, der mit einem weiten Pass auf Zachariassen gar das 8:7 für Flensburg einleitete. Die Partie blieb ausgeglichen, weil beim THW weiter Palmarsson die Initiative übernahm und in der Folgezeit dreimal die SG-Führungstreffer egalisieren konnte. Allerdings übertrieb es der 24-Jährige in der Folgezeit und scheiterte mit seinen nächsten beiden Würfen an Andersson, während Mogensen und Svan zum 12:10 für Flensburg trafen.

Flensburg zieht bis zur Pause davon

Mattias Andersson war der Matchwinner für die SG.

Als Palmarsson nach einem technischen Fehler Mogensens auch noch einen für Chistian Sprenger gedachten Gegenstoß-Pass ins Seitenaus warf, wurde er wieder durch den bislang glücklosen Duvnjak ersetzt. Doch der Kroate hatte sein Wurfglück immer noch nicht gefunden, und so erhöhten Mogensen und Eggert per Siebenmeter unter großem Jubel auf den Rängen gar auf 14:10. Immerhin konnte Wiencek in der kurzzeitig auf eine 6:0-Formation umgestellten Kieler Deckung einen Glandorf-Versuch blocken und Vujin im Gegenstoß die siebenminütige Torflaute beenden – doch Nenadic antwortete prompt zum 15:11. In der letzten Spielminute des ersten Durchgangs wechselte Gislason Andreas Palicka ein – ein Glücksgriff, denn nach einem Stürmerfoul Wienceks war der neue Kieler Keeper sogleich bei einem Zachariassen-Konter zur Stelle. Dennoch ging der THW mit einer hohen Hypothek in die Kabinen, zumal Dominik Klein wegen Meckerns nach der Pausensirene noch eine Zeitstrafe kassierte.

THW droht Debakel

Nach Wiederanpfiff drohten die dezimierten Kieler dann sehr schnell gehörig unter die Räder zu geraten. Mattias Andersson war in dieser Phase gar nicht mehr zu bezwingen und entschärfte die ersten vier THW-Würfe – darunter auch einen Siebenmeter Cañellas'. Glandorf und Mogensen nutzten die Gunst der Stunde und erhöhten gar auf 17:11 für die Gastgeber. Die Flensburger Fans feierten und glaubten nach 33 Minuten bereits an eine Vorentscheidung.

Beeindruckender 5:0-Lauf

Steffen Weinhold war Mitinitiator der Kieler Aufholjagd.

Doch der THW kämpfte: Der für Vujin jetzt im Angriff agierende Ex-Flensburger Steffen Weinhold brachte neuen Schwung, auch agierte die Kieler 3:2:1-Deckung nun aufmerksamer und bissiger. Zudem konnte Palicka nun einige Würfe parieren, war gegen Svan, Zachariassen und Glandorf zur Stelle. Weinhold erzielte das zwölfte Kieler Tor, und nachdem Klein im Gegenstoß eine Zeitstrafe gegen Glandorf zog, verkürzten Vujin per Siebenmeter, Klein per Konter und erneut Weinhold auf 15:17. Urplötzlich waren die „Zebras“ zurück im Spiel, und wenn Andersson in der Folge nicht den Hüftwurf Weinholds, den freien Ball Wienceks und den Gegenstoß Kleins pariert hätte, hätte der THW sogar wieder ausgeglichen. So reichte es nach einem weiteren Vujin-Strafwurf bis zum 16:17-Anschluss, ehe Zachariassen die SG und ihre Fans erlöste.

Flensburg hält Führung

An ihm lag es nicht: Andreas Palicka entschärfte 10 von 21 Torwürfen.

Flensburg verteidigte mit viel Willen seinen knappen Vorsprung in der Folgezeit: Während Toft Hansen und Palmarsson mit einem ansatzlosen Geschoss für den THW trafen, konnte sich die SG auf ihr Duo Glandorf/Mogensen verlassen – und darauf, dass die Gastgeber bei Abprallern einen besseren Riecher hatten als die „Zebras“. Als Mogensen vom Kreis auf 22:18 erhöhte und Toft Hansen eine Zeitstrafe kassierte, waren die Gastgeber zehn Minuten vor Schluss wieder voll auf Kurs Richtung 27. Derbysieg.

Andersson hält SG-Sieg fest

Bitter für die SG: Holger Glandorf zog sich kurz vor Schluss einen Achillessehnenriss zu.

Der THW gab sich jedoch noch nicht geschlagen. Eine starke Doppelparade Palickas gegen Svan und Kaufmann ließ die Kieler noch einmal aufhorchen. Und nachdem Palmarsson per Schlagwurf zum 20:22-Anschluss traf, konnten die Gäste trotz weiterer Großtaten Anderssons wieder auf die Wende hoffen. Im nächsten Flensburger Angriff parierte dann Palicka erneut zweimal glänzend gegen Kaufmann, doch erneut landete der Ball in rot-blauen Händen, und Heinl sorgte für das wichtige 23:20. Als schließlich Svan von außen erhöhte und der sensationelle Andersson dann nicht nur gegen Jicha und Vujin zur Stelle war, sondern auch noch einen Ekberg-Konter entschärfte, war das 80. Landesderby endgültig entschieden. Die Flensburger feierten, mussten aber auch einen weiteren personellen Rückschlag hinnehmen: Glandorf zog sich bei seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 25:20 einen Achillessehnenriss im rechten Bein zu und wird seiner Mannschaft voraussichtlich bis zum Saisonende fehlen.

Am Dienstag kommt Hamburg

Somit muss der THW Kiel seine Tabellenführung wieder an die punktgleichen Rhein-Neckar Löwen abgeben – und die DKB Handball-Bundesliga kann sich offenbar auf einen spannenden Meisterschafts-Dreikampf einstellen. Denn mit dem Erfolg gegen den Landesrivalen ist nun auch die SG Flensburg-Handewitt mittendrin im Geschehen. Für die „Zebras“ heißt es nun, die beiden verbleibenden Heimspiele im Kalenderjahr 2014 zu gewinnen, um als Spitzenreiter in die WM-Pause zu gehen. Am Dienstag ist der HSV Hamburg zu Gast in der Sparkassen-Arena (19.00 Uhr, live in Sport1), am 2. Weihnachtsfeiertag kommt schließlich die HSG Wetzlar mit Superstar Ivano Balic an die Förde.

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