Sonntag wollen die "Zebras" in Lübbecke nachlegen

Bundesliga
Freitag, 11.09.2015 // 08:26 Uhr

Weiter geht's im Takt: Vier Tage nach dem souveränen 32:23-Sieg gegen den TBV Lemgo bekommt es der THW Kiel am kommenden Sonntag erneut mit einer Mannschaft aus Ostwestfalen zu tun. Der TuS N-Lübbecke empfängt die "Zebras" um 15 Uhr in der Merkur-Arena. Sport1 zeigt die Partie live im Internet-Stream unter tv.sport1.de. Über aktuelle Zwischenstände des Auswärtsspiels in Lübbecke sowie über alle weiteren Begegnungen der DKB Handball-Bundesliga informiert der Liveticker auf der THW-Homepage. Zusätzliche Informationen liefert der Kiel-Liveticker des "Zebra Clubs".

Goran Suton formt neue Mannschaft

Neuer Coach: Goran Suton kam von der HG Saarlouis.

Die vergangene Spielzeit war für den TuS N-Lübbecke eine schwierige. Lange Zeit musste man um den Verbleib des "stärksten Dorfes im Land", wie sich Lübbecke selbstbewusst nennt, bangen. Im März musste Coach Dirk Beuchler gehen, mit der Rettung des Traditionsvereins wurde Sead Hasanefendic betraut. Der schaffte es, dem zuvor auswärts stärkeren TuS eine gewisse Heimstärke einzuhauchen - am Ende hielt Lübbecke mit einem zwölften Platz und vier Punkten Vorsprung die Klasse. Hasanefendic hatte seine Aufgabe erfüllt - von der HG Saarlouis kam vor dieser Spielzeit Goran Suton für den Neuaufbau einer starken Mannschaft. 

Sechs Abgänge - sechs Zugänge

Neuzugang vom TBV Lemgo: Benjamin Herth.

Denn auch die Ungewissheit um den Klassenverbleib sorgte für ordentlich Bewegung im Kader. Christian Dissinger fand seine neue Heimat bekanntlich bei den "Zebras", und der überragende Mittelmann Drago Vukovic ging nach Berlin. Mit Kreisläufer Frank Löke, der sich Drammen HK in seiner norwegischen Heimat anschloss, dem Außen Richard Wöss (zurück nach Österreich), dem vor allem in der Abwehr starken Ales Pajovic (Karriereende) sowie dem Nachwuchs-Torhüter Malte Semisch (Hannover) verließen vier weitere arrivierte Spieler den Verein. Im Gegenzug verpflichteten die Ostwestfalen ebenfalls sechs neue Akteure. Das Ziel von Trainer Suton bei der Zusammenstellung des Kaders: "Ich möchte der Mannschaft eine Identität geben. Wir wollen uns den Respekt der anderen Mannschaften erarbeiten."

Gislason: "Richtig wichtiges Spiel"

Von der aktuellen Tabellensituation der Lübbecker lassen sich die Kieler aber nicht irritieren: "Uns wird in Lübbecke ein hartes Match in einer heißen Atmosphäre erwarten", sagt Marko Vujin. "Wir müssen alles geben und eine sehr gute Leistung abrufen, um dort die zwei Punkte zu holen." Kapitän Rene Toft Hansen sieht das genauso: "Es war nie leicht, in Lübbecke zu punkten. Und das wird es auch am Sonntag nicht sein. Wir dürfen uns keine Schwächen erlauben." Für THW-Trainer Alfred Gislason ist die Partie am Sonntag "ein richtig wichtiges Spiel. Wir werden dort eine starke Leistung brauchen, um zu gewinnen." Wer den THW am Sonntag in Ostwestfalen live unterstützen möchte, kann sich im TuS-Online-Kartenshop noch ein Ticket zum Selbstausdrucken sichern.

51. Duell beider Mannschaften

Von den bisher 50 Bundesliga-Partien beider Mannschaften gegeneinander gewann der THW Kiel 41. Erst einmal trennten sich die "Zebras" und der TuS unentschieden: Am 10. September 1978 gab es am 1. Spieltag ein 14:14. Auch die letzte Kieler Niederlage gegen Lübbecke liegt schon einige Zeit zurück: Am 7. September 2002 unterlag der THW ebenfalls am 1. Liga-Spieltag beim TuS mit 22:24 (siehe Gegnerstatistik im THW-Archiv). In der vergangenen Saison gewannen die Kieler zu Hause knapp mit 24:21 (siehe Spielbericht) und auswärts klar mit 31:24. Schiedsrichter der Partie sind die beiden Hamburger Matthias Brauer und Kay Holm. Auf geht's, THW!

Drei Ex-Lemgoer und Champions-League-Erfahrung

Champions-League-Erfahrung: Matevz Skok wechselte von RK Celje zum TuS.

Dafür setzt Suton bei den Neuzugängen unter anderem auf ein Trio aus der Nachbarschaft: Vom Lokalrivalen TBV aus dem nur rund 50 Kilometer entfernten Lemgo kamen Außen Jens Bechtloff, Mittelmann Benjamin Herth und Trainer-Sohn Tim Suton. "Ich behandle ihn wie jeden anderen Spieler auch", sagt Trainer Goran Suton zur ungewöhnlichen familiären Konstellation. "Tim ist eines der größten deutschen Talente hat mit 19 schon ein Jahr Erstliga-Erfahrung. Ich hoffe, dass er hier zwei weitere Schritte in seiner Entwicklung nach vorn macht." Erfahrung bringt auf jeden Fall Neuzugang Nummer vier mit: Torwart Matevz Skok hat 43 Länderspiele für Slowenien absolviert und kommt vom Champions-League-Club RK Celje.

Vier Niederlagen zum Auftakt

Kam vom HC Vojvodina aus Serbien: Vuk Lazovic.

Für den Kreis verpflichtete man mit Vuk Lazovic einen bärenstarken Montenegriner, der vor allem in der Abwehr den Abgang von Vukovic kompensieren soll. "Er ist ein Kreisläufer mit Herz und gutem Stellungsspiel", sagt Suton über den 1,99-Meter-Mann. Nur wenig kleiner ist Neuzugang Nummer sechs: Der niederländische Nationalspieler Bobby Schagen kam aus Nordhorn und wirbelt auf der Außenbahn. "Das Ziel ist es, besser als in der Vorsaison abzuschneiden", umreißt der TuS-Coach die Vorgabe an seine Mannschaft. Die hatte bisher allerdings Probleme: Nach der Auftaktniederlage in Eisenach setzte es bisher drei weitere Nackenschläge: Dem SC Magdeburg unterlag man zu Hause knapp mit 28:29, in Göppingen verlor Lübbecke mit 22:28, und zuletzt verloren die Ostwestfalen auch das Spiel in Balingen (25:32). Die Konsequenz: Momentan ziert der TuS N-Lübbecke das Tabellenende.

 

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