Handball-Spektakel beim THW-Sieg gegen Balingen

Bundesliga
Mittwoch, 25.02.2015 // 22:00 Uhr

Das zusätzliche 18. Heimspiel gegen HBW Balingen-Weilstetten war als besondere Partie angekündigt worden - und die wurde es auch. 8036 Fans machten eine großartige Stimmung in der Sparkassen-Arena, und der THW Kiel brannte gegen die Süddeutschen vor allem in der ersten Hälfte ein großartiges Handball-Feuerwerk ab. Mit 21:6 ging es in die Pause, am Ende gewannen die "Zebras" mit 37:18. Bester Torschütze: Der Kieler Youngster Rune Dahmke mit viel umjubelten 11/2 Treffern. Aber auch Domagoj Duvnjak, der mit Steals, Anspielen und zehn Toren glänzte, und 19-Paraden-Torhüter Andreas Palicka verdienten sich Bestnoten. 

Gislason muss umbauen

Dabei musste THW-Trainer Alfred Gislason gegen den HBW, der das Hinspiel gegen die "Zebras" im September noch mit 22:21 gewonnen hatte, auf den grippekranken Filip Jicha verzichten. Und auch Johan Sjöstrand meldete sich noch vor dem Anpfiff krank, für ihn rückte Kim Sonne in den Kader. Zudem sollten die angeschlagenen Rasmus Lauge und Joan Cañellas nur für kurze Entlastung sorgen.

Erste Balinger Auszeit nach 13 Minuten

Musste hart einstecken: Trotzdem glänzte Domagoj Duvnjak als Vorbereiter und Torschütze.

Weil Filip Jicha fehlte, führte Rene Toft Hansen die "Zebraherde" als Kapitän in die Arena. In dieser machten rund 8.000 Fans - zum ersten Mal seit mehr als drei Jahrzehnten war ein Spiel nicht durch Dauerkarten ausverkauft - richtig Stimmung. Und die Kieler Handballer dankten es ihnen mit einem furiosen Start. Immer wieder klauten sie in der Abwehr den Gegenspielern den Ball und legten im Gegenstoß los wie die Feuerwehr. Als Balingens Trainer Markus Gaugisch nach 13 Minuten erstmals zur Auszeit-Karte griff, waren die "Zebras" - angeführt von einem überragenden Domagoj Duvnjak - gerade von 6:3 auf 9:3 enteilt. Indes: Stoppen ließ sich dieser ICE mit Hochgeschwindigkeits-Handball davon nicht.  

10:1-Lauf in acht Minuten

Kapitän Rene Toft Hansen wurde am Kreis hart attackiert, erzielte aber dennoch fünf Treffer.

Direkt nach Wiederanpfiff schnappte sich Palicka den Ball, passte erneut weit auf Dahmke, der mit seinem Gegenspieler Vasilakis "Doppelpass" spielte und Fazekas zum 10:3 überwand. Und weiter ging die wilde Fahrt nach dem Anschluss durch Foth: Innerhalb von einer Minute traf der Kapitän Toft Hansen gleich doppelt, Duvnjak wackelte die gegnerische Abwehr aus und bediente dann im Gegenstoß mit einem Zuckerpass den ebenfalls starken Steffen Weinhold, der zum 14:4 traf. Und erneut war es Andreas Palicka, der mit einer Parade den nächsten Angriff einläutete: Erneut war Duvnjak am schnellsten vorn, und als Weinhold kurz darauf zum 16:4 einschoss, stand die Halle Kopf: Mit einem 10:1-Lauf in acht Minuten hatten die Kieler eindrucksvoll ihre Spielfreude an diesem Tag unter Beweis gestellt.

Famose erste Hälfte

Die sollte bis zum Seitenwechsel nicht abebben: Erneut Toft Hansen, "Dule" Duvnjak, der hinten den gegnerischen Wurf blockte, den Ball aufnahm und den Gegenstoß vollstreckte, und zweimal Dahmke ließen das Halbzeitergebnis auf 21:6 in die Höhe schnellen. Und wenn es an dieser famosen ersten Hälfte überhaupt etwas zu kritisieren gab, war die Siebenmeter-Quote: Zwei Strafwürfe fanden nicht den Weg ins Ziel, später sollte ein weiterer folgen.

Doppelpack im Südwesten

Für die "Zebras" ist die "Vier-Spiele-Tournee" vor ihren eigenen Fans nun Geschichte: Am Sonnabend geht es auf eine lange Auswärtstour in den Südwesten der Republik. Zunächst geht es nach Ludwigshafen. Dort steht am Sonntag um 17.15 Uhr (Infos im Liveticker auf der THW-Homepage) das nächste Spiel in der DKB Handball-Bundesliga an. Die "Eulen" der TSG Ludwigshafen-Friesenheim empfangen die "Zebras" in der ausverkauften Friedrich-Ebert-Halle. Nach dieser Bundesliga-Partie wechseln die Kieler nur die Rheinseite und begeben sich direkt ins benachbarte Mannheim, denn dort steht drei Tage später ein echter "Pokalknaller" auf dem Programm: Im Viertelfinale des DHB-Pokals fordern die Rhein-Neckar Löwen am 4. März (19 Uhr, live in Sport1) den THW Kiel zum K.o.-Duell. 

Stimmungs-Höhepunkt: Dahmke-Siebenmeter

Den Wiederanpfiff nach der Pause nutzten die Gäste, um mit einem schnellen 3:1 das Ergebnis freundlicher zu gestalten. Doch das gelang nur kurzfristig: Denn "Dule" wackelte erneut die Abwehr aus, Palicka hielt weiter und Dahmke traf im Gegenstoß - beim 25:10 (39.) war der Halbzeitabstand wiederhergestellt. Und die Kieler legten nach - in Person von Rune Dahmke. Ekberg hatte einen Siebenmeter herausgeholt, und alle "Zebras" bewegten sich in Richtung Abwehr. Gislason beorderte Dahmke unter dem Jubel der Fans an die Siebenmeterlinie - und der Youngster traf binnen Sekunden gleich zweimal vom "Strich". 

Spektakulärer Handballabend

Starker Rückhalt: Andreas Palicka hielt gegen den HBW 19 Bälle.

Weiter ging es mit Zauberhandball. Traumpässe, tolle Tore und Paraden rissen die Fans von den Sitzen. Als Dahmke auf dem Weg zu seinem zwölften Treffer aber unsanft von Fabian Böhm gestoppt wurde und verletzt vom Feld musste, wurde der Nationalspieler bei jedem Ballkontakt gnadenlos ausgepfiffen und kurz darauf ausgewechselt. Der THW hielt bis zum finalen Toft-Hansen-Treffer mit dem Schlusspfiff den 19-Tore-Vorsprung, zauberte mit Palmarsson, Sprenger und Klein weiter und ließ sich von den Fans zurecht minutenlang für einen spektakulären Handball-Abend feiern.

 

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