Klarer Start-Ziel-Sieg gegen den Bergischen HC

Bundesliga
Mittwoch, 30.09.2015 // 22:00 Uhr

Der THW Kiel hat in der DKB Handball-Bundesliga einen sicheren Heimsieg eingefahren: Beim 38:29 (19:13) gegen den Bergischen HC war bereits zur Pause eine Vorentscheidung gefallen, nachdem sich die spielfreudigen "Zebras" von 14:12 auf 18:12 abgesetzt hatten. Bester Torschütze war Steffen Weinhold mit neun Treffern. Der Linkshänder brillierte nicht nur im angestammten rechten Rückraum, sondern zeitweise auch als Regisseur des Kieler Spiels. 

"Zebras" ohne fünf

Klasse am Kreis: Patrick Wiencek erzielte fünf Treffer.

Auch vor dem Spiel hatten die 10.285 Fans in der ausverkauften Sparkassen-Arena etwas zu feiern: Mit einem kurzen Einspieler auf dem Videocube gab Linksaußen Rune Dahmke seine Vertragsverlängerung bekannt (siehe Extra-Artikel). Danach galt es, durchzuzählen: Neben den Langzeitverletzten Dominik Klein und Torsten Jansen fehlte gegen den Bergischen HC auch der erkrankte Christian Dissinger. Niclas Ekberg (Schulter) saß zwar auf der Bank, sollte aber geschont werden. Neuzugang Rogerio Ferreira war hingegen nicht in der Sparkassen-Arena: Er reiste zur Handball-Militär-Weltmeisterschaft nach Seoul (Südkorea) und wird den "Zebras" rund 14 Tage nicht zur Verfügung stehen. Dafür meldete sich aber der grippegeschwächte Domagoj Duvnjak einsatzbereit.

THW startet famos

Bester Torschütze für die Gäste war Alexander Oelze (10/5).

Die Kieler starteten famos in die Partie: Nach fünf Minuten hatte Niklas Landin bereits seine sechste Parade auf dem Konto, und vorne ließen es Duvnjak, Joan Canellas, Weinhold und Dahmke mit viel Tempo krachen: 5:1 stand es nach sieben Minuten, die Gäste hatten dem Kieler Sturmlauf aus einer beweglichen Abwehr heraus wenig entgegen zu setzen. Neun Minuten lang trafen die "Löwen" nicht aus dem Feld, blieben nur aufgrund Oelzes verwandelter Siebenmeter dran. Nach Dahmkes Rückraum-Wurf und Duvnjaks genialem Wackler drohte den Gästen beim 3:8 und wenig später beim 4:10 durch Dahmke ein kräftiger Toreschauer. BHC-Coach Sebastian Hinze musste reagieren und brachte das ehemalige "Zebra" Viktor Szilagyi.

4:0-Lauf zum Pausenvorsprung

Dragos Oprea machte seine ersten Bundesliga-Tore für den THW Kiel.

Mit dem österreichischen Mittelmann kam Struktur in den BHC-Angriff, und die Fehlerquote minimierte sich. In Unterzahl robbten sich die Bergischen durch Oelze und Szilagyi auf 9:12 heran, die Kieler 6:0-Abwehr hatte ihre Probleme. Nach Gunnarssons 11:13-Anschluss stellte Alfred Gislason die Kieler Defensive um und brachte Nikolas Katisigiannis im Tor - der führte sich mit einem maßgeschneiderten Pass auf Wiencek zum 14:11 ein, nach Oelzes fünftem Treffer war es seine gegen Weiß, die den starken Kieler Schlussspurt einleitete. Weinhold bediente Wiencek: 15:12. Die "Katze" ließ den inzwischen für den leicht angeschlagenen Dahmke gekommenen Dragos Oprea zu seinem ersten THW-Bundesliga-Tor sprinten. Dann schnappte sich Weinhold in der Deckung den Ball und schickte Sprenger: 17:12, ehe Marko Vujin vom Siebenmeterstrich die erneute Sechs-Tore-Führung einnetzte. Mit diesem Vorsprung ging es dann in die Pause.

Sonnabend Derby gegen Flensburg

Am Sonnabend Gegner des THW Kiel: die SG Flensburg-Handewitt.

Jetzt blickt Handball-Deutschland erwartungsfroh auf den Sonnabend, wenn es ab 17:30 Uhr in der Sparkassen-Arena zum einzig wahren Derby gegen die SG Flensburg-Handewitt kommt. Das 85. Duell beider Teams ist dieses Mal ein europäisches, ist es doch Teil der Gruppenphase in der "VELUX EHF Champions League". "Unsere Mannschaft will am Sonnabend unbedingt zwei Punkte holen", sagt THW-Geschäftsführer Thorsten Storm. "Gegen eine Flensburger Mannschaft, die Paris Saint Germain aus den Angeln gehoben hat, wird das eine ganz schwierige Aufgabe. Unsere Mannschaft braucht deshalb eine richtige Derby-Atmosphäre, die ihnen Rückenwind gibt." Auf die Unterstützung der Fans baut auch Kapitän Rene Toft Hansen: "Das ist ein richtig wichtiges Spiel für uns, in dem uns unsere Fans helfen müssen!"

Noch 500 Tickets erhältlich

Noch gibt es rund 500 Stehplatztickets (13,50 Euro) für das heiß ersehnte Duell zwischen den Landes-Rivalen. Diese können THW-Fans an allen bekannten Vorverkaufsstellen, im Ticketcenter der Sparkassen-Arena, bei CITTI, in der KN-Kundenhalle, in vielen famila-Märkten und online (mit Print@Home zum Selbstausdrucken) im THW-Ticketshop (jetzt direkt Karte sichern!) kaufen. Resttickets gehen am Sonntag ab 15:30 Uhr an die Tageskasse. Auf geht's, Kiel - Sonnabend ist Derby-Tag!

Führung wird ausgebaut

Starker Rückhalt im zweiten Durchgang: Nikolas Katsigiannis.

Nach dem Wechsel sollte Katisigiannis die ersten Ausrufezeichen setzen: Der Kieler Keeper holte sich einen Wurf von Artmann, parierte einen Rückraumkracher von Herrmann, und brachte hinter einer schnellen, beweglichen Kieler Deckung weitere BHC-Spieler zur Verzweiflung. Die Folge: Nach fünf Minuten war der Vorsprung auf acht Tore angewachsen, und dann machte der "Regisseur" alles klar: Steffen Weinhold gestaltete auf der Mitte, gab Duvnjak so Verschnaufpausen - und drehte richtig auf. Binnen drei Minuten traf Weinhold zweimal, bediente mit einem weiten Pass von Halbrechts den Linksaußen Oprea und brachte Wiencek in Position. Als "Katze" dann erneut parierte und Duvnjak Sprenger auf den Weg schickte, hatten die "Zebras" erstmals zehn Tore Vorsprung (41.), nach der Gäste-Auszeit erhöhte Erlend Mamelund gar auf 28:17.

Zebra-Auftritt machte Spaß

Dreierpack aus dem Rückraum: Erlend Mamelund.

Die "Zebras" hatten sichtlich Spaß, bejubelten weitere Oprea-Treffer, bestaunten Mamelund, der sogar mit einem Sprungwurf einnetzte (33:22, 52.) und mit einem Lattenkracher seinen Kapitän Rene Toft Hansen mustergültig in Szene setzte, und freuten sich mit dem überragenden Weinhold. Einzig das Schiedsrichtergespann schien etwas gegen einen tollen Handballabend zu haben - und zog sich nach einem Foul an Toft Hansen, das es als falsche Sperre des Dänen wertete, und einem elend lange vorgetragenen BHC-Angriff - bei dem der Arm als Anzeige des passiven Spiels mehr als eine Minute oben blieb, ohne aber von einem Pfiff gefolgt zu werden - den Unmut der Zuschauer zu. Die waren kurz darauf aber wieder versöhnt,  jubelten wenig später lieber über den Sprenger-Doppelpack zum 37:26 und liebäugelten nach Opreas 38:27 (58.) sogar ein bisschen mit der magischen 40-Tore-Marke. Diese sollte allerdings nicht mehr fallen - Ovationen und La Ola gab es trotzdem für einen Auftritt der "Zebras", der Spaß gemacht hatte.

 

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