"Zebras" fegen die "Füchse" aus der Halle

Bundesliga
Donnerstag, 12.03.2015 // 20:07 Uhr

Der THW Kiel hat sich mit einer starken Leistung zurückgemeldet. Acht Tage nach dem bitteren Pokalaus fegten die "Zebras" den 2015 in der Liga noch ungeschlagenen Pokalsieger Füchse Berlin mit 32:18 (16:9) aus der Arena. Vor 10.285 begeisterten Zuschauern war Marko Vujin mit 8/5 Treffern erfolgreichster Torschütze. Eine starke Leistung zeigten auch die Torhüter Andreas Palicka und Johan Sjöstrand mit zusammen 18 Paraden sowie Filip Jicha: Der THW-Kapitän glänzte unter anderem mit fünf Treffern.

Furioser Start

Bester Torschütze gegen Berlin: Marko Vujin.

Die Fans in der ausverkauften Sparkassen-Arena empfingen die "Zebras" mit stehenden Ovationen - und sollten ihrer Mannschaft über 60 Minuten lautstarken Rückenwind geben. Die bedankte sich mit einem furiosen Start: Nach sechs Minuten führten die Kieler, angeführt von einem starken Domagoj Duvnjak, bereits mit 5:1. Einzig Petar Nenadic konnte die Füchse in dieser Phase im Spiel halten, er verkürzte mit seinem dritten Treffer auf 4:7 aus Sicht der Hauptstädter (13.). Zu diesem Zeitpunkt hatte Silvio Heinevetter seinen Kasten längst geräumt - nach sieben Minuten ohne gehaltenen Ball überließ er Petr Stochl das Feld. 

8:0-Lauf in 13 Minuten

Starkes Spiel: Kapitän Filip Jicha erzielte unter anderem fünf Treffer.

Doch auch der Tscheche konnte zunächst wenig ausrichten. Die Kieler spielten sich mit einem starken Abwehr/Andreas Palicka-Verbund in einen wahren Torrausch: 13 Minuten lang kassierten die Kieler keinen Gegentreffer und ließen es vorne krachen. Selbst in Unterzahl dominierten die "Zebras" das Spiel: Der nach 17 Minuten erstmals eingewechselte Filip Jicha drosch den Ball hoch über der Abwehr stehend zum 11:4 ins lange Eck. Und auch vom Siebenmeterstrich gab sich der THW mit einem sicheren Marko Vujin dieses Mal keine Blöße. Die Folge: Mit einem 8:0-Lauf, bei dem sich zahlreiche "Zebras" mit einem Torerfolg beteiligten, zogen die Kieler auf 15:4 (26.) davon. 

Füchse kontern mit 5:0-Serie

Doch da waren noch vier Minuten im ersten Abschnitt zu spielen. Urplötzlich stockte der Kieler Angriff, der bis dato nahezu fehlerlos gespielt hatte. Zudem bekam nun auch Stochl Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Mit Folgen: Nur drei Minuten benötigten die Berliner, um durch Gegenstöße von Petersen und Zachrisson, einen verwandelten Siebenmeter von Nenadic und einem Rückraumtor von Drux den Rückstand um fünf Tore zu verkürzen. Gut nur, dass Vujin den 16:9-Halbzeitpunkt setzen und den Lauf der "Füchse" damit unterbrechen konnte.

Klare Verhältnisse

Kampflos gaben sich die Berliner nicht geschlagen: Patrick Wiencek musste erst mit einer blutenden Wunde und später mit einer Zerrung vom Platz.

Der zweite Durchgang begann wieder mit den Füchsen: Jaszka traf zum 16:10. Doch dann musste Horak für zwei Minuten auf die Bank, und diese Überzahl nutzten Duvnjak und Weinhold mit einem diagonalen Strich in die lange Ecke für klare Verhältnisse. Nach 34 Minuten brachte Gislason dann Johan Sjöstrand für den guten Palicka - und der führte sich gleich mit einem gehaltenen Siebenmeter ein. Als Vujin zum 21:12 getroffen hatte, leisteten sich die "Zebras" eine weitere kurze Schwächeperiode: Die Gäste verkürzten wieder auf einen Sechs-Tore-Rückstand - auch, weil Stochl sich das ein oder andere Mal auszeichnen konnte.

Neun Minuten ohne Gegentor

Starker Rückhalt in der zweiten Halbzeit: Johan Sjöstrand.

Gislason reagierte, und nahm eine Auszeit. Und die brachte sofort Erfolg. Erneut blieb die Kieler Abwehr neun Minuten ohne Gegentor. Großen Anteil daran hatte Sjöstrand, der sich zum schier unüberwindbaren Bollwerk steigerte und einige Schwächen der Defensive ausbügelte. Vorne ging es wieder rasant zu: Klein in Überzahl, Palmarsson mit 101 km/h, Vujin von Halblinks, Jicha vom Kreis, Ekberg im Gegenstoß und erneut Jicha mit zwei Kontern schraubten das Ergebnis auf 28:15 (51.) - es wurde wieder deutlich für die Füchse.

Sonntag Landes-Derby

Begeisterte Fans: 10.285 Zuschauer feierten den THW-Sieg gegen den Pokalsieger.

Die Kieler machten weiter: Sjöstrand parierte, der Angriff zauberte, und die THW-Fans feierten ihre Mannschaft. Am Ende jubelten sie minutenlang über den 32:18-Kantersieg und gaben ihrer Mannschaft so Unterstützung für das Landes-Derby mit auf den Weg. Am kommenden Sonntag (19.30 Uhr, live bei sky) blickt die Handball-Welt auf Schleswig-Holstein, wenn es im Achtelfinale der "VELUX EHF Champions League" zum 81. Derby zwischen der SG Flensburg-Handewitt und dem THW Kiel kommt. Der Sieg gegen die "Füchse" dürfte den "Zebras" viel Selbstvertrauen gegeben haben - am Sonntag gilt es. Auf geht's, THW!

 

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