KN: Keine Pause für "Barbarossa" Andreas Wolff

Bundesliga
Dienstag, 06.09.2016 // 11:27 Uhr

Stuttgart/Wetzlar. Zeitreise für Andreas Wolff, "Keine Zeit"-Reise für den THW Kiel. Für den Keeper der Zebras, der am Sonntag nach dem 27:22 in Stuttgart in der Porsche-Arena seine Auszeichnung für den "Bart des Jahres 2016" erhielt, führt die Reise schon heute (19 Uhr) zur HSG Wetzlar, in den vergangenen drei Jahren Wolffs sportliche Heimat. Zwei Spiele innerhalb von 48 Stunden. Die Saison in der Handball-Bundesliga hat kaum begonnen, da nimmt die Terminhatz beim THW schon wieder ihren Lauf. "Das ist ein Nachteil", sagt THW-Coach Alfred Gislason.

Der THW Kiel ist schon heute in Wetzlar wieder gefordert

Nach Heiner Brand 2007 ist der Schlussmann mit dem rötlichen Gesichtshaar schon der zweite Handballer, den der "Club Belle Moustache" auf den Schild hebt. Modern, kurz, voll im Trend zum Vollbart - das sei eben, so "Belle-Moustache"-Präsident Jürgen Burkhardt, auch der Bart (und das Gesicht) der EM im Januar gewesen, und somit sei "Barbarossa" Wolff logischer Nachfolger von Preisträgern wie Horst Lichter, Mario Adorf oder Harald Glööckler. Strahlend nahm der 25-Jährige in Stuttgart die handgefertigte Bartskulptur in Empfang, richtete den Blick dann aber doch schnell auf den nächsten Gegner, der mit der HSG Wetzlar für ihn ein ganz besonderer sein wird.

"Wetzlar wird ein ganz besonderes Spiel für mich. Ich habe ja in Stuttgart schließlich erst ein einziges Spiel in der Bundesliga in den vergangenen drei Jahren nicht für die HSG absolviert", so Wolff, der sich "aus Erinnerungsgründen" auf die Rittal-Arena freut, aber auch weiß: "Die Arena wird von den Fans und der Mannschaft in eine Festung verwandelt. Dort wird der Druck viel größer sein als in Stuttgart." Trotz des holprigen Starts am Neckar blieb Dauer-Optimist Wolff zunächst gelassen, lobte nach dem durchwachsenen 27:22 die jungen Neulinge ("Unglaubliches Talent") und verwies auf die kommenden Wochen: "Ich sehe gar nicht so viel Arbeit vor uns, das hat alles schon ganz gut ausgesehen. Nach nur einer Woche kann man eben keine Wunderdinge erwarten. Und bis die Spitzenspiele kommen, haben wir ja auch noch ein paar Partien, um uns einzuspielen." Auch in Wetzlar wird Wolff voraussichtlich zum Alleinunterhalter im Tor avancieren. Niklas Landin plagen noch immer Rückenprobleme.

"Nicht so viel Arbeit" - eine Einschätzung, der Alfred Gislason widerspricht. "Ich bin froh, dass wir zwei Punkte aus Stuttgart mitgenommen haben und das Spiel jetzt hinter uns liegt. Es liegt aber noch viel Arbeit vor uns. Phasenweise war ich sehr unzufrieden." Gislason sah einen "müden Duvnjak" und mit Nikola Bilyk und Lukas Nilsson zwei Bundesliga-Neulinge. "Andere Neulinge in ihrem ersten Bundesliga-Spiel waren schon wesentlich schlechter." Der 19-jährige Österreicher Bilyk selbst hat sich nach seinen Fehlern im ersten Abschnitt "keinen großen Kopf gemacht", äußerte aber auch Respekt vor seinem neuen Arbeitsumfeld: "Die Stimmung, der Gegner - in der Bundesliga ist einfach alles ganz anders."

Nach der "kürzesten Saisonvorbereitung in der Vereinsgeschichte" (Manager Thorsten Storm) kann Kreisläufer Patrick Wiencek dem Match-"Doppel" in Stuttgart und Wetzlar auch etwas Positives abgewinnen: "Natürlich haben wir wenig Regeneration, aber so ein Spiel bringt uns auch viel mehr als eine Stunde in der Trainingshalle." Der Einsatz von Wiencek (Daumen angebrochen, Finger ausgekugelt) und Kapitän Domagoj Duvnjak (Knie) ist allerdings fraglich, beide machten am Montag einen unfreiwilligen Abstecher zum Röntgen-Arzt.

Von Verletzungssorgen ist allerdings auch der Gegner arg gebeutelt. Wetzlars Coach Kai Wandschneider, der nach den Abgängen von Leistungsträgern wie Wolff und Steffen Fäth (Füchse Berlin) wieder einmal zum Umbauen gezwungen ist, muss den Ausfall von Linksaußen Maximilian Holst (Kreuzbandriss; 203 Tore in der Vorsaison) und Regisseur Philipp Pöter aus gesundheitlichen Gründen verkraften. Für Pöter kam Emil Berggren aus Aalborg. Auch einen Linksaußen als Holst-Ersatz gab der Drei-Millionen-Euro-Etat noch her. Wie die HSG am Montag mitteilte, wechselt Kasper Kvist vom dänischen HC Midtjylland bis zum Saisonende zu den Mittelhessen.

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 06.09.2016, Foto: facebook)

 

Mehr zum Thema

Am Montag, 6. August, startet um 9 Uhr der Einzelticket-Verkauf für die ersten vier Heimspiele des THW Kiel in der DKB Handball-Bundesliga. Eintrittskarten für die Partien des Handball-Rekordmeisters in der Sparkassen-Arena gibt es ab 14,50 Euro.

04.08.2018

Am Donnerstag, 26. Juli, nimmt sich die komplette Zebraherde Zeit für ihre Fans: Von 15:30 bis 16:30 Uhr unterbricht der THW Kiel seinen eng gesteckten Vorbereitungsplan für eine große Team-Autogrammstunde bei sky-XXL im plaza-Center. Dort können sich schwarz-weiße Fans aber nicht nur mit Autogrammen und Selfies eindecken, sondern sich auch Tickets für die große Saisoneröffnung mit dem...

24.07.2018

Der Bergische HC zieht für das "Highlight-Spiel" gegen THW Kiel um: Am Donnerstag, 15. November, empfängt der Aufsteiger den Rekordmeister nicht in der heimischen Uni-Halle in Wuppertal, sondern im rund 30 Kilometer entfernten Düsseldorf. Die Auswärtspartie der Kieler in der Rhein-Metropole wird um 19 Uhr angepfiffen.

23.07.2018

Die DKB Handball-Bundesliga hat heute den Hinrunden-Spielplan konkretisiert. Bis auf die Begegnungen bei den Rhein-Neckar Löwen und beim SC Magdeburg sowie zwei Spieltage, die aufgrund der K.o.-Runden im DHB-Pokal noch nicht endgültig fixiert worden sind, sind alle Partien bis zum Jahreswechsel terminiert. Bei vielen Sonntags-Partien wird allerdings die Anwurfzeit erst kurzfristig festgelegt:...

20.07.2018

Am Samstag, 21. Juli, startet um 9 Uhr ausschließlich in der Geschäftsstelle des THW Kiel (Ziegelteich 30) der freie Verkauf von Dauerkarten für die Bundesliga-Heimspiele der Zebras. In den Verkauf gehen rund 100 zum Teil zusammenhängende Sitzplätze in allen Bereichen der Halle sowie Stehplätze aus nicht eingelösten Vorkaufsrechten. Die günstigsten Saisonkarten kosten ab 171 Euro inklusive des...

17.07.2018

Kiel. Gestern morgen um 8.30 Uhr war für Rune Dahmke der Urlaub endgültig vorbei. Mit den obligatorischen Leistungstests und Medizinchecks startete der THW Kiel in die neue Spielzeit. 

12.07.2018

Sky wird auch in der Spielzeit 2018/2019 alle 306 Partien der DKB Handball-Bundesliga produzieren und live übertragen. Das gab der TV-Sender bei der HBL-Mitgliederversammlung in Köln bekannt. Neuerungen gibt es hinsichtlich der Anwurfzeiten am Sonntag: Künftig wird das Top-Spiel um 13:30 Uhr angepfiffen, die Mehrzahl der Sonntag-Spiele inklusive der Konferenz startet dann um 16 Uhr.

05.07.2018

Die DKB Handball-Bundesliga hat heute die ersten vier Spieltag der neuen Saison terminiert. Der THW Kiel beginnt die Saison mit einem Auswärtsspiel bei den Eulen Ludwigshafen, das erste Heimspiel in der Sparkassen-Arena findet am Dienstag, 4. September, statt.

02.07.2018