Mittwoch werden die "Zebras" in Lübbecke gefordert

Bundesliga
Montag, 16.03.2015 // 09:06 Uhr

Keine Verschnaufpause nach dem erfolgreichen Teil eins der Derbywoche: Drei Tage nach dem grandiosen 30:21-Erfolg der "Zebras" im Achtelfinal-Hinspiel der "VELUX EHF Champions League" in Flensburg richtet sich das Augenmerk des Rekordmeisters wieder auf die heimische DKB Handball-Bundesliga: Am Mittwoch fordert der TuS N-Lübbecke die "Zebras" in der Merkur-Arena zum Punkte-Tanz auf. Anpfiff ist um 20.15 Uhr, Sport 1 überträgt die Partie live. Informationen gibt es auch im Liveticker auf der THW-Homepage.

Volle Konzentration auf Lübbecke

"Das Spiel in Flensburg ist jetzt abgehakt, wir konzentrieren uns voll auf Lübbecke", sagt Dominik Klein. "Da geht es um zwei wichtige Punkte im Meisterschaftsrennen. Und die wollen wir uns holen!" Die Partie am Mittwoch ist die Rückkehr in jene Halle, in der die "Zebras" im vergangenen Jahr mit einem unglaublichen Sturmlauf in der Schluss-Viertelstunde beim 35:21 am vorletzten Spieltag wichtige Tore auf dem Weg zum 19. Meistertitel gut machten.

Schöngarth verletzt

Top-Torschützen Jens Schöngarth wird am Mittwoch voraussichtlich fehlen.

Lübbeckes Nationalspieler Jens Schöngarth, mit bisher 100 Treffern gemeinsam mit Mittelmann Drago Vukovic bester TuS-Torschütze, wird gegen den THW voraussichtlich fehlen: Der 26-Jährige hatte sich am 14. Februar im Bundesligaspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf einen Kapselriss und ein Knochenödem im kleinen Finger der linken Hand zugezogen und wird wohl noch drei Wochen ausfallen. Gabor Langhans, der sich unlängst eine Leistenzerrung zuzog, wird hingegen einsatzfähig sein. Bei den Kielern steht hinter Torhüter Andreas Palicka, der sich in Flensburg mit Oberschenkelproblemen auswechseln lassen musste, dem grippekranken Christian Sprenger und dem immer noch muskulär angeschlagenen Patrick Wiencek ein Fragezeichen.

Bisher drei Punkte im Jahr 2015

Der TuS N-Lübbecke befindet sich nach einem Auf und Ab in dieser Saison noch immer in Abstiegsgefahr. Lediglich drei Punkte trennen das "stärkste Dorf im Land" momentan von Platz 16, weshalb die Ostwestfalen auch gegen den THW Kiel richtig Gas geben werden. Denn jeder Punkt zählt im spannendsten Kampf um den Nichtabstieg seit Jahren. Die Lübbecker hatten nach der WM-Pause ein hartes Programm: Drei Punkte holte die Mannschaft von Dirk Beuchler, die wir bereits im Vorbericht zum Hinspiel ausführlich vorgestellt hatten, aus den fünf Begegnungen seit Anfang Februar. Gegen Hannover gab es ein Unentschieden, und die HSG Wetzlar wurde mit 27:26 besiegt. 

Heimsiege gegen Top-Teams

Bisher 100 Tore: Mittelmann Drago Vukovic.

Einen Großteil der bisher 20 Punkte holte der TuS aber auf fremdem Terrain. Zuletzt gab es in Flensburg, Hamburg und Melsungen gab es hingegen nichts zu holen. Allerdings: In Flensburg (13:13 zur Pause) zeigte der TuS, das er an einem guten Tag jeder Mannschaft gefährlich werden kann. Zuletzt verloren die Lübbecker 23:32 bei der MT Melsungen und scheiterten dabei vor allem an 27-Paraden-Torhüter Mikael Appelgren. Aber: Fünf Siegen in der Fremde stehen bisher erst drei Heimerfolge entgegen. Diese hatten es allerdings in sich, mussten in der Merkur-Arena in dieser Spielzeit unter anderem schon der Tabellenvierte aus Magdeburg (25:29) und der -fünfte aus Göppingen (27:29) dem Gastgeber zum Sieg gratulieren. 

Weinhold erwartet enge Partie

Die Kieler werden am Mittwoch voll konzentriert zur Sache gehen müssen, um zwei weitere wichtige Punkte im Meisterschaftsrennen einfahren zu können. "Das Pokalspiel in Kiel hat gezeigt, dass Lübbecke ein sehr schwer zu spielender Gegner ist. Es wird eine enge Partie, aber wir wollen natürlich gewinnen", sagt Steffen Weinhold und erinnert noch einmal an das bisher letzte Aufeinandertreffen beider Mannschaften: Im Dezember hatten die "Zebras" im Pokal-Achtelfinale erst in letzter Sekunde einen 30:29-Sieg gegen den TuS feiern dürfen. Die statistischen Vorzeichen vor dem Liga-Duell sind hingegen eindeutiger: Zuletzt verloren die "Zebras" 2002 in Lübbecke, feierten seitdem 20 Liga-Siege gegen den TuS in Folge (siehe Gegner-Statistik im THW-Archiv)

THW reist Dienstag nach Ostwestfalen

Die Kieler werden bereits am Dienstag nach Lübbecke reisen, um eine optimale Vorbereitung auf das Spiel beim TuS zu gewährleisten. Dieses wird von den beiden Unparteiischen Peter Behrens und Marc Fasthoff, die bisher fünf THW-Partien leiteten, um 20.15 Uhr angepfiffen. Sport1 zeigt das Spiel live, zeitnahe Informationen liefert auch der Liveticker auf der THW-Homepage. Auf geht's, Kiel!

KN: Gegner des THW Kiel will Handballmeister nur ein wenig „ärgern“

Kiel. Drei Tage nach dem grandiosen 30:21 (16:9)-Erfolg im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei der SG Flensburg-Handewitt ist Handballmeister THW Kiel in der Liga gefordert. Gastgeber ist heute (20.15 Uhr/live bei Sport1) der TuS N-Lübbecke. Die Zebras traten die rund 350 Kilometer lange Reise nach Westfalen bereits gestern an, im Mannschaftsbus fehlten Andreas Palicka und Christian Sprenger.

Der Rechtsaußen, der wegen einer Grippe in Flensburg nicht mitwirken konnte, reist möglicherweise heute hinterher. Palicka dagegen wird dem THW wegen eines Sehnenanrisses im Oberschenkel noch wochenlang fehlen. Der Torhüter ist in der Zebraherde eine Art Lübbecke-Experte. Zuletzt stellte er dies im eng umkämpften Hinspiel (24:21) unter Beweis, das er mit einer spektakulären Doppelparade in der Schlussminute entschied. Für ihn reiste der dänische Nachwuchsmann Kim Sonne mit.

Der TuS kehrte vor sechs Jahren in die Bundesliga zurück und war im Zieleinlauf nie schlechter als Zwölfter. Doch diesmal geht die Abstiegsangst um. Das Team von Dirk Beuchler (14. Platz/20:30 Punkte) trennt nur drei Punkte vom starken Aufsteiger TSG Friesenheim, der als Tabellen-16. das Feld der Abstiegskandidaten anführt.

Ein Grund für die Misere ist das hartnäckige Verletzungspech der Westfalen, die auch gegen Kiel auf Linkshänder Jens Schöngarth (Kapselanriss in der Wurfhand) verzichten müssen. Da auch hinter Gabor Langhans (Leistenzerrung) ein Fragezeichen steht, droht dem TuS der rechte Rückraum auszufallen. Alfred Gislason hat trotzdem großen Respekt. "Wir haben schon zweimal in dieser Saison gegen sie gespielt, beide Male war es sehr schwierig", sagt der THW-Trainer, der sich gut an das dramatische Pokal-Achtelfinale in eigener Halle erinnern kann. Damals stellte Domagoj Duvnjak mit seinem siebten Tor erst 25 Sekunden vor dem Abpfiff die Weichen auf Sieg. "Der TuS verfügt über eine sehr gute Abwehr, in der es ordentlich zur Sache geht", sagt Gislason. "Wir müssen die gleiche Einstellung zeigen wie gegen Flensburg."

In Lübbecke ist der Respekt groß, was auch daran liegt, dass die vergangenen 22 Pflichtspiele gegen den THW verloren wurden. Wenn der TuS eine Chance hat, die Zebras zu besiegen, dann wohl in der 3250 Zuschauer fassenden Merkur-Arena. Hier schlugen die Beuchler-Schützlinge bereits Göppingen (29:27) und Magdeburg (29:25).

Christian Dissinger, Rückraumspieler des TuS, glaubt allerdings nicht an eine Überraschung. "Bei jedem von uns steckt derzeit ein bisschen der Wurm drin", sagte er der "Neuen Westfälischen", deshalb könne das Ziel nur sein, den THW "möglichst lange zu ärgern".

(Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 18.03.2015)

 

Mehr zum Thema

Weiter geht die wilde Fahrt: Auch die nächste Partie des THW Kiel in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga ist ein Auswärtsspiel. Im 55. Pflichtspiel der Saison sind die Zebras am Samstag bei GWD Minden gefordert. Die Gastgeber kämpfen vehement um den Klassenerhalt, auch deshalb werden die Grün-Weißen alles in die Partie gegen den amtierenden Champions-League-Sieger legen. Der Anwurf in der...

10.06.2021

Vor 187 Tagen hat der THW Kiel sein erstes "Geisterspiel" ohne Zuschauer bestritten. Seitdem spielt auch der Handball-Rekordmeister vor leeren Rängen. ZEBRA sprach mit THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi über die vergangenen Monate und eine Perspektive für die Zukunft. 

07.05.2021

Am Sonntag noch spielten zahlreiche Zebras für ihre Nationalmannschaften, am Mittwoch sind sie nun wieder im schwarz-weißen THW-Trikot gefordert. Denn obwohl die aktuelle Spielzeit erst in den letzten Juni-Tagen endet, startet der Rekordmeister THW Kiel bereits jetzt in den vielleicht längsten Endspurt aller Zeiten: Das Marathon-Spurt-Programm der Zebras beginnt am Mittwoch mit dem schweren...

03.05.2021

In der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga werden die Zebras in diesem Monat vor allem auswärts gefordert sein - kein Wunder, hatte der Spielplan in der "stärksten Liga der Welt" doch bisher vor allem Heimspiele für die Kieler vorgesehen: 13 der insgesamt 20 ausgetragenen Partien absolvierte der THW Kiel bisher in der Wunderino Arena, jetzt wird der Mannschaftsbus "KI-EL 1" wieder regelmäßig auf...

08.04.2021

Zum 104. Mal kreuzen am Samstag die beiden Landes-Rivalen die Klingen, zum 104. Mal schaut Sport-Deutschland auf Schleswig-Holstein - das wird ein Derby! Um 18:05 Uhr empfängt der Tabellenzweite SG Flensburg-Handewitt den Tabellenführer THW Kiel zum Kampf um die Tabellenspitze. Zum ersten Mal in der Geschichte dieses traditionsreichen Aufeinandertreffens der beiden Top-Mannschaften wird das Derby...

25.03.2021

Englische Wochen, so weit das Handballer-Auge reicht: Für den THW Kiel geht es bis Ende April im Drei-Spiele-pro-Woche-Rhythmus in die Vollen. Nach dem erfolgreichen Neustart in Coburg am Mittwochabend wartet am Samstag ein harter Brocken auf die Zebras: Zu Gast ist dann die HSG Wetzlar, die dem Rekordmeister in der Hinrunde die einzige Saison-Niederlage in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga...

18.03.2021

Siebtes Spiel innerhalb von 13 Tagen nach zwei Wochen Quarantäne: Am Samstag enden die Wahnsinns-Tage des THW Kiel mit einem Heimspiel. Zu Gast ist ab 20:30 Uhr die HSG Nordhorn-Lingen. Sky überträgt das Duell um zwei wichtige Punkte in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga live aus der Wunderino Arena. Kostenlos dabei sein können THW-Fans auch wieder mit dem Audio-Livestream bei RADIO BOB!....

05.03.2021

Das fünfte Spiel innerhalb von 14 Tagen wird das vielleicht schwerste für die Zebras: Wenn der THW Kiel am Sonntag um 16 Uhr im Traditionsduell der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga auf GWD Minden trifft, sind erstmals in der 116 Jahre alten Vereinsgeschichte keine Fans in der Wunderino Arena (siehe Extra-Artikel). "Das macht uns sehr traurig", sagt THW-Kapitän Domagoj Duvnjak, "aber in diesen Zeiten...

30.10.2020