Saisonstart: THW Kiel am Mittwoch in Lübbecke gefordert

Bundesliga
Montag, 28.08.2017 // 13:23 Uhr

Die DKB Handball-Bundesliga hat vorgelegt, jetzt darf der THW Kiel eingreifen: Am Mittwoch startet auch der Rekordmeister in die Saison der "stärksten Liga der Welt". Die erste Herausforderung der Saison wartet auswärts: Der Aufsteiger TuS N-Lübbecke empfängt die "Zebras" am Mittwoch in der Merkur-Arena. Anwurf ist um 19 Uhr, Sky Sport zeigt die Partie live. Zeitnahe Infos liefert der Liveticker auf der THW-Homepage. "Wir sind froh, dass es endlich losgeht", sagt THW-Linksaußen Rune Dahmke. "Die Vorbereitung ist zu Ende, ab jetzt zählt's."

Drei Zebras werden fehlen

Dass die Kieler mit drei Tagen Verspätung in den Spielbetrieb der "stärksten Liga der Welt" einsteigen, ist der klassischen Musik geschuldet: Am Sonntag fand in der Sparkassen-Arena das Abschlusskonzert des "Schleswig-Holstein Musik Festivals" statt. Statt eines Heimspiels zum Auftakt müssen die Kieler also nun in der Fremde ihre Mission starten. "Wir wollen um die Meisterschaft mitspielen", gibt Trainer Alfred Gislason die Marschroute vor. Dafür müsse man allerdings wesentlich konstanter als im vergangenen Jahr spielen. Den Anfang machen wollen die "Zebras" gleich im ersten Spiel: "Wir haben uns intensiv auf diese Partie vorbeitet und wollen uns nicht überraschen lassen", berichtet Rune Dahmke. Allerdings können die Kieler in Lübbecke nicht in Bestbesetzung auflaufen: Mit den drei Langzeitverletzten Domagoj Duvnjak, Rene Toft Hansen und Raul Santos fehlen drei etablierte Kräfte. Bei den Gastgebern, die mit nur fünf Niederlagen in 38 Spielen und 13 Punkten Vorsprung als Zweitliga-Meister souverän den Wiederaufstieg gefeiert hatten, ist der Einsatz von Abwehrkante Piotr Grabarczyk mehr als fraglich.

Traditionsverein mit eingespielter Mannschaft

Torgefährlicher Linkshänder: Pontus Zettermann

Der TuS N-Lübbecke geht mit einer eingespielten Formation in die Saison. Neben Nikola Blazicko, der jetzt dem TuS-Trainer-Team angehört, verließ nur Branimir Koloper (zum TuS Ferndorf) den Aufsteiger, der zuletzt zudem noch den Vertrag mit Rechtsaußen Ramon Tauabo auflöste. Dafür holten die Ostwestfalen Anfang der Woche Ersatz: Von Benfica Lissabon wechselte der kroatische Nationalspieler Luka Rakovic nach Lübbecke. Zudem verpflichteten die Ostwestfalen mit dem in Kroatien geborenen Quatari Marko Bagaric einen erfahrenen Halblinken, der mit seinen 2,02 Meter Körpergröße jeden Abwehrspieler vor Herausforderungen stellt. Ansonsten verstärkte sich der Traditionsverein nur punktuell: Für Koloper kam Kreisläufer Moritz Schade aus Dessau, im Tor vervollständigt der 20-jährige Joel Birlehm (von GWD Minden) das Trio mit Peter Tatai und Jan Wesemann. Erfahrenste Akteure beim Aufsteiger sind die beiden Außen Jens Bechtloff (273 Bundesliga-Spiele) und Tim Remer (277). Im Rückraum hatte bis zum ersten Spiel des TuS am vergangenen Sonntag nur der Halbrechte Pontus Zettermann Bundesliga-Erfahrung. Der Schwede, in der letzten Saison mit 193 Treffern erfolgreichster TuS-Torschütze, bildet mit dem kroatischen Mittelmann Ante Kaleb (141 Tore in der Aufstiegs-Saison) ein torgefährliches Rückraum-Gespann. 

Ziercke: "Klassenerhalt plus X"

Aufstiegs-Trainer: Aron Ziercke

Die Rückkehr in die Beletage des deutschen Handballs hielt für die Ostwestfalen gleich am ersten Spieltag eine Herkules-Aufgabe bereit. Sie mussten auswärts in Flensburg ran und verloren dort klar mit 23:37. "Die Niederlage ist mir am Ende zu hoch ausgefallen. In der zweiten Halbzeit haben wir die Gelegenheit, uns eine knappere Niederlage zu erspielen. Wir machen aber genau in der Phase auch wieder zu viele Fehler, die mich schon ärgern. Trotzdem blicken wir jetzt nach vorn, wollen und können es beim nächsten Mal besser machen", kündigte Aron Ziercke an. Der TuS-Trainer ist an der Kieler Förde kein Unbekannter: Von 1989 bis 1993 trug der heute 45-Jährige insgesamt 77 Mal das Trikot des heutigen Rekordmeisters. Weitere Stationen als Profi waren unter anderem Flensburg, Gummersbach und Minden. "Ich habe tolle Erfahrungen gesammelt", blickt Ziercke auf 14 Jahre Profi-Dasein zurück. Als Trainer will er nach dem überraschend schnellen Wiederaufstieg mit dem TuS N-Lübbecke und einer Mischung aus jungen und erfahrenen Akteuren langfristig eine Perspektive in der DKB Handball-Bundesliga haben: "Wir sind gekommen, um zu bleiben. Unser Ziel ist der Klassenerhalt plus X", so Ziercke. 

53. Bundesliga-Partie gegeneinander

Spiele zwischen dem TuS N-Lübbecke und dem THW Kiel haben eine lange Tradition: Bereits 1976 trafen beide Teams erstmals aufeinander, seitdem bestritten sie 52 Bundesliga-Spiele gegeneinander. Die Bilanz der "Zebras": Acht Niederlagen, ein Unentschieden und 43 Siege (siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv). Die letzte Niederlage des THW in Lübbecke datiert vom 7.9.2002 - pikanterweise am ersten Spieltag besiegte der TuS damals den THW mit 24:22 (siehe Spielbericht). Seitdem fuhr der THW 23 Erfolge in der DKB Handball-Bundesliga gegen die Ostwestfalen ein. 

Sky Sport zeigt das Spiel live

Kam aus Qatar nach Ostwestfalen: Marko Bagaric

Die Kieler werden am Dienstag nach Ostwestfalen reisen, um sich wie gewohnt vor Ort auf die erste Bundesliga-Partie der Saison vorzubereiten. Die Merkur-Arena ist noch nicht ausverkauft, THW-Fans können sich online (hier geht's zum Lübbecker-Ticketshop) noch Karten für das Spiel am Mittwoch, das von den Schiedsrichtern Martin Thöne und Marijo Zupanovic geleitet wird, sichern, um die "Zebras" auswärts zu unterstützen. Sky Sport überträgt die Kieler Auswärtspartie, die um 19 Uhr angepfiffen wird, live. Gemeinsam Handball schauen kann man in den Kieler Sky-Bars wie zum Beispiel in der Bar Cultura,  im Gutenberg, im Pagelsdorf Sportcenter, in der Projensdorfer Sportsbar, im Hotel "Rosenheim" in Schwentinental oder im Sporthotel Avantage. Mit Sky Ticket (skyticket.de) können auch alle Handballfans, die keine Sky-Kunden sind, mit flexiblen Tages-, Wochen- und Monatstickets ohne Vertragsbindung ab 9,99 Euro live dabei sein. Die Sommerpause im Handball hat jetzt auch für den THW Kiel ein Ende - auf geht's in die Saison, Zebras!

 

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