Erste Niederlage: THW verliert in Wetzlar

Bundesliga
Dienstag, 06.09.2016 // 20:41 Uhr

Der THW Kiel hat in der zweiten Auswärtspartie binnen 48 Stunden seine erste Niederlage in der DKB Handball-Bundesliga kassiert: Am Dienstagabend unterlagen die "Zebras" bei der HSG Wetzlar mit 24:27 (10:15). Die Aufholjagd, die die Kieler Mitte des zweiten Durchgangs wieder in Schlagdistanz zu den Gastgebern gebracht hatte, war letztlich nicht von Erfolg gekrönt. In einem bärenstarken Vladan Lipovina, der sieben seiner acht Treffer nach dem Wechsel erzielte, und Torhüter Benjamin Buric, der unter anderem zwei Siebenmeter des THW parierte, hatte die HSG an diesem Abend die herausragenden Akteure. Bester Kieler Torschütze war Marko Vujin mit vier Treffern.

Keine Schonung für Wiencek und Duvnjak

Nur 48 Stunden nach dem Auftaktsieg in Stuttgart mussten die "Zebras" im Wetzlarer Hexenkessel antreten. Schon früh musste THW-Trainer Alfred Gislason deshalb seine Hoffnungen über Bord werfen, die angeschlagenen Domagoj Duvnjak (Knie), Patrick Wiencek (angebrochener Daumen) und Niklas Landin (Rücken) unter Umständen schonen zu können. Denn die Gastgeber legten los wie die Feuerwehr: Als Lukas Nilsson erstmals das HSG-Tor traf, waren fünf Minuten gespielt und die Mittelhessen bereits mit 3:0 in Führung. Benjamin Buric hatte da bereits einen Siebenmeter gehalten. Der Nachfolger von Andreas Wolff im Kasten der Grün-Weißen sollte sich in der Folge zum Schreckgespenst der "Zebras" entwickeln.

Hoher Pausenrückstand

Mit einer rustikal-schnellen Abwehr zwang die HSG den THW zu Würfen aus der zweiten Reihe

Denn egal, was den Kielern gegen die harte, schnelle Abwehr der Wetzlarer auch einfiel: Buric hatte noch ein Wörtchen mitzureden, parierte insgesamt neun Bälle im ersten Durchgang. Die "Zebras" offenbarten im Angriff erneut Abstimmungsprobleme, und in der Abwehr bekamen sie keinen Zugriff auf ihre Gegenspieler. Dahinter hatte Wolff wenig Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Gislason reagierte nach 14 Minuten bereits mit einer Auszeit, was Nilsson prompt mit dem 4:5-Anschluss belohnte. Der THW war im Spiel, und blieb es auch bis zum 6:7 durch Marko Vujin (18.). Doch es blieb dabei: Wetzlar hatte die besseren Lösungen, zwang den THW zu Würfen aus großer Distanz und nutzte eine erneute fünfminütige Torflaute der Kieler zur 9:6-Führung. Dann wurde es bitter: Durch Tore von Ferraz und Hahn zog Wetzlar auf 12:7 davon, spielte sich förmlich in einen Rausch. Gut, dass Vujin mit der Pausensirene zumindest noch der 10:15-Anschluss gelang.

THW kämpft sich ins Spiel

Auch der zweite Durchgang startete wenig verheißungsvoll: Nach Ekberg und Vujin scheiterte auch Bilyk mit einem Strafwurf an Buric. Weil aber auch Niklas Landin, bei seinem ersten Einsatz seit seiner Verletzung aus dem Olympia-Finale, einen Strafwurf von Weber entschärfte und Rune Dahmke zum 12:16-Anschluss traf, schöpften die "Zebras" wieder Hoffnung: erst Recht, als Vujin und Duvnjak das 14:16 erzielten (37.). Die Kieler kämpften, ackerten und stemmten sich gegen die drohende Niederlage. Sie blieben dran, konnten die Gastgeber aber nicht noch mehr unter Druck setzen. Das lag an Buric, der gegen den freien Wiencek das 17:18 und wenig später das 18:19 durch Ekberg verhinderte, und an Vladan Lipovina: Der HSG-Shooter drehte nun richtig auf, gegen ihn fand die THW-Abwehr kein Mittel. Fünf Treffer erziele Lipovina zwischen der 43. und 49. Minute, ließ die HSG dadurch wieder auf 22:17 davonziehen.

THW lässt Chancen liegen

Zwei Mal bezwang Raul Santos den HSG-Torhüter Benjamin Buric

Als Kohlbacher neun Minuten vor dem Ende auch noch das 24:18 nachlegte, begannen die Feierlichkeiten auf den Tribünen ohrenbetäubend zu werden. Doch noch gaben sich die "Zebras" nicht geschlagen. Gislason setzte auf den siebten Angreifer, und auch Wolff konnte sich nach dem Zurückeilen in den Kasten jetzt auszeichnen. Doch im Angriff ließ der THW weiterhin zu viele Chancen liegen. In einer hektischen Schlussphase reichte es so nur noch zum 22:25-Anschluss durch Christian Zeitz, für das Drehen der Partie reichte es aber nicht mehr: Lipovina machte mit seinem Tor zum 26:22 (58.) alles klar - die Fans in der Rittal-Arena feierten den ersten Sieg gegen den THW seit 14 Jahren überschwänglich. 

Sonntag Heimpremiere gegen Lemgo

Nach dem Spiel machten sich die "Zebras" ohne erneuten Punktgewinn im Gepäck auf den Weg in die Heimat: Mit dem Mannschaftsbus ging es nach vier Tagen und zwei Auswärtsspielen in der Fremde zurück in die Landeshauptstadt. In Kiel wartet auf die "Zebras" am Sonntag die Heimpremiere. Um 15 Uhr empfängt der THW Kiel den TBV Lemgo zum ersten Saisonspiel in der Sparkassen-Arena. Für diese Partie gibt es noch einige Tickets (jetzt direkt online kaufen und ausdrucken!). Fans des Rekordmeisters sollten rechtzeitig anreisen, wegen des Kiel.Laufs sind zahlreiche Straßen in der Innenstadt gesperrt und es stehen noch weniger Parkplätze als gewohnt zur Verfügung. Endlich wieder THW in Kiel - weiter geht's, Zebras!

 

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