KN: Lubomir Vranjes verspricht Vollgas auf der Zielgeraden

Bundesliga
Donnerstag, 02.02.2017 // 09:46 Uhr

FLENSBURG. Fünf Monate, drei Titelträume, ein letztes gemeinsames Ziel: Trainer Ljubomir Vranjes macht Schluss bei der SG Flensburg-Handewitt und will seine erfolgreiche Ära mit mindestens einer weiteren Handball-Trophäe krönen. „Ich werde zusammen mit meinen Jungs die letzten Monate Vollgas geben, um uns und euch alle mit einem würdigen Abschied zu ehren“, sagte der 43-jährige Schwede. Im Sommer verlässt er die SG Richtung Ungarn.

Trainer des Bundesliga-Tabellenführers SG Flensburg-Handewitt hat sich für Wechsel zu Telekom Veszprem in Ungarn entschieden

Nach mehr als einem Jahrzehnt als Spieler und Trainer im hohen Norden nimmt Vranjes zur kommenden Saison beim ungarischen Topklub Telekom Veszprem, zuletzt zweimal Champions-League-Finalist, eine neue Aufgabe an – für den Mann aus Göteborg die „schwerste sportliche Entscheidung meines Lebens“. Er sei „nach Monaten reiflicher Überlegung“ zu der Erkenntnis gekommen, „dass ich nach elf Jahren in der SG-Familie diese neue Herausforderung annehmen muss.“ Mit der SG einigte er sich auf eine Auflösung des bis zum 30. Juni 2020 gültigen Vertrages.

Als Nachfolger ist Norwegens Nationaltrainer Christian Berge (43), ehemaliger SG-Profi (1999 bis 2006), im Gespräch. Schon in den vergangenen Wochen hatte sich der Wechsel des früheren Rückraumspielers Vranjes angekündigt, immer wieder befeuerte er mit seinen Aussagen die Gerüchte über eine bevorstehende Trennung von seinem langjährigen Klub. Nach dem Ende der Weltmeisterschaft in Frankreich führte er mit Dierk Schmäschke nun klärende Gespräche. Zumindest eine deftige Ablöse dürfte die SG einstreichen. Spekuliert wird, es handele sich um rund eine Million Euro – im Handball schon eine Hausnummer.

Vranjes hat sich seit seinem Aufstieg zum Chefcoach in Flensburg 2010 in der internationalen Szene den Ruf des Erfolgstrainers erarbeitet. 2014 gewann er die Champions League, 2015 folgte der Triumph im DHB-Pokal. Nun führt er mit seinem Team die Bundesliga vor Beginn der zweiten Saisonhälfte an – am kommenden Mittwoch startet Vranjes’ Abschiedstour mit dem Bundesliga-Kracher gegen den THW Kiel. „Nun haben wir als Mannschaft Gewissheit und wissen, woran wir sind“, sagte SG-Kapitän Tobias Karlsson. Flensburg ist auch in Pokal und Königsklasse aussichtsreich dabei.

In seiner Funktion als Geschäftsführer der SG Flensburg-Handewitt holte Thorsten Storm – heute beim THW Kiel in der Verantwortung – Vranjes zur SG. „Er hat sich damals sehr schnell als Führungsspieler etabliert“, erinnert sich Storm, für den der Weggang des Schweden ein großer Verlust ist: „Er ist ein schlauer Kopf, ein echter Typ, der lange ein Gesicht der Bundesliga war.“

In Sachen Christian Berge, der Norwegen gerade ins WM-Finale geführt hat, bestätigte Norwegens Handballverband der Zeitung VG zuletzt eine Flensburger Anfrage. „Über eine mögliche Nachfolge werden wir keinerlei Wasserstandsmeldungen oder Zeitpläne veröffentlichen“, sagte Schmäschke. Die Fans könnten jedoch sicher sein, dass er nach der „bestmöglichen Lösung suchen werde, die uns auch künftig in der europäischen Spitze hält.“

(Vom Sport-Informations-Dienst und Jens Dunkel, aus den Kieler Nachrichten vom 02.02.2017, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

KN: Keine Zeit, keine Zeit

Ljubomir Vranjes übernimmt neben Telekom Veszprem bis August 2020 auch die ungarische Nationalmannschaft.

Das teilte der Verband MKSZ am Donnerstag mit. Daraus lassen sich zwei Dinge ableiten: Die Verquickung des ungarischen Handballs mit dem Top-Klub vom Plattensee scheint sehr eng – schon Vranjes’ Vorgänger Xavi Sabate ist in dieser Doppelfunktion bis Saisonende tätig. Und der kolportierte Beweggrund des Schweden, auch wegen des Termindrucks die Bundesliga zu verlassen, ist nicht haltbar. Denn Vranjes steht damit auch in Ungarn vor einer Terminfülle. Neben nationaler Liga und dem Pokal spielt Veszprem in der Südosteuropa-Liga SEHA und in der Champions League. Dazu kommen nun Lehrgänge und Länderspiele. Für einen Handball-Coach darf’s halt immer ein bisschen mehr sein.

(Von Niklas Schomburg, aus den Kieler Nachrichten vom 03.02.2017)

 

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