Neun-Tore-Erfolg: THW mit souveränem Sieg über Leipzig

Bundesliga
Sonntag, 21.02.2016 // 16:47 Uhr

Der THW Kiel hat in der DKB Handball-Bundesliga zum Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen aufgeschlossen: Mit einem 30:21 (18:12)-Sieg gegen den starken Aufsteiger SC DHfK Leipzig zogen die Kieler nach Punkten mit den Mannheimern gleich und taten zudem noch etwas für das Torverhältnis. Beste Schützen in einer Partie, in die der THW anfangs nur schwer hinein kam, waren Domagoj Duvnjak (8) und Marko Vujin (8/4). Niklas Landin erzielte mit dem zwischenzeitlichen 13:9 aus 38 Metern (!) sein zweites Bundesliga-Tor im THW-Dress.

Gäste gehen in Führung

Jubel: Igor Anic freut sich über den doppelten Punktgewinn.

Die Leipziger hatten sich acht Tage lang auf das erste Pflichtspiel in der Sparkassen-Arena vorbereiten können. Ausreichend Zeit für DHfK-Trainer Christian Prokop, sich eine besondere taktische Variante für das Spiel beim Rekordmeister zu überlegen: Er setzte im Angriff von Beginn an konsequent auf den siebten Feldspieler, das Tor blieb verwaist. Philipp Weber, vor dem fehlenden Philipp Pöter bisher bester Torschütze seines Teams, streifte sich das Leibchen über. Diese Variante war zunächst erfolgreich: Leipzig schaffte es gegen die offensive Kieler Abwehr, Überzahlsituationen zum Torabschluss zu bringen. Die Folge: Mit einer 3:0-Serie, begünstigt durch einige Paraden des Ex-HSVer Jens Vortmann zog Leipzig auf 6:4 davon (10.). Gut, dass Vujin in dieser Phase mit tollen Aktionen die Gäste-Führung konterte. 

Defensive Abwehr überzeugt

Torschütze, Siebenmeter-Killer und Rückhalt: Niklas Landin

Längst hatte Alfred Gislason seinen Abwehrverband auf die 6-0-Linie zurückgezogen. Eine Maßnahme, die Wirkung zeigte. Gegen die defensive Formation tat sich Leipzig deutlich schwerer, zudem arbeitete die neu zusammengestellte Abwehr aufmerksam. Und auch Niklas Landin kam nun in die Partie: Ilija brozovic verwandelte seinen Pass zum 7:7-Ausgleich. Zwar hinderte Roscheck nach einem erneuten Ballgewinn der Kieler Abwehr Duvnjak am Wurf aufs leere Tor, doch so langsam kamen die "Zebras" auf Betriebstemperatur: Joan Canellas bediente Igor Anic am Kreis zum 8:7, und nach Zhediks Ausgleich zum 9:9 war es Zeit für die besonderen Treffer.

Landin trifft aus dem eigenen Torbereich

Der Ball ist drin: "Ersatzkeeper" Philipp Weber holt nach Niklas Landins Tor zum 13:9 den Ball aus dem Netz.

Erst traf Duvnjak nach der "Schnellen Mitte" zum 10:9, dann erkämpfte sich die THW-Abwehr den Ball, und erneut traf der Kieler Motor: Dieses Mal aus der eigenen Hälfte ins leere Leipziger Tor. Offenbar ein Brustlöser für die Fans und die "Zebras": Jetzt nahm der THW-Express Fahrt auf, Canellas traf nach erneutem Steal zum 12:9. Leipzig suchte nun überhastet den Weg zum Tor - Zhedik verfehlte den Kasten von Niklas Landin, und der Kieler Torhüter traf gedankenschnell aus 38 Metern zum 13:9 - dafür gab es Sonderlob von den Mitspielern und stehende Ovationen auf den Rängen. Prokop nahm die Auszeit, doch mehr als das 11:14 sprang für die Gäste dabei nicht heraus: Dener Jaanimaa erzielte mit seinem ersten THW-Heimtor das 15:11, Duvnjak ließ es beim 16:11 krachen, und als Christian Sprenger in Überzahl zum 17:11 einnetzte, war der Weg zur komfortablen 18:12-Pausenführung geebnet.

Weiteste Reise der Saison steht an

Für die "Zebras" steht jetzt die weiteste Auswärts-Reise der Saison an: Am Dienstag geht es für den Kieler Tross mit dem Flugzeug von Hamburg aus ins rund 2.100 Kilometer entfernte Istanbul, wo die Mannschaft des Rekordmeisters am Mittwoch um 18:30 Uhr MEZ (live in Sky Sport und im Ticker auf der THW-Homepage) mit einem Sieg Platz vier in der Vorrunden-Gruppe A der "VELUX EHF Champions League" festigen will, bevor der direkte Verfolger RK Zagreb am 3. März zum Gruppenfinale in Kiel erwartet wird (jetzt Tickets sichern!). Platz vier ist wichtig für den THW, weil dieser im Achtelfinale das Heimrecht im Rückspiel garantiert. Auf geht's, Zebras!

Tor-Duo Vujin/Duvnjak überragend

Erneut nicht zu stoppen: Domagoj Duvnjak war Antreiber und Torschütze in einer Person

Doch der Vorsprung war trügerisch: Leipzig kam besser aus der Kabine und hatte in Vortmann nun einen starken Rückhalt. Die Folge: Mit drei schnellen Toren verkürzte der Aufsteiger auf 15:18 (34.), ehe Duvnjak die Kieler Torflaute beendete und Canellas mit seinem Rückraum-Treffer in den Winkel wieder für ruhigere Mienen sorgte. Bis zum 18:22 (46.) blieben die Messestädter aber dran, dann traf Vujin mit einem Hammer-Schlagwurf unter die Latte und war auch vom Siebenmeterpunkt sicher: Der Doppelschlag des Linkshänders stellte beim 24:18 den Halbzeit-Vorsprung wieder her, den er nach Duvnjaks 25:19 sogar auf sieben Treffer ausbaute. Die Partie war zehn Minuten vor dem Ende entschieden.

Katsigiannis nagelt den Kasten zu

Joan Canellas und Christian Sprenger bedankten sich für die großartige Unterstützung bei den Fans.

Und das, obwohl Landin nach einer Parade über Schmerzen an der Hand klagte: Ein Finger war bei der Abwehraktion nach hinten umgeknickt, für ihn kam Nikolas Katsigiannis. Der brauchte nicht lange, um die Fans zu begeistern: Er kassierte ab der 56. Minute lediglich noch einen Strafwurf-Treffer, dann nagelte die "Katze" ihren Kasten komplett zu. Die Folge: Duvnjak, Blazenko Lackovic und Rune Dahmke schraubten das Ergebnis auf 30:21 - was natürlich für Riesenjubel auf den Rängen sorgte. Denn somit verkürzten die Kieler den Rückstand auf den Tabellenführer aus der Rhein-Neckar-Region auf nur noch vier Tore.

 

Mehr zum Thema

Kiel. Dem THW Kiel steht in der Handball-Bundesliga das erste entscheidende Spiel der "Wochen der Wahrheit" ins Haus. Gegen den Tabellendritten Füchse Berlin müssen die Zebras am Donnerstag (19 Uhr, siehe ausführlicher THW-Vorbericht) gewinnen, um die Chance auf den europäischen Wettbewerb zu wahren. Doch mit dem Hauptstadtklub kommt ein echter Brocken in die ausverkaufte Sparkassen-Arena, Berlin...

18.04.2018

Sechs Partien stehen für den THW Kiel noch bis zum Saisonende der DKB Handball-Bundesliga auf dem Plan. Sechs Begegnungen, in denen es für die "Zebras" um jeden Zähler geht. "Wir haben jetzt nur noch Endspiele", weiß THW-Mittelmann Miha Zarabec. "Wir wollen alle Begegnungen gewinnen." Der nächste Gegner der Kieler hat es in sich: Am Donnerstag gastieren die Füchse Berlin an der Förde, die mit nur...

17.04.2018

Ludwigshafen/Kiel. Gute Laune auf beiden Seiten, dazu mehr als 20 Grad und strahlender Sonnenschein in der Rheinpfalz: Nach der Bundesligapartie zwischen den Eulen Ludwigshafen und dem THW Kiel strichen am Sonntagnachmittag alle Beteiligten die positiven Aspekte des 25:21-Erfolgs der Zebras ( siehe THW-Spielbericht)  heraus. Doch aufgrund der Schlussphase mischten sich beim Rekordmeister kleine...

17.04.2018

Ludwigshafen. Der THW Kiel hat seine Bundesliga-Pflichtaufgabe beim Tabellenletzten Eulen Ludwigshafen souverän gelöst, sich in den letzten Minuten aber einen unnötigen Einbruch geleistet. Das 25:21 (15:7, siehe THW-Spielbericht) klingt so deutlich knapper, als es der Spielverlauf tatsächlich hergibt.

16.04.2018

Die "Zebras" sind mit einem souveränen Auswärtserfolg aus der Länderspiel-Pause gekommen. Beim Tabellenletzten Eulen Ludwigshafen fuhr der THW Kiel am Sonntagmittag einen nie gefährdeten 25:21 (15:7)-Sieg ein. Allerdings verpassten es die Kieler in der Schlussphase, einen noch höheren Erfolg mit nach Hause zu nehmen: Mit einem 7:2-Lauf sorgten die Gastgeber in den letzten acht Minuten für...

15.04.2018

Kiel. Die Nationalmannschaftslehrgänge sind beendet, der THW Kiel startet am Sonntag (12.30 Uhr) wieder in den Kluballtag. Der erste Gegner im erneuten Reigen aus fünf Spielen innerhalb von 15 Tagen heißt Die Eulen Ludwigshafen. Anders als in den kommenden Wochen hatten die Zebras vor der Partie gegen den Aufsteiger volle sieben Tage Zeit, um sich vorzubereiten. Und wissen daher genau, dass die...

14.04.2018

14 Tage Pause liegen hinter einem Großteil der "Zebraherde". 14 Tage, die die Spieler des THW Kiel, die nicht für ihre Nationalmannschaften aktiv waren, zum Kraft tanken für den Saison-Endspurt nutzten. Und für intensive Trainingseinheiten nach der Rückkehr der Nationalspieler. Jetzt müssen die "Zebras" den Schalter wieder umlegen: Mit der Auswärtspartie bei den Eulen Ludwigshafen am Sonntag...

13.04.2018

Kiel. Ein vorösterliches Handball-Festival blieb aus. Ein für den THW Kiel zuletzt typischer Leistungseinbruch nach Spitzenspiel-Erfolgen aber auch. Die Zebras lösten am Donnerstagabend eine Pflichtaufgabe, besiegten den VfL Gummersbach nach 60 zuweilen hektischen Minuten mit 29:23 (14:12, siehe THW-Spielbericht). Es war ein souveräner Sieg – und immerhin das ist keine Selbstverständlichkeit mehr.

30.03.2018