KN: Fernsehen harmonisiert den Handball

Bundesliga
Sonntag, 27.11.2016 // 09:00 Uhr

Hamburg. Die einen nennen es Quantensprung, die anderen Meilenstein. Fest steht: Der Knoten ist durchschlagen, mit dem neuen Fernsehvertrag zwischen der Handball-Bundesliga (HBL) und der Sender-Kooperation aus Sky und ARD ab der Saison 2017/2018 wird auch die lang ersehnte Harmonisierung des Bundesliga-Spielplans einhergehen.

Bundesliga-Spieltage künftig donnerstags und sonntags

HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann kann seinen Stolz am Freitag in Hamburg nicht verbergen, als er im Kaminzimmer von Tim Mälzers Restaurant "Bullerei" nach 15-monatigem Rechtepoker Details des neuen Deals vorstellt, den die anwesende Handball-Ikone Martin Schwalb nicht nur deshalb als "historisch" bezeichnet, weil Pay-TV-Platzhirsch Sky und die Öffentlich-Rechtlichen erstmals im Sport an einem Strang ziehen und diese neue Liebe in der "Bullerei" auch demonstrativ zur Schau stellen. Für eine "echte Chance für den Handball" (Schwalb) stehen zudem Reichweite, gestiegene Fernsehgelder und eben der Spielplan.

Ab kommenden Sommer wird es vorbei sein mit dem Flickenteppich. Künftig werden vier Spiele am Donnerstag um 19 Uhr und fünf Spiele am Sonntag angepfiffen - davon vier mittags um 12.30 Uhr und eine Partie um 15 Uhr. Nur noch im Ausnahmefall darf auf Sonnabend (20.30 Uhr) ausgewichen werden.  Sky plant, anfangs alle neun Partien pro Spieltag (Sky-Sportchef Burkhard Weber: "Später mindestens fünf") zu übertragen. Die ARD wird im Ersten ein Pokal-Halbfinale, das Finale sowie zwei Bundesliga-Topspiele zeigen, acht weitere in den dritten Programmen. In der ARD-Sportschau am Sonntag soll regelmäßig über die Handball-Bundesliga berichtet werden. Der ab 1. Dezember frei empfangbare Kanal Sky News HD wird vier Partien ausstrahlen. Der Vertrag soll mindestens vier Jahre laufen.

Für Bohmann ein "Quantensprung". Bisher hatte Sport 1 insgesamt 52 Partien pro Saison gezeigt, durchschnittlich aber nur 250 000 Zuschauer erreicht. Die Planbarkeit werde Klubs, Spielern und Trainern helfen, so Bohmann. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky betont: "Wir wissen, dass Sport in Deutschland nicht nur aus Fußball bestehen kann." Beim THW Kiel stößt die Entscheidung auf ein positives Echo. "Der Spielplan war das Problem. An den frühen Sonntagstermin werden wir uns gewöhnen", so Trainer Alfred Gislason. Geschäftsführer Thorsten Storm spricht von einem "Meilenstein für den Handball".

Sport 1 hatte sich die Rechte 1,25 Millionen Euro pro Saison kosten lassen. Bei Sky und ARD, die keine Angaben machten, ist von vier bis fünf Millionen Euro die Rede. Über die Ausschüttung an die Vereine machten HBL und THW keine Angaben.

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 26.11.2016, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

 

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