KN: "Den Karren aus dem Dreck ziehen"

Bundesliga
Donnerstag, 15.03.2018 // 16:35 Uhr

Kiel. Im Märzen das Zebra ... Vier Spiele stehen für den THW Kiel in diesem Monat noch auf dem Programm, viermal dürfen die Zebras von Trainer Alfred Gislason in eigener Halle ran. Den Auftakt macht heute Abend (19 Uhr, Sparkassen-Arena) die Partie in der Handball-Bundesliga gegen den HC Erlangen.

THW Kiel heute gegen Ole Rahmels Ex-Klub HC Erlangen

"Wir haben in der Bundesliga noch zehn Spiele, die wir alle gewinnen wollen, das ist glasklar, da werden wir alles dransetzen. Wir wollen eine Serie starten", sagt THW-Rechtsaußen Ole Rahmel vor dem Rückspiel gegen seinen fränkischen Ex-Klub. Wenn jetzt einige Schlüsselfiguren wieder fit seien, so der 28-jährige Linkshänder weiter, "können wir auch noch in der Champions League für Furore sorgen. Aber aktuell ist der alte Spruch ganz zutreffend: Wir denken von Spiel zu Spiel." Apropos Schlüsselfiguren: Die medizinische Abteilung lässt gute Nachrichten verlauten. Sowohl Domagoj Duvnjak als auch Rückraum-Linkshänder Steffen Weinhold können nach überstandenen Muskelfaserrissen „langsam“ (THW-Coach Gislason) wieder ins Geschehen eingreifen. Rückraumspieler Nikola Bilyk ist nach abgeklungener fiebriger Grippe noch nicht wieder voll auf der Höhe, wird aber auch im Kader stehen.

Ole Rahmel wünscht sich zwar ein "Resultat in der Höhe wie im Hinspiel", als der THW mit 31:20 deutlich die Oberhand behielt. Der gebürtiger Norderneyer, von 2013 bis 2017 beim HCE aktiv, sieht allerdings auch die Handschrift von Adalsteinn Eyjólfsson, der im Oktober kurzfristig vom TV Hüttenberg zum HC gewechselt war und die Nachfolge von Robert Andersson angetreten hatte. "Die spielen jetzt sogar eine offensive Abwehr, haben eine Spielzüge, Überzahl- und Unterzahltaktiken geändert", hat Erlangen-"Insider" Rahmel beobachtet. "Es sind nur kleine Unterschiede, aber die Spieler sind ja noch dieselben." Gravierendste Stützen seien da nach Meinung Rahmels einmal das erfahrene, starke Torhüter-Duo mit dem 40-jährigen Slowenen Gorazd Skof und dem 35.jährigen Nikolas Katsigiannis. Die "Katze", bis 2016 noch beim THW unter Vertrag, hat am Mittwoch zwar die Reise im Flieger ab Nürnberg und dann mit dem Bus von Hamburg nach Kiel angetreten. Aufgrund von muskulären Problemen in der Wade stand hinter einem Einsatz jedoch vor dem Abschlusstraining am Abend in Wellsee noch ein Fragezeichen. "Wir werden mit Sicherheit kein Risiko eingehen und mit Umsicht eine Entscheidung treffen", sagte der HCE-Cheftrainer am Mittwoch. Derzeit "überragender Akteur" (Rahmel) sei zudem der Halbrechte Christoph Steinert, der in den beiden vorausgegangenen Partien gegen Stuttgart (25:29) und in Gummersbach (29:24) jeweils zehn Tore erzielte und in dieser Saison schon 111 Treffer auf seinem Konto verbuchen konnte.

Alfred Gislason hält viel von seinem Landsmann an der Seitenlinie der Franken: "Er hat schon sehr früh als Trainer angefangen, war knapp über 20, als er zunächst Frauentrainer wurde. Ich kenne ihn nicht persönlich, aber gegen seinen Vater habe ich gespielt."

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 15.03.2018, Foto: Sascha Klahn)