KN: Auf der Suche nach den Optionen

Bundesliga
Freitag, 11.09.2015 // 13:34 Uhr

Kiel. Schnell, gefährlich, weniger ausrechenbar: Der THW Kiel präsentierte sich am Mittwoch in eigener Halle gegen Lemgo stark. Das Erfolgsrezept gegen die Gäste aus dem Lipperland: Eine stabile Abwehr und eine variable Offensive. Die Zebras scheinen Fahrt aufzunehmen.

Von Beginn an hatte der TBV dem Tempohandball der Kieler wenig bis gar nichts entgegenzusetzen. Aus der soliden 6:0-Deckung heraus spielte der Meister schnell nach vorne, schlug sowohl aus der Angriffsformation als auch im Tempogegenstoß zu. "Eigentlich wollte ich die Abwehrsysteme immer mal wieder wechseln. Wir haben auch mit der 6:0 angefangen, um Dule zu schonen", erklärte THW-Trainer Alfred Gislason. Dule, also Domagoj Duvnjak, tat die Pause in der Deckung sichtlich gut, er verwandte seine Kräfte darauf, in der Offensive die Fäden zu ziehen. "Wir haben richtig gut gespielt und den Ball laufen lassen. Wir hatten richtig Spaß heute", sagte der Kroate nach dem Spiel. "Wir haben richtig stark nach vorne gespielt", fand auch Christian Sprenger.

Der Rechtsaußen war bei seinem ersten Auftritt in dieser Saison einer der Profiteure des facettenreichen Spiels. Der 32-Jährige hatte von Gislason den Vorzug gegenüber Niclas Ekberg erhalten. "Ekberg hat gut gespielt, aber ich habe zwei Leute auf dieser Postition. Sprenger war einfach dran", sagte der Isländer. Christian Dissinger rückte zudem für den verletzten Joan Canellas in den linken Rückraum. "Er hat uns mit seinem Tempo im Angriff gut getan", befand der Coach. Den Zebras gelang es so, über viel Bewegung und Zirkulation im Rückraum das Spiel in die Breite zu ziehen und immer wieder die Außen und den Kreis einzusetzen. Sprenger und Linksaußen Rune Dahmke nutzten diese Freiräume und erzielten fünf respektive zwei Treffer. Kreisläufer Patrick Wiencek steuerte sechs Treffer bei – fast die halbe Miete beim 32:23. "Wenn wir so spielen, sind wir von überall gefährlich", hatte Dahmke sichtlich Freude am Angriffsspiel des THW.

Die Kieler waren deutlich unberechenbarer als in den vergangenen Spielen, als die große Mehrzahl der Angriffe aus dem Rückraum abgeschlossen wurde. Mehr Tempo, mehr Optionen, mehr Offensivkraft. Kommt der THW jetzt richtig auf Touren? "Wir brauchen ein bisschen Zeit, um alles perfekt umzusetzen", forderte Duvnjak Verständnis für noch schwankende Leistungen bei den Zebras. "Wir müssen uns noch richtig finden", meinte auch Sprenger. Am Mittwochabend schien die Suche wenn nicht beendet, so doch zumindest fortgeschritten. Das gilt auch für das Zusammenspiel zwischen Torhüter und Abwehr. "Das wird von Spiel zu Spiel besser", lautet die Einschätzung Gislasons, der Niklas Landin erstmals über die vollen 60 Minuten auf die Platte schickte. "Wir kommen so langsam in die Gänge."

(Aus den Kieler Nachrichten vom 11.09.2015 von Niklas Schomburg, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

 

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