Heim-Premiere am Mittwoch: THW trifft auf Hannover-Burgdorf

Bundesliga
Montag, 31.08.2015 // 14:27 Uhr

89 Tage nach dem umjubelten Gewinn der 20. Deutschen Meisterschaft kehren die "Zebras" endlich zurück in ihr "Wohnzimmer": Am Mittwoch trifft der THW Kiel in der DKB Handball-Bundesliga auf die TSV Hannover-Burgdorf. Anwurf zur Kieler Heimpremiere ist um 20.15 Uhr, noch gibt es Tickets für die Partie. Sport1 überträgt live, über aktuelle Zwischenstände informiert der Ticker auf der THW-Homepage. "Ich kriege jedes Mal Gänsehaut, wenn ich vor dem Einlaufen in der Vorhalle stehe", freut sich Neu-Kapitän Rene Toft Hansen auf die Unterstützung der Kieler Fans. "Dafür spielt man beim THW."

Jens Bürkle neuer Trainer

Der THW Kiel trifft am Mittwoch auf einen Gegner, der sich nach dem enttäuschenden 13. Platz in der Vorsaison eine Menge vorgenommen hat. "Platz 13 ist nicht unser Anspruch. Mittelfristig wollen wir zurück in die Top Ten. Wenn es in dieser Saison schon klappt, ist das natürlich schön", sagt TSV-Trainer Jens Bürkle. Der 34-Jährige, zuvor in Diensten des Zweitligisten DJK Rimpar, tritt an der Leine ein schweres Erbe an: Bürkle ersetzt Christopher Nordmeyer, der aus privaten Gründen dem Handball Adieu gesagt hatte und wieder als Gymnasiallehrer arbeitet. Den Ankündigungen ließen die Hannoveraner am ersten Spieltag Taten folgen: Mit einer starken Abwehrleistung drehten sie gegen Frisch Auf! Göppingen einen 8:13-Pausenrückstand in einen 26:23-Sieg. 

Noch Tickets erhältlich - Wilhelmplatz gesperrt

Für die Heimpremiere gegen die TSV Hannover-Burgdorf gibt es noch rund 200 Sitz- und Stehplatztickets. Karten gibt es ab 14,50 Euro im Online-Ticketshop mit print@home-Angebot zum Selbstausdrucken, an der THW-Ticket-Hotline 01806 / 300 234 (gebührenpflichtig), im Ticketcenter der Sparkassen-Arena, im CITTI-Markt, in der KN-Kundenhalle, bei famila, an allen weiteren bekannten Vorverkaufsstellen sowie an der Abendkasse. THW-Fans von außerhalb sollten für die Parkplatz-Suche ein wenig mehr Zeit einplanen: Wegen des Zirkusbesuches auf dem Wilhelmplatz steht dieser nicht als Parkraum zur Verfügung.

Live-Interview mit Rune Dahmke in der Fan-Arena

Auch in dieser Saison hat sich rund um die Heimspiele des THW Kiel einiges geändert: So wird am Mittwoch erstmals auch hinter den Toren eine LED-Bande eingesetzt, und die Spieler des THW Kiel werden von Einlauf-Kids in die Arena begleitet. Zudem startet mit dem Konterfei von Niklas Landin die Klatschpappen-Sammel-Edition, auf die Ausgabe der Fan-Plastiktüte wird aus ökologischen Gründen hingegen verzichtet (siehe Extra-Bericht). Erstmals öffnet die Fan-Arena beim Ball.Point: THW-Linksaußen Rune Dahmke wird dort nach der Pressekonferenz zum Live-Interview erwartet, zudem gibt es am Mittwoch zum "Eat the Ball"-Burger ein Bier (0,3 Liter) gratis. In den Fanshops der Arena wird das Shirt zur 20. Meisterschaft zum Heimpremieren-Preis von 15 Euro angeboten, dort sind auch die Original-Hallenbodenstücke erhältlich. Außerdem lohnt sich der Besuch der Fanshops auch, weil mit dem Kapuzenshirt, dem Poloshirt, der Basecap und der Wintermütze einige neue Produkte frisch eingetroffen sind.

Bisher makellose THW-Bilanz

Bisher spielten beide Mannschaften in der DKB Handball-Bundesliga zwölf Mal gegeneinander - und die THW-Bilanz ist makellos: Alle Partien gewann der Rekordmeister siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv), der zuletzt am vorletzten Spieltag der vergangenen Saison mit einem hart erkämpften 28:26-Erfolg in Hannover (siehe Spielbericht) einen großen Schritt in Richtung 20. Meisterschaft machte. An der positiven Bilanz soll sich natürlich - aus Kieler Sicht - auch am Mittwoch nichts ändern, sagt Kapitän Rene Toft Hansen: "Uns erwartet ein richtig schweres Spiel, aber wir freuen uns auf unsere Fans. Mit ihrer Unterstützung wollen wir die zwei Punkte holen. Wir sind bereit, jetzt geht es richtig los!" Schiedsrichter der Partie sind Peter Behrens und Marc Fasthoff, Sport1 überträgt ab 20 Uhr live. In der Vorberichterstattung gibt es ein Video-Porträt von Rene Toft Hansen zu sehen. Auf geht's, Kiel!

Morten Olsen ist zurück

Das dürfte dem Trainer gefallen haben, hatte er doch die Stabilisierung der Abwehr als einen der wichtigsten Bausteine für einen Aufschwung genannt. Zu dem sollen neben Bürkle drei weitere Neuzugänge bei der Turn- und Sportvereinigung beitragen: Aus der französischen Liga kehrte Morten Olson zurück zu den "Recken". "Ich hoffe, dass er unser Angriffsspiel belebt", sagte Bürkle zu der Verpflichtung des ehemaligen Hannoveraner Goalgetters, der kaum Eingewöhnungszeit brauche: "Morten kennt das Umfeld und viele seiner Mitspieler, er wird uns sofort weiterhelfen", ist Bürkle überzeugt. Das unterstrich der 30-jährige Däne zum Auftakt gegen Göppingen: Mit sechs Treffern war der Spielmacher erfolgreichster Schütze der Niedersachsen.

"Über 60 Minuten gut spielen"

Neben dem "nur" 1,83 Meter großen, aber ungemein wendigen und torgefährlichen Olsen, hat die TSV Hannover-Burgdorf auch zwei echte "Riesen" verpflichtet: Vom TuS N-Lübbecke holte man sich den 2,08 Meter großen Torhüter Malte Semisch, und aus Friesenheim kam der 2,04 Meter große und ebenfalls erst 22 Jahre alte Nationalspieler Erik Schmidt. "Mit Erik sind wir in der Abwehr vielfältiger aufgestellt und in der Lage, unterschiedliche Deckungssysteme zu spielen", erklärt Bürkle, "aber auch im Angriff hat er schon einiges auf dem Buckel". Für den Coach ist das Spiel in Kiel ein besonderes: "Es gibt in der Liga wohl kaum eine größere Aufgabe, als in Kiel zu bestehen." Dem pflichtet sein Regisseur Olsen bei - auch wenn man sich eine Menge vorgenommen habe: "Gegen eine der besten Mannschaften der Welt wollen wir über 60 Minuten gut spielen. Dann werden wir sehen, was dabei herauskommt."

KN: Aufbruch der Riesen

Kiel. Woche der Einschulung in Kiel. Hunderte Erstklässler stehen aufgeregt mit der Schultüte in der Hand vor einem neuen Abschnitt in ihrem Leben. So war es gestern auch an der Grundschule Russee, was die Bundesliga-Cracks des THW Kiel nachmittags zwang, zum Training nach Wellsee auszuweichen. Für die Neuzugänge des Handball-Rekordmeisters beginnt heute ebenfalls ein neuer Lebensabschnitt. Zwar wurden sie bereits im August beim „Unser Norden“-Cup vorgestellt und durften sich auf dem neuen Hallenboden „einlaufen“. So richtig ernst wird es aber erst bei der Bundesliga-Heimpremiere gegen den TSV Hannover-Burgdorf (20.15 Uhr, Sparkassen-Arena).

Und so nahmen die beiden neuen Kieler Riesen Christian Dissinger (2,02 Meter) und Rogerio Ferreira (2,04 Meter), gestern schon mal den neuen Hallenboden unter die Lupe, standen auf den leeren Rängen der Sparkassen-Arena, als würden sie eine Nachricht an die Konkurrenz senden, die lautet: "Das ist unsere Festung, und die Punkte behalten wir in Kiel." Noch 31 der insgesamt 35 Partien allein bis zum Jahresende sind für die Zebras zu absolvieren – neun im September, je sieben im Oktober und November sowie acht im Dezember, eine mörderische Taktung. Vor seinem Pflichtspieldebüt in der Sparkassen-Arena gab sich der 23-jährige Dissinger allerdings cool: "Natürlich geht es jetzt um was, und man weiß noch nicht genau, wo man steht. Aber ich bin entspannt, wir haben zuletzt gut trainiert." Heute Abend gegen Hannover erwartet Dissinger einen "harten Fight". "Es wird darauf ankommen, möglichst wenig Fehler zu machen."

"Riesen" hat auch THW-Linksaußen Rune Dahmke beim Video-Studium in den Reihen des TSV Hannover-Burgdorf ausgemacht. Und: "Die haben eine richtig gute, spielerisch stark aufgestellte Mannschaft, die meiner Meinung nach in den Top Fünf oder Sechs mitspielen kann." Mit den Riesen meint Dahmke die Neuzugänge Malte Semisch im Tor der Hannoveraner "Recken" (2,08 Meter; TuS N-Lübbecke) und das umworbene 22-jährige Supertalent Erik Schmidt am Kreis (2,04 Meter; Schuhgröße 53) vom Erstliga-Absteiger TSG Ludwigshafen-Friesenheim. Noch mehr erhofft sich der Verein (Jahresetat 3,2 Millionen Euro) jedoch von Rückkehrer Morten Olsen. Der 30-jährige Däne kam nach zwei Jahren in Frankreich (Saint-Raphaël Var HB) und Katar (Al-Rayyan SC) nach Niedersachsen zurück.

Der dänische Nationalspieler soll möglichst an seine starke Saison 2012/2013 anknüpfen. Damals wurde der TSV Sechster und qualifizierte sich für den EHF-Cup. Besonderen Respekt zeigte Olsen gestern im Gespräch vor seinem Nationalmannschaftskollegen Niklas Landin im THW-Tor: "Er ist der beste Torwart der Welt. man kann ihn nie ganz ausschalten."

Heute Abend wird der TSV ohne Rechtshänder Torge Johannsen, der sich beim 26:23-Auftaktsieg gegen Frisch Auf Göppingen am Knie verletzte, auflaufen. Ein Fragezeichen stand gestern zudem noch hinter dem Einsatz von Sven-Sören Christophersen, der nach Hüft-OP, Fußverletzung und Bluterguss weiter gehandicapt ist. An der Seitenlinie steht beim TSV neuerdings Jens Bürkle (34), der Christopher Nordmeyer nach dessen Rücktritt in diesem Sommer ersetzte. Eine mutige Verpflichtung, verfügt doch der bisherige Trainer des Zweitligisten DJK Rimpar über keinerlei Erstliga-Erfahrung. Mit ihm sollen die "Recken" einen Europapokal-Platz zurückerobern.

Vor seinem heutigen Bundesliga-Debüt und seinem zugleich ersten Auftritt an der Ostsee erklärte Bürkle: "Es gibt in der Liga wohl kaum eine größere Aufgabe, als in Kiel zu bestehen."

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 02.09.2015)

KN: Nach dem Schlusspfiff in die Fan-Arena

Die Fans des THW Kiel dürfen sich ab heute auf ein neues Aftershow-Programm bei den Heimspielen in der Sparkassen-Arena freuen. Am neu eingerichteten "Ball.Point" im Food Court zwischen den Bereichen E3 und E4 geht es künftig ums Klönen und Fachsimpeln. Der als "Fan-Arena" von den Zebra-Verantwortlichen geplante Treffpunkt wird nicht nur vor, sondern auch nach den Spielen des THW geöffnet sein (Einlass bis 90 Minuten nach Spielschluss) und mit eigens von "Eat the Ball" für die THW-Fans kreierten Burgern und kühlen Getränken locken. Und der ganz besondere Clou: Nach der offiziellen Pressekonferenz wird bei jedem Heimspiel einer der THW-Stars am "Ball.Point" Rede und Antwort stehen und im Live-Interview das Spiel analysieren. Den Auftakt macht heute Abend Linksaußen Rune Dahmke.

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 02.09.2015)

 

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