KN: Grünes Licht für 16er-Kader

Bundesliga
Freitag, 07.07.2017 // 12:52 Uhr

Köln. Sechs Jahre lang wurde gerungen und gestritten. Am Donnerstag nun hat die Mitgliederversammlung der Handball-Bundesliga (HBL) eine umstrittene Reform auf den Weg gebracht, die schon ab der im August startenden kommenden Saison greift. Mehr Spieler, weniger Belastung - die Vertreter der 38 Profiklubs stimmten in Köln für die Zulassung des 15. und 16. Spielers pro Partie. Dies hatten insbesondere die in der Champions League geforderten Spitzenvereine jahrelang gefordert, um auf internationalem Parkett konkurrenzfähig zu bleiben.

Vier statt drei Jahre Amtszeit

THW-Geschäftsführer Thorsten Storm sprach darum von einem "Meilenstein zum Schutz für stark belastete Nationalspieler und Champions-League-Teilnehmer". "Ich bin sehr froh, dass alle Klubs der HBL diesen Schritt gemeinsam gehen und sich den europäischen Regeln anpassen." Auch Storms Amtskollege Dierk Schmäschke vom Vizemeister SG Flensburg-Handewitt sprach von einem "wichtigen Schritt, von dem alle Klubs profitieren können".

Ambivalentere Gefühle zu der Reform äußerte hingegen Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse Berlin und Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB): "Das war der Wunsch der drei Champions-League-Klubs, dem die Liga Rechnung getragen hat. Ich bin gespannt, ob die Klubs, die zuvor nicht einmal 14 Spieler eingesetzt haben, jetzt 16 einsetzen und die Regel zum Tragen kommt. Oder ob wir einfach nur 36 neue Arbeitsplätze finanzieren und den Zweitligisten Spielermaterial vorenthalten, das sich in der Zweiten Liga besser entwickeln könnte", so Hanning, der zugleich "Verständnis für die Belastung der Top-Klubs" äußerte und einen konstruktiven Umgang forderte: "Wenn die Ersatzbank der Erstligisten irgendwann nur noch Belohnung für Nachwuchsspieler ist, kommen wir keinen Meter weiter."

Bisher waren 14 Spieler pro Bundesliga-Partie einsatzberechtigt. Die Trainer durften jedoch Akteure als "passive Spieler" hinter die Bank setzen und erst im Laufe der Partie "nachnominieren" und sich so die Auswahl der endgültigen 14 Spieler offenhalten. Diese Regel fällt weg, künftig dürfen - wie in den europäischen Cupwettbewerben - 16 Namen auf dem Spielberichtsbogen notiert werden. Das Alter spielt dabei keine Rolle. Zuvor hatten offenbar auch Überlegungen eine Rolle gespielt, eine U 23-Quote einzuführen. Das wurde aber verworfen.

"Für uns ist diese Regel sehr wichtig", sagte THW-Coach Alfred Gislason am Donnerstag. "Wir können die Last auf mehr Leute verteilen. Aber natürlich habe ich auch Verständnis für die kleineren Vereine." Immer wieder hatten die Spitzenvereine den Antrag für den 16er-Kader gestellt, der in den europäischen Konkurrenzligen und der Königsklasse längst verbreitet ist. Hauptargument war stets Überlastung der Spitzenspieler. Profis, die in Bundesliga, DHB-Pokal, Champions League und Nationalmannschaft im Einsatz sind, kommen auf bis zu 80 Einsätze jährlich. Die kleineren Klubs hatten sich wegen höherer Personal- und Reisekosten lange gewehrt. "Die Bundesliga profitiert auch davon, wenn ein Klub erfolgreich in Europa spielt, das sind die Zugpferde", betonte Thorsten Storm. Am Ende setzten sich in Köln, wo die Erstligisten über ein doppeltes Stimmrecht verfügten, die Befürworter ganz knapp mit 28 zu 24 Stimmen durch. Ausgenommen sind allerdings die Spiele um den DHB-Pokal.

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 07.07.2017, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

2. Handball-Bundesliga: Nur noch 18 Teams

Die Zweite Handball-Bundesliga schrumpft. Das Unterhaus der Eliteliga wird im Sommer 2019 von derzeit 20 auf 18 Mannschaften reduziert. Das hat die Handball-Bundesliga-Vereinigung HBL bei ihrer Mitgliederversammlung in Köln beschlossen. In der kommenden Saison 2017/18 steigen zwei Vereine aus der Zweiten Bundesliga auf, während zwei Erstligisten absteigen. Die vier letztplatzierten Zweitligisten müssen in die Dritte Liga.

In der Saison 2018/19 steigen zwei Mannschaften in die Bundesliga auf und fünf Teams müssen runter in die Dritte Liga. Lediglich drei Mannschaften aus der Dritten Liga dürfen aufsteigen.

Damit spielen von der Saison 2019/20 an nur noch 18 Teams in der Zweiten Liga. Am Saisonende steigen zwei Mannschaften auf und zwei ab. Aus der Dritten Liga rücken zwei Teams nach. Der dritte Aufstiegsplatz wird fortan in der Relegation zwischen dem Tabellen-16. der Zweiten Bundesliga und einem Drittligisten ermittelt.