Doppelpack im Südwesten: Sonntag gehts in Friesenheim um Punkte

Bundesliga
Freitag, 27.02.2015 // 17:06 Uhr

Nach dem deutlichen 37:18-Erfolg gegen den HBW Balingen-Weilstetten (zum Spielbericht) und insgesamt vier Heimspielen in Folge gehen die "Zebras" am Sonnabend auf eine sechstägige "Auswärtstournee" in den Südwesten. Erster Stopp: Ludwigshafen. Dort steht am Sonntag um 17.15 Uhr das nächste Spiel in der DKB Handball-Bundesliga an: Die "Eulen" der TSG Ludwigshafen-Friesenheim empfangen die "Zebras" in der ausverkauften Friedrich-Ebert-Halle. Zeitnahe Informationen zum Spiel gibt es im Liveticker auf der THW-Homepage und unter www.kiel-liveticker.de vom "Zebra Club".

Zwei Spiele in vier Tagen

Nach dieser Bundesliga-Partie wechseln die Kieler nur die Rheinseite und begeben sich direkt ins benachbarte Mannheim, denn dort steht drei Tage später ein echter "Pokalknaller" auf dem Programm: Im Viertelfinale des DHB-Pokals fordern die Rhein-Neckar Löwen am 4. März (19 Uhr, live in Sport1) den THW Kiel zum K.o.-Duell. 

Abstiegskampf pur

Der letztjährige Zweitligameister steckt im Handball-Oberhaus mitten im Abstiegskampf und wird den Kielern mit Sicherheit einen heißen Tanz bereiten. Im Zentrum: Nationalspieler Erik Schmidt. Der 22-jährige Kreisläufer gehört unzweifelhaft zu den Aufsteigern der Saison und spielte bei der Weltmeisterschaft Seite an Seite mit Patrick Wiencek ein starkes Turnier. In der DKB Handball-Bundesliga vertrauen die "Eulen" vor allem auf ihre Heimstärke: Zwölf der bisher 15 Punkte holten die "Eulen" mit ihren eigenen Fans im Rücken und lieferten zuletzt der SG Flensburg-Handewitt bei der 23:27-Niederlage einen großen Kampf.

Hauptsponsor zieht sich größtenteils zurück

Die Gastgeber haben allerdings auf anderer Ebene mit Problemen zu kämpfen. Nach dem angekündigten weitestgehenden Rückzug des Hauptsponsors zur kommenden Saison klafft in der Etatplanung der Rheinland-Pfälzer noch ein Loch. "Der Teilausstieg trifft uns arg, er ist nur sehr schwer zu kompensieren", bestätigte Manager Günter Gleich. Und auch im Kader wird sich zur kommenden Spielzeit einiges ändern: Spielmacher Andrej Kogut, der zum TBV Lemgo wechseln wird, Torhüter Maximilian Bender und Jan Claussen (gehen beide zum ambitionierten Drittligisten Hochdorf) sowie Junioren-Nationalspieler Philipp Bauer (18), der sich dem Drittliga-Spitzenreiter SG Leutershausen anschließt, werden die TSG Friesenheim verlassen.

Bisher sechs Spiele und sechs Kieler Siege

Trotzdem erwartet die "Zebras" bei den "Eulen" ein heißer Tanz. Die Kieler haben aber nichts zu verschenken: Zwei Punkte sind das klare Ziel. "Wir werden alles geben, um beide Spiele auf unserer Südwest-Tour zu gewinnen", sagt THW-Youngster Rune Dahmke. Bisher ist die Bilanz gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim eine klare Sache: Insgesamt sechs Mal trafen beide Mannschaften im DHB-Pokal und in der Bundesliga aufeinander, alle sechs Spiele gewann der THW. Zuletzt taten sich die "Zebras" allerdings beim letztlich klaren 29:21-Hinspielerfolg lange Zeit schwer (Informationen zu den bisherigen Spielen im THW-Archiv).

"Nahezu perfekte Hinrunde"

Kapitän Philipp Grimm war schon 2010/2011 in der DKB Handball-Bundesliga für die TSG aktiv.

Bis Mitte November benötigten die "Eulen" Anlaufzeit, um sich in ihrer zweiten Bundesliga-Saison zu aklimatisieren. Dann löste ein 26:20 gegen Mitaufsteiger Bietigheim den Knoten, es folgten vier weitere Siege bis Weihnachten, und die "Eulen" hielten Anschluss an die Nichtabstiegsplätze. "Die Hinserie ist nahezu perfekt gelaufen", sagt Kapitän Philipp Grimm. "Die Muss-Spiele haben wir alle gewonnen, weil wir auf den Punkt da waren. Uns ist gelungen, enge Spiele zu gewinnen und auch welche nach Rückständen zu drehen. Wir haben noch alle Möglichkeiten. Der Klassenerhalt wäre für alle ein größerer Erfolg als der Aufstieg und für mich eine Sensation." Bester Torschütze der Friesenheimer ist Stephan Just mit 112 Treffern.

Liveticker informieren

Für THW-Fans in Friesenheim lohnt sich ein frühzeitiges Erscheinen an der Halle: Der mobile THW-Fanshop wird rund zwei Stunden vor Spielbeginn öffnen und alles anbieten, was das schwarz-weiße Fanherz begehrt. Die Partie in Friesenheim wird leider nicht live im Fernsehen übertragen. Informationen zum Spiel (und den weiteren stattfindenden Begegnungen) liefert aber der Liveticker auf der THW-Homepage. Zeitnahe Informationen zum Spiel gibt es auch im Liveticker des "Zebra Clubs" unter www.kiel-liveticker.de. Schiedsrichter der Partie sind Hanspeter Brodbeck und Simon Reich, die zum insgesamt sechsten Mal ein Spiel der "Zebras" leiten.  

KN: Handballmeister THW Kiel zieht nach Friesenheim um

Kiel. Der THW Kiel reist heute voraussichtlich ohne Kapitän Filip Jicha in den Süden der Republik. Der Kapitän des Handballmeisters musste wegen einer Grippe bereits beim 37:18-Heimsieg am Mittwoch gegen HBW Balingen-Weilstetten kurzfristig passen und hütete zuletzt mit Fieber das Bett.

"Wenn ich nicht mitfliege, reise ich am Montag hinterher", sagte der Tscheche, der nach seiner monatelangen Verletzungspause wegen einer Sprunggelenksoperation noch auf der Suche nach seiner Form ist. In den vergangenen Pflichtspielen hatte Trainer Alfred Gislason sein taktisches Konzept auf den 32-Jährigen abgestimmt, um ihn vor der heißen Schlussphase der Saison wieder in Schwung zu bringen - dann erwischte Jicha die Grippe. "Auch wenn er mitfliegt, ist er für das Friesenheim-Spiel keine Option", sagt Gislason, der aber wieder mit Johan Sjöstrand rechnet. Der Torhüter hatte sich nach einem Mirgäneanfall wenige Minuten vor dem Anpfiff des Balingen-Spiels abgemeldet.

Gislason hat großen Respekt vor dem Aufsteiger, der in eigener Halle schon zwölf Punkte eingesammelt hat. Besonders beeindruckt hat ihn der Auftritt der TSG Friesenheim bei der jüngsten 23:27-Niederlage gegen die SG Flensburg-Handewitt. Da hielt das Team von Thomas König lange mit. "Dieses Spiel haben sie sehr unglücklich verloren", warnt Gislason davor, den Tabellen-16. zu unterschätzen. "Am Ende entscheiden solche Spiele die Meisterschaft." Spiele, in denen die Ausgangslage klar zu sein scheint. Die 2500 Zuschauer fassende Friedrich-Ebert-Halle im Ludwigshafener Stadtteil Friesenheim wird voraussichtlich ausverkauft sein. Bis auf den gesperrten Kapitän Philipp Grimm steht König sein kompletter Kader zur Verfügung. Eine Mannschaft, die seit Jahren zusammen spielt und in Routinier Stephan Just (36 Jahre/112 Saisontore) ihren Kopf hat.

Gislason glaubt nicht, dass der Ausfall des spanischen Abwehrchefs Gedeon Guardiola (Schulter ausgekugelt) den Kielern in der SAP-Arena des Vizemeisters einen entscheidenden Vorteil bringen wird. "Mit Kreisläufer Bjarte Myrhol haben die Löwen einen starken Abwehrspieler, der bislang nur im Angriff eingesetzt wurde", sagt Gislason. "Mit ihm wird die 6:0-Deckung sicherlich nicht schlechter werden."

(Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 28.02.2015)

 

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