KN: Löwen gegen SG mit Ladehemmung

Bundesliga
Montag, 19.09.2016 // 07:10 Uhr

Mannheim. Trainer Nikolaj Jacobsen war nach der Pleite seiner Rhein-Neckar Löwen "riesig enttäuscht", Spielmacher Andy Schmid sah an einem "Scheißtag" zumindest einen Silberstreif am Horizont: "Zum Glück gibt es für unsere Vorstellung auch nur zwei Minuspunkte." Die 17:21 (7:13)-Schlappe des deutschen Meisters im Gipfeltreffen gegen den weiter verlustpunktfreien "Vize" SG Flensburg-Handewitt sorgte bei den Profis aus Baden für entsetzte Gesichter. Der Tabellenführer, der am vierten Spieltag seinen vierten Sieg feierte, genoss den Erfolg in der Höhle der Löwen (6:2 Zähler). "Es ist immer besonders schön, wenn man auch auswärts bei Spitzenteams punktet", sagte der schwedische Matchwinner Mattias Andersson.

Vor 10 251 Zuschauern in der Mannheimer Arena entzauberte der 38 Jahre alte Keeper die bis dato unbezwungenen Gastgeber mit 16 Paraden. Zudem entschärfte Andersson drei Siebenmeter - zwei davon bereits in den ersten 20 Minuten. "Wir haben uns schnell den Schneid abkaufen lassen und hatten leider von A bis Z einen gebrauchten Handball-Tag", klagte Kapitän Schmid mit Blick auf eine der schwächsten Angriffsleistungen der Löwen in den letzten Jahren. Die Hausherren rannten von Beginn an einem Rückstand hinterher. Nur sieben Treffer gelangen dem Titelverteidiger in den ersten 30 Minuten. Mitte der zweiten Halbzeit betrug der Vorsprung der Flensburger sogar sieben Tore (17:10/44. Minute).

Nicht zuletzt dank Andersson. Die "Krake" aus Malmö gab das Lob nach dem Abpfiff aber brav an die Mitspieler weiter. "Es ist auch ein Verdienst der Abwehr und des Angriffs, dass wir insgesamt nur 17 Gegentreffer kassiert haben", meinte Andersson. Neben dem Routinier verdiente sich Ex-Nationalspieler Holger Glandorf als bester Flensburger Werfer (7 Treffer) die Bestnoten. Bei den Löwen war der Norweger Harald Reinkind (4) der erfolgreichste Vollstrecker. Zuspruch für die Gelb-Blauen gab es ausgerechnet von SG-Trainer Ljubomir Vranjes: "In der zweiten Halbzeit waren die Löwen die bessere Mannschaft."

Kleiner Trost und vielleicht ein gutes Omen für die Badener: Bereits in der vergangenen Saison hatten die Löwen das Heimspiel gegen Flensburg verloren (22:25) - und waren ein paar Wochen später trotzdem zum ersten Mal deutscher Meister geworden. "Es war gut zu sehen, dass sich die Mannschaft in Hälfte zwei zusammengerissen hat", meinte Oliver Roggisch, Sportlicher Leiter der Rhein-Neckar Löwen.

(Aus den Kieler Nachrichten vom 19.09.2016, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

 

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