Mittwoch ist der ThSV Eisenach zu Gast

Bundesliga
Montag, 12.10.2015 // 15:46 Uhr

Nach der "VELUX EHF Champions League" ist vor der DKB Handball-Bundesliga: Am Sonntag kehrten die "Zebras" von der erfolgreichen 37:23-Königsklassen-Reise bei Orlen Wisla Plock zurück, am Montag begann die Vorbereitung auf das nächste Spiel in der "stärksten Liga der Welt". Mittwoch ist ab 20.15 Uhr der Aufsteiger ThSV Eisenach zu Gast in der Sparkassen-Arena. Zwischenstände liefert der Liveticker auf der THW-Homepage, und noch gibt es Tickets für die Partie. 

Live gibt's nur in der Arena

Das Spiel gegen den ThSV Eisenach ist eine der wenigen THW-Partien, die bis Weihnachten nicht im Fernsehen oder im Internet gezeigt werden. Live gibt es deswegen nur den Ticker unter www.thw-handball.de und das Erlebnis in der Sparkassen-Arena, für das es noch rund 200 Sitz- und Stehplatztickets in nahezu allen Kategorien gibt. Karten für die Partie gibt es im Online-Ticketshop (mit Print@Home-Variante zum Selbstausdrucken: Jetzt direkt hier buchen!), im Ticketcenter der Sparkassen-Arena, bei CITTI, in der Kundenhalle der Kieler Nachrichten, in vielen famila-Märkten, telefonisch unter 01806 / 300 234 (gebührenpflichtig) und an allen bekannten Vorverkaufsstellen. Die Abendkasse hat am Spieltag durchgängig bis zum Anpfiff geöffnet.

Wiederaufstieg nach nur einem Jahr Zweitklassigkeit

Führte Eisenach zurück in die erste Liga: Velimir Petkovic.

Mit dem ThSV Eisenach fordert erstmals in dieser Spielzeit ein Aufsteiger den THW Kiel heraus. Nach dem Abstieg in die zweite Liga und einem Fehlstart im Unterhaus übernahm der erfahrene Trainer Velimir Petkovic vor einem Jahr das Zepter bei den Thüringern, die daraufhin einen furiosen Spurt von Rang zehn über den Aufstiegsplatz zwei bis in die DKB Handball-Bundesliga hinlegten. Jetzt ist das erklärte Ziel der Eisenacher der Klassenerhalt. "Die Aufgabe für uns ist natürlich enorm schwierig", sagt Manager Karsten Wöhler, der von 1995 bis 1998 das THW-Trikot trug und von der Förde in die Stadt unterhalb der Wartburg wechselte. "In schöner Regelmäßigkeit gehören die Aufsteiger auch zu den Absteigern. Im Rahmen unserer finanziellen Mittel haben wir gute Spieler verpflichtet. Mit Velimir Petkovic haben wir zudem einen erfahrenen Erstligatrainer. Gemeinsam werden wir alles geben, um auch nächstes Jahr Erstligahandball in Eisenach bieten zu können."

Bisher zwei ThSV-Heimsiege

Slowakischer Nationalspieler auf Rechtsaußen: Tomas Urban.

Der Neustart in der "stärksten Liga der Welt" gelang: Gleich am ersten Spieltag wurde in der altehrwürdigen Werner-Aßmann-Halle, die der ThSV für 140.000 Euro aus der eigenen Schatulle provisorisch umbauen und mit einer Tribüne auf der bisher Medienvertretern und Mannschaften vorbehaltenen Seite ausstatten lassen musste, um die Lizenz von der DKB Handball-Bundesliga zu erhalten, gefeiert: Mit 31:30 wurde der TuS N-Lübbecke besiegt. Danach zahlte die ThSV-Truppe allerdings bis auf einen Heimsieg gegen Balingen gegen höher eingeschätzte Gegner wie den HSV (23:37), die Rhein-Neckar Löwen (25:39) und Frisch Auf Göppingen (21:31) eine Menge Lehrgeld. Petkovic ist trotzdem nicht unzufrieden mit dem Start seiner Mannschaft: "Wir sind in der starken ersten Liga im Soll. Es gab auswärts ein paar Probleme und ein paar höhere Niederlagen, aber wir haben nichts verloren, was wir nicht hätten verlieren sollen."

Minden-Karte für das Eisenach-Spiel

Weil zum Zeitpunkt des Dauerkarten-Verkaufs die Auf- und Abstiegssituation noch nicht geklärt war, müssen einige Dauerkarten-Inhaber für die Partie am Mittwoch ein wenig umdenken: In ihrem Dauerkarten-Block befinden sich unter Umständen einige Karten mit "veralteten" Gegnerbeschreibungen. Für die Partie gegen den ThSV gilt das Ticket 5 (GWD Minden). Für alle THW-Fans öffnet auch wieder die Fan-Arena am Ball.Point (Block E4) ihre Pforten: Dort gibt es leckere THW-Burger von "Eat the Ball" und kühle Getränke. Nach dem Spiel und der Pressekonferenz wird dieses Mal Christian Dissinger zum Interview in der Fan-Arena erwartet.  

Schiedsrichter feiern Sparkassen-Arena-Debüt

Schiedsrichter der Partie sind Ramesh Thiyagarajah und Suresh Thiyagarajah aus dem Elite-Anschlusskader des DHB, die mit dem Anpfiff um 20.15 Uhr nach bisher 102 DHB-Einsätzen in anderen Hallen ihr Debüt in in der Sparkassen-Arena feiern. Gegen den ThSV Eisenach bestritt der THW Kiel bisher 16 Bundesliga-Partien, von denen die Zebras 14 gewannen. Die Heimbilanz gegen den Aufsteiger ist makellos: Nach allen acht Heimspielen jubelten bisher die "Zebras" (siehe Gegnerstatistik im THW-Archiv). Das soll sich natürlich auch am Mittwoch nicht ändern. "Wir wollen keine Punkte mehr liegen lassen", sagt THW-Kapitän Rene Toft Hansen. "Deswegen werden wir am Mittwoch mit vollem Einsatz in die Partie gehen." Auf gehts, Kiel!

Neun Spieler gingen

Kam aus Emsdetten: Kreisläufer Olafur Bjarki Ragnarsson.

Für das "Unternehmen Bundesliga" wurde die Eisenacher Mannschaft umgekrempelt. "Es gab einen großen Schnitt. Wir sind mit einer wesentlich jüngeren Mannschaft als 2013 in die Erstliga-Saison gestartet", erklärt Manager Wöhler. Mit den Verstärkungen soll auch der Aderlass kompensiert werden, den der ThSV nach dem Aufstieg erlitten: Die Eisenacher verloren in Bjarki Elisson einen ihrer Haupt-Torschützen an die Hauptstadt-Füchse. Mit Dener Jaanimaa (HSV Hamburg), Aivis Jurdzs (SC DHfK Leipzig), Jan Forstbauer und Rene Villadsen (beide MT Melsungen) gingen gleich fünf Spieler zu Erstliga-Konkurrenten. Hannes Jon Jonsson wechselte in die erste Liga Österreichs, und Stanislaw Gorobtschuk (SG BBM Bietigheim), Girts Lilienfelds (HSC Coburg) sowie Tomas Sklenak (TV Hüttenberg) schlossen sich Zweitligisten an. 

Neun Neuzugänge

2,07 Meter großer Neuzugang aus Russland: Azat Valiullin.

Den neun Abgängen zum Teil erfahrener Akteure setzte der ThSV neun Neuzugänge entgegen, die zum Teil bereits Champions-League-, EHF-Cup und Bundesligaluft schnupperten: Bogdan Criciotoui (TSG Friesenheim), Dirk Holzner (HG Saarlouis), Patrick Hruscak (HC Empor Rostock), Jan-Steffen Redwitz (TV Neuhausen), Azat Valiullin (Lokomotive Tschelyabinsk/RUS), Olafur Bjarki Ragnarsson (TV Emsdetten), Dusko Celica (RK Zagreb), Tomas Urban und Svetislav Verkic (beide Tatran Presov/Slowenien) kamen, um mit Eisenach den Klassenerhalt zu schaffen. "Die Frage ist, wie schnell das Team zu einer richtigen Einheit wird, wie schnell sich die vielen neuen Spieler an die stärkste Liga der Welt gewöhnen", beschreibt Wöhler die größte Herausforderung für sein neu zusammengestelltes Team. 

Drei verletzten Neue

Momentan verletzt: Dusko Celica.

Gebremst wird Eisenach auch in dieser Saison von unheimlichem Verletzungspech: Mit Bogdan Criciotoiu (Anbruch Mittelhand) und Patrik Hruscak (Innenband-Verletzung im Knie) fallen zwei Neuzugänge und etatmäßigen Linkshänder aus dem rechten Rückraum verletzt aus. Hinzu gesellt sich mit Dusko Celica (Außenbandriss) ein weiterer Neuzugang, auf den die Eisenacher Verantwortlichen gebaut haben. "Die personalle Lage ist sehr angespannt", so Wöhler. "Mit Dusko Celica, Bogdan Criciotoiu und Patrik Hruscak fallen gleich drei wichtige Rückraumspieler aus, die in Abwehr und Angriff fehlen." Doch als Ausrede wollen weder Wöhler noch Petkovic diese Misere gelten lassen: "Wir haben viele Verletzte, und der THW hat in der vergangenen Woche gegen die Löwen verloren. Das wird ein heißes Spiel", kündigt Petkovic einen harten Kampf seiner Mannen am Mittwoch an. 

KN: "Wir dürfen in Kiel nicht vor Ehrfurcht erstarren"

Kiel. Vor genau einer Woche, der THW Kiel hatte in der Handball-Bundesliga soeben bei den Rhein-Neckar Löwen die dritte Saisonniederlage kassiert (20:24), sagte Zebra-Kapitän René Toft Hansen folgenden Satz: "Wenn wir jetzt noch einmal verlieren, ist es mit der Meisterschaft vorbei." Klare Worte. Heute Abend (20.15 Uhr, Sparkassen-Arena) beim Spiel gegen Aufsteiger ThSV Eisenach ist die Gefahr, dass aus den Befürchtungen des Kieler Abwehrchefs Realität wird, gering.

Nicht nur, weil die Männer von der Wartburg Aufsteiger sind und neu formiert, sondern weil sie zu allem Überfluss auch noch stark ersatzgeschwächt sind. Nach nur zwei Siegen steht das Team von Trainer-Routinier Velimir Petkovic mit vier Punkten auf Rang 16 der Tabelle. "Wir dürfen in Kiel nicht vor Ehrfurcht erstarren", sagt Petkovic. Gar nicht so einfach: Nach dem Aufstieg zogen mit Bjarki Elisson (Füchse Berlin), Dener Jaanimaa (HSV), Aivis Jurdzs (SC DHfK Leipzig), Jan Forstbauer und René Villadsen (beide MT Melsungen) fünf Spieler zur Erstliga-Konkurrenz. Drei Neuzugänge - Bogdan Criciotoiu (TSG Friesenheim; Handbruch), Patrik Hruscak (Empor Rostock; Knie) und Dusko Celica (RK Zagreb; Außenbandriss) - fallen dazu im Rückraum verletzt aus. "Die personelle Lage ist sehr angespannt", sagt Karsten Wöhler (40), selbst von 1995 bis 1998 THW-Spieler und seit 2009 Manager beim ThSV.

Dennoch will THW-Coach Alfred Gislason den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen. "Petko wird alles versuchen, um uns aus der Ruhe zu bringen", sagt der Isländer und warnt. Nicht nur vor dem 2,07 Meter großen Russen Azat Valiullin im Rückraum, sondern auch vor "starken Kreisläufern und Außen". Gislason selbst kann heute Abend auch auf den in der Bundesliga bereits spielberechtigten Igor Anic sowie auf den von den Militär-Weltspielen in Südkorea zurückgekehrten Rogerio Ferreira bauen. Der Kreisläufer hinterließ im Brasilien-Trikot einen derart guten Eindruck, dass er kurzerhand für den Supercup im November nominiert wurde. Glücklich postete der 21-Jährige auf Facebook: "Es gibt nichts Besseres als nach Hause zu kommen und zu erfahren, dass ich Brasilien beim Supercup in Deutschland vertreten werde."

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 14.10.2015)

 

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