KN: Willkommen bei den Zebras!

Bundesliga
Dienstag, 09.02.2016 // 09:49 Uhr

Kiel. Am 28. Dezember 2015 war der THW Kiel in der Handball-Bundesliga zuletzt im Einsatz. Es war ein 31:28 beim Bergischen HC in der Kölner Lanxess Arena, und es fühlt sich an, als wäre seitdem eine Ewigkeit vergangen. Jahreswechsel, Handball-Europameisterschaft, der Januar verstrich - wenn die Zebras am Mittwoch (19 Uhr, Sparkassen-Arena) gegen den VfL Gummersbach die zweite "Hälfte" der Saison einläuten, ist nichts mehr, wie es am 28. Dezember in Köln war.

Elf Tore steuerten Christian Dissinger (4), Steffen Weinhold (4), Kapitän René Toft Hansen (2) und Dragos Oprea (1) gegen die Bergischen Löwen zum Sieg bei. Ein teuer bezahlter Sieg, denn Toft Hansen zog sich einen Kreuzbandriss zu. Auch Dissinger (Muskelfaserriss Adduktorenbereich), Weinhold (Muskelabriss Adduktorenbereich) und Oprea, dessen Vertrag am Jahresende auslief, werden im Traditionsduell mit dem VfL, mit dem die Saison in Dortmund auch begonnen hatte, fehlen.

"Das Spiel wird alles andere als leicht, denn es ist noch schlimmer als erwartet", sagt THW-Trainer Alfred Gislason. Noch schlimmer heißt, dass auch hinter dem Einsatz von Europameister Rune Dahmke (Oberschenkel), Rechtsaußen Christian Sprenger (Muskelverhärtung) und Vize-Europameister Joan Cañellas (Rücken) am Montag noch ein Fragezeichen stand. Zudem laborierte Bronze-Boy Domagoj Duvnjak an den Folgen eines bei der EM ausgekugelten Fingers.

Alles anders also als damals am 28. Dezember. Und die Rückennummern acht, 24 und 34 hätte man kurz nach Weihnachten auch vergeblich gesucht. Doch im Laufe der Europameisterschaft hat sich der Zahlen-Kanon bei den Kielern geändert. So heißt es am Mittwoch also (mindestens) ohne Vier plus Drei, wenn gleich drei Kieler Neulinge im Zebrakader für ein neues Gesicht der Mannschaft sorgen: Blazenko Lackovic (Nr. 8), Dener Jaanimaa (Nr. 24) und Ilija Brozovic (Nr. 34). Der 26-jährige Este Jaanimaa, der aus der Konkursmasse des HSV an die Förde wechselte, soll einen Teil der Lücke schließen, die Steffen Weinhold in den nächsten rund zwölf Wochen hinterlassen wird. Der Linkshänder soll "Marko Vujin auf Halbrechts so gut es geht unterstützen" (Gislason) und "so schnell wie möglich in unsere Taktik-Abläufe hineinfinden". Mehr als ein "Backup" wird der 1,85-Meter-Mann, der beim HSV nur geringe Spielanteile bekam, kaum sein.

Ganz im Gegensatz zu den Kroaten Lackovic (Halblinks) und Brozovic (Kreisläufer), die mit dem überragenden Spielmacher Domagoj Duvnjak ein kroatisches Dreieck bilden könnten und bis Sommer 2017 an den Verein gebunden wurden. Erst seit Ende vergangener Woche sind der EM-Dritte Brozovic und der Olympiasieger (2004), Weltmeister (2003) und Champions-League-Sieger (2013) Lackovic in Kiel, haben erst wenige Trainingseinheiten unter Alfred Gislason absolviert. "Nur ein paar Mal Training, aber jetzt müssen sie spielen", sagt Gislason über den 24-jährigen Kreisläufer vom HSV, der René Toft Hansen besonders auch in der Abwehr ersetzen soll, und den 35-jährigen Kroaten, der zuletzt in Skopje auf Torejagd ging und nun durch den Ausfall von Christian Dissinger zum THW gelotst wurde. "Blazenko Lackovic macht einen super Eindruck. Er und Duvnjak kennen sich sehr gut. Ich hoffe, dass er sich schnell eingespielt hat", so Gislason.

Drei Lückenbüßer im Zebra-Dress? Geht es nach THW-Geschäftsführer Thorsten Storm, ist das Gegenteil der Fall. Die Kroaten sollen Teil der neuen, jungen THW-Mannschaft werden. Dabei könnte dem erfahrenen und erfolgsgestählten Lackovic, der zehn Jahre lang auf höchstem Niveau in der Bundesliga bei der SG Flensburg-Handewitt (2004-2008) und beim HSV (2008-2014) agierte, als Rechtshänder im Rückraum eine Art Mentorenfunktion zufallen: Medaillensammler Lackovic auf Halblinks als Rollenmodell für die jungen Christian Dissinger, Nikola Bilyk und Lukas Nilsson.

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 09.02.2016, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

 

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