Nächstes Heimspiel: Mittwoch geht es gegen Göppingen

Bundesliga
Montag, 12.09.2016 // 11:35 Uhr

Weiter, immer weiter: Bereits am Mittwoch sind die "Zebras" erneut gefordert. Drei Tage nach der geglückten Heimpremiere gegen den TBV Lemgo kann der THW Kiel gegen den Altmeister Frisch Auf! Göppingen erneut auf die Unterstützung seiner Anhänger bauen. Anpfiff in der Sparkassen-Arena ist um 19 Uhr, noch gibt es einige Tickets für das Spiel, das nicht live übertragen wird. Informationen zur Partie liefert wie gewohnt der Liveticker auf der THW-Homepage. 

"Atmosphäre setzt unglaubliche Energie frei"

Gegner des THW Kiel in der DKB Handball-Bundesliga: Frisch Auf Göppingen

"Schon als kleines Kind hatte ich davon geträumt, eines Tages im Trikot desTHW Kiel in die Sparkassen-Arena einlaufen zu dürfen. Am vergangenen Sonntag ging dieser Traum für mich in Erfüllung", war der erst 19-jährige schwedische Neuzugang Lukas Nilsson nach dem 34:23-Erfolg gegen Lemgo überwältigt von der Atmosphäre beim Heim-Auftakt. "Jetzt weiß ich aus eigener Erfahrung, was es bedeutet zu sagen: 'Wir sind Kiel!' Es fühlt sich großartig an." Nilsson und die "Zebras" freuen sich deshalb besonders auf Mittwoch, können sie doch auch in dieser Partie auf Rückenwind von den Rängen hoffen: "Diese Atmosphäre setzt eine unglaubliche Energie frei."

Amtierender EHF-Pokalsieger zu Gast

Seit zwei Jahren Frisch-Auf-Chef an der Seitenlinie: Magnus Andersson

Diese wird auch nötig sein, bestreiten die Kieler doch bereits die vierte Partie innerhalb von acht Tagen. Und das gegen den Altmeister aus Göppingen, der sich als amtierender EHF-Pokalsieger an der Förde vorstellt. Mit dem Titel im Europapokal krönte Frisch Auf! Göppingen eine gute Spielzeit in der vergangenen Saison. Der frühere Weltklassespieler Magnus Andersson hat die Schwaben in seinem zweiten Trainerjahr im oberen Bundesligadrittel etabliert. Nach Platz fünf zu Beginn seiner Amtszeit reichte es zuletzt zu Rang sechs. "Wir streben auch in dieser Saison den Bereich zwischen Platz fünf und sieben an", äußerte sich Andersson zu den Zielen für die aktuelle Spielzeit. 

Dauerkarten-Rekord in Göppingen

Adrian Pfahl kam im Januar vom HSV nach Göppingen

Erreicht werden soll dieses mit einem Etat von 5,2 Millionen Euro, obwohl der Verein abermals ohne Hauptsponsor ist. Doch Manager Gerd Hofele weiß gleich sechs Premiumpartner hinter seinem Klub. Dazu kann Frisch Auf! auf ein treues Stammpublikum in der heimischen EWS-Arena bauen. Vor der aktuellen Spielzeit verkaufte der Verein 3.400 Dauerkarten - so viele wie nie zuvor. Deshalb saß der Stachel der Enttäuschung bei den Fans auch ein wenig tiefer, als es zu Saisonbeginn gegen die TSV Hannover-Burgdorf eine schmerzliche 23:34-Heimniederlage setzte. Am vergangenen Spieltag rehabilitierten sich die Göppinger mit einem 32:25-Erfolg beim Aufsteiger GWD Minden, der ihnen eine Portion Selbstbewusstsein einbrachte: "Wir waren nach der Niederlage in Hannover unter Druck, deshalb war ich sehr zufrieden mit der Leistung", sagte Andersson.

Noch einige Tickets erhältlich

Trotz der guten Bilanz erinnert sich nicht nur Kapitän Domagoj Duvnjak an die vergangene Saison: "Damals wurden wir in Göppingen beinahe vorgeführt, das soll uns zu Hause nicht passieren. Mit der Unterstützung unserer Fans wollen wir den zweiten Heimsieg holen!" Schiedsrichter der Partie sind  Michael Kilp und Christoph Maier. Für das Spiel zweier Traditionsmannschaften gibt es noch Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen, an der Tageskasse und - mit der "Print@Home-Variante ohne Schlangestehen - auch online im THW-Ticketshop. Das zweite Heimspiel steht an - auf geht's, Kiel!

Zwei Neuzugänge

Neuzugang vom SC Magdeburg: Jens Schöngarth

Andersson setzt trotz einiger personeller Veränderungen auf den Kern des vergangenen Jahres. Verabschiedet wurden Kevynn Nyokas (VfL Gummersbach), Peter Tatai (Lübbecke) sowie Michael Kraus und Felix Lobedank (beide TVB 1898 Stuttgart). Dafür kam mit Jens Schöngarth vom SC Magdeburg ein weiterer Linkshänder für den rechten Rückraum als Ergänzung zu Adrian Pfahl, der bereits Anfang des Jahres vom insolventen HSV Hamburg nach Göppingen wechselte und bei Frisch Auf! eine neue sportliche Heimat fand. Für den linken Rückraum holte man zudem den 18-Jährigen Sebastian Heymann mit Zweitspielrecht beim Drittligisten TSB Horkheim, der sich beim Sieg in Minden gemeinsam mit Schöngarth (beide sechs Treffer) die interne Torjägerkanone sicherte.

Bisher 54 Bundesliga-Duelle

Dauerbrenner: Manuel Späth (li) verpasste in zehn Jahren bei FAG nicht ein Spiel

"Wir haben eine gute Abwehr", spricht Andersson gerne über die Stärken seiner Mannschaft. Allerdings wünscht sich der 50-Jährige, dass sich seine Mannschaft noch häufiger für die gute Defensivarbeit im Gegenstoß belohnt. Ein Faktor dabei ist der schnelle Linksaußen Marcel Schiller. Der 25-Jährige war mit 161 Treffern imvergangenen Jahr bester Torschütze bei Frisch Auf. Der Dauerbrenner im Team des Altmeisters ist allerdings ein anderer: Kreisläufer und Kapitän Manuel Späth verpasste in zehn Jahren Göppingen nicht ein einziges Spiel mit Frisch Auf. In diesen zehn Jahren gewann er dreimal den EHF-Pokal und feierte im vergangenen Jahr beim 29:21 den höchsten Heimsieg seiner Mannschaft gegen den THW Kiel. Dies war die elfte Niederlage der Kieler in bisher 54 Bundesliga-Begegnungen gegeneinander, 41 Spiele gewann der THW Kiel, darunter die letzten elf Heimspiele (siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv).

KN: "Wir müssen höllisch aufpassen"

Kiel/Göppingen. Es ist fast ein Jahr her: Am 23. September 2015 kommt Handball-Rekordmeister THW Kiel bei Frisch Auf Göppingen mit 21:29 so richtig unter die Räder. Es ist die höchste Bundesliga-Niederlage seit Dezember 2006 (24:39 in Magdeburg), ein spielerisches Desaster. "Da haben wir schlecht gespielt", erinnert sich THW-Trainer Alfred Gislason vor dem erneuten Aufeinandertreffen mit dem aktuellen EHF-Cup-Sieger heute Abend (19 Uhr) in der Kieler Sparkassen-Arena.

September 2016, es ist für den Kieler Rekordmeister die vierte Begegnung innerhalb von acht Tagen. Zuerst Stuttgart - so lala. Dann Wetzlar - oh je. Und schließlich am Sonntag dieser irgendwie jugendlich frische Befreiungsschlag beim 34:23 gegen Lemgo. "In jedem Spiel und in jedem Training wird es besser", sagt der neue THW-Kapitän Domagoj Duvnjak. Dieses Amt, das der Kroate als Vertreter des verletzten René Toft Hansen auch in der Vorsaison bereits ein halbes Jahr lang bekleidete, sei "eine große Ehre, ein schönes Gefühl". Aber viel ändere sich nicht für den 28-Jährigen: "Ich muss ein bisschen öfter in die Geschäftsstelle, um Dinge zu organisieren."

So richtig ins Schwärmen gerät "Dule" bei seinen neuen Nebenleuten Nikola Bilyk und Lukas Nilsson: "Unglaublich, sie sind erst 19 Jahre alt - die beiden haben eine schöne Zukunft, sind großartige Kerle." Das Spiel gegen Frisch Auf werde, da ist sich Duvnjak sicher, "eine größere Hürde als Lemgo".

Eine Meinung, die Alfred Gislason teilt, der personell fast aus dem Vollen schöpfen kann. Neben dem Langzeitverletzten Christian Dissinger wird wohl auch Patrick Wiencek (Daumen angebrochen) noch nicht in den Kader rücken. "Es sieht eher nicht danach aus", sagt der Isländer am Dienstag vor dem Abschlusstraining. Nichtsdestotrotz hat Gislason die Qual der Wahl, hat mehr als genug Auswahl für die 14 Plätze im Kader, stellt das Heimspiel-Comeback von Publikumsliebling Christian Zeitz in Aussicht und warnt: "Wir müssen höllisch aufpassen. So ein Spiel, in dem alles schiefläuft, wie gegen Hannover, wird sich Göppingen nicht noch einmal erlauben. Gegen Minden haben sie ihr wahres Gesicht gezeigt."

Besonders der Rückraum (Gislason: "An guten Tagen schießen die alles kaputt") des Vorjahres-Sechsten mit dem Ex-Löwen Zarko Sesum, Ex-Nationalspieler Lars Kaufmann sowie den Neuzugängen Jens Schöngarth (SC Magdeburg) und Adrian Pfahl (HSV), denen mit Michael Kraus der prominenteste Abgang gegenübersteht, genießt Gislasons Respekt. Und nach dem 23:34-Auftaktdesaster gegen Hannover-Burgdorf fand die Mannschaft von Coach Magnus Andersson ("Wir streben auch in dieser Saison den Bereich zwischen Platz fünf und sieben an") mit einem 32:25 in Minden wieder in die Spur. "Wir waren nach der Niederlage in Hannover unter Druck, deshalb war ich sehr zufrieden mit der Leistung", so Andersson.

Göppingens Kapitän und Nationalmannschafts-Kreisläufer Manuel Späth ("Nach der Niederlage gegen Hannover waren wir alle sprachlos") hat in zehn Jahren Frisch Auf nicht ein Spiel verpasst, stand 339-mal in der Bundesliga im Kader. Am 23. September 2015 gegen den THW Kiel traf der 30-jährige Zwei-Meter-Mann viermal.

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 14.09.2016)

 

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