Unentschieden im Super-Duell: 23:23 gegen die Löwen

Bundesliga
Sonntag, 05.04.2015 // 19:30 Uhr

Das Super-Duell zwischen dem THW Kiel und den Rhein-Neckar Löwen war ein Spitzenspiel, das seinen Namen verdient: Intensiv, packend und mit zwei Teams, die sich keinen Zentimeter Platz gönnten. Am Ende mussten die Kieler, die über weite Strecken der Partie ihren Stempel aufgedrückt hatten, in eine 23:23 (11:10)-Punkteteilung einwilligen. Nur wenige Zentimeter fehlten beim finalen Wurf im Kieler Hexenkessel zum Sieg - von der Latten-Unterkante sprang Aron Palmarssons Wurf in den Schlusssekunden zurück ins Feld.  

Drei-Tore-Führung in der 46. Minute

Domagoj Duvnjak lenkte im zweiten Durchgang das Kieler Spiel und brachte viele Emotionen in die Partie.

Auch nach dem Wechsel glichen sich die Bilder: Der THW legte vor, und die Löwen zogen nach. Das Spiel blieb rassig und bis zur 41. Minute ausgeglichen. Dann traf Duvnjak nach einer Energieleistung, Sonne hielt einen freien Ball von Myrhol und den Gegenstoß versenkte Ekberg zum 17:15. Indes: Bei den folgenden beiden Angriffen scheiterten sowohl Duvnjak als auch Ekberg am "Löwen"-Gebälk, die Gäste blieben dran. Als dann aber Ekberg zwei weitere Gegenstöße versenkte, führten die Kieler mit 19:16 (46.). Die Halle stand Kopf, auch wenn Jacobsen den Kieler Stirmlauf erneut mit der grünen Karte stoppte und die Löwen weiterhin von den Siebenmeter-Entscheidung des Unparteiischen-Duos Geipel/Helbig profitierten.  

THW erneut ohne vier

Starker Rückhalt: Kim Sonne parierte zahlreiche freie Würfe.

Die Halle seit Monaten ausverkauft und eine Atmosphäre, die bereits beim Warmmachen beider Teams brodelte: Alles war angerichtet für das Super-Duell zwischen dem Tabellenführer aus Kiel und dem minuspunktgieichen Verfolger. In dieses musste der THW Kiel wieder ohne vier gegen: Andreas Palicka, Johan Sjöstrand, Dominik Klein und auch Rune Dahmke fehlten dem Rekordmeister in diesem Spiel. THW-Trainer Alfred Gislason setzte erneut auf Nachwuchs-Keeper Kim Sonne und brachte auf Linksaußen den Linkshänder Christian Sprenger.

Gislason wechselt durch

Uwe Gensheimer gab sich vom Siebenmeter-Strich keine Blöße.

Kim Sonne ließ den Hexenkessel gleich mit seiner ersten erfolgreichen Aktion gegen Uwe Gensheimer explodieren, und als Weinhold nach 2:12 Minuten zum ersten Mal einnetzte, hörte man den Torjubel wohl noch auf der anderen Seite der Förde. Fünf Minuten dauerte es, bis Gensheimer vom Siebenmeterstrich das erste Löwen-Tor erzielte, satte neun Minuten vergingen bis zum ersten Feldtor der "Löwen". Doch die "Zebras" schlugen aus ihrer guten Abwehrarbeit im Angriff zu wenig Kapital: Als es nach 15 Minuten immer noch 3:3 stand, nahm Gislason seine erste Auszeit und wechselte durch: Wiencek kam für Toft Hansen, Rasmus Lauge für "Linksaußen" Sprenger, Palmarsson für Cañellas, Jicha für Duvnjak. 

11:10 zur Pause

Tatsächlich war das eine erste Initialzündung: Weinhold nach Schneller Mitte, Vujin im Gegenstoß nach einem Lauge-Steal und Palmarsson in Unterzahl zum 7:4 rissen die THW-Fans von den Sitzen. Sofort reagierte auch Jacobsen mit der Auszeit, und auch diese Maßnahme hatte Erfolg: Per Kempa-Trick traf Petersson Sekunden nach Wiederanpfiff, Gensheimer versenkte einen Gegenstoß und Schmid traf mit einem Hüftwurf. Nach 22 Minuten war beim 7:7 alles wieder ausgeglichen. Kurz darauf gingen die Löwen beim 9:8 durch Schmid sogar in Führung - es sollte die einzige im Spielverlauf bleiben, weil Weinhold, Palmarsson und Lauge mit einer "Fackel" in den Winkel bei einem Gensheimer-Gegentor den 11:10-Pausenstand für die "Zebras" herauswarfen.

Nächstes Top-Spiel in drei Tagen

Für den THW Kiel steht am Mittwoch bereits das nächste Topspiel an: Der SC Magdeburg empfängt die "Zebras" um 20.15 Uhr (live in Sport1) in seinem ausverkauften Hexenkessel "Getec-Arena". Vor den eigenen Fans haben die Magdeburger in dieser Saison erst fünf Punkte dem Gegner überlassen müssen. "Beim SC Magdeburg erwartet uns ein ganz schweres Spiel in einer heißen Atmosphäre. Das wird eine richtig harte Aufgabe", sagt Marko Vujin. Auf geht's, Kiel!

Spannende Schlussphase

Trotz der Intensität des Spiels gingen beide Teams fair miteinander um. Hier hilft Steffen Weinhold Mads Mensah auf.

Dennoch: Das Momentum war nun auf Kieler Seite. Angepeitscht von den unglaublich mitgehenden Fans versenkte Duvnjak nach einem Wackler den Ball zum 20:17, verpasste dann aber beim nächsten Gegenstoß um Zentimeter das "Löwen"-Tor, um kurz darauf Wiencek zum 21:17 zu bedienen (49.). Doch in Überzahl kamen die "Löwen" durch den ansonsten blassen Groetzki und Reinkind wieder heran - die dramatische Schlussphase begann mit einer Auszeit von Gislason (55.). Duvnjak erhöhte, Gensheimer konterte, dann scheiterte Ekberg erneut am Pfosten. Auf der Gegenseite versenkte Gensheimer den fünften Siebenmeter der "Löwen", und nach 58:10 Minuten traf Gensheimer nach einem technischen Fehler der "Zebras" per Gegenstoß zum Ausgleich.  

Erstes Bundesliga-Remis beider Teams

Nach dem Schlusspfiff waren beide Mannschaften mit der Punkteteilung zufrieden.

Jede Aktion hätte nun spielentscheidend sein können. Weinholds Geschoss zum 23:22 beispielsweise, aber auch Reinkinds Ausgleich 59 Sekunden vor dem Ende. Letztlich standen einem Kieler Sieg aber Niklas Landin und erneut die Latte im Weg: Der künftige Kieler Keeper parierte einen freien Wurf von Weinhold, und der letzte Wurf von Palmarsson landete an der Unterkante der Latte. Von dort sprang er zurück ins Feld, aber auch der letzte "Löwen"-Angriff brachte nichts mehr ein. So trennten sich beide Titel-Aspiranten erstmals in ihrer Bundesliga-Geschichte mit einem Unentschieden und lieferten dabei das zweit-torärmstes Duell ab. 

 

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