KN: Zugreifen! Es geht um Platz drei

Bundesliga
Samstag, 13.05.2017 // 14:46 Uhr

Kiel. Noch einmal die "weiße Wand", die in Weiß gekleideten Fans als achter Mann hinter ihrem Team. Noch einmal aufbäumen, noch ein großes Ziel vor Augen. Am Sonntag (15 Uhr, Sparkassen-Arena) geht es für den THW Kiel in der Handball-Bundesliga um Existenzielles. Dann starten die Füchse Berlin ihren finalen Angriff auf die Champions League, wollen an den Zebras vorbei auf Platz drei ziehen, dort bis zum Saisonende bleiben und sich so für die Königsklasse qualifizieren. "Es wird eng, es wird hart", sagt THW-Trainer Alfred Gislason.

Saison-Aus für Toft Hansen

Wie so oft in dieser Saison plagen den Isländer Personalsorgen. "Ich muss auf meinen Chef im Angriff verzichten, ich muss auf meinen Chef in der Abwehr verzichten. Aber alle anderen, die da sind, werden alles geben", so der 57-Jährige, der ebenfalls auf die Power der "weißen Wand" hofft: "Ich wünsche mir eine Atmosphäre wie im Spiel gegen Barcelona." Dass das offensive "Gehirn" der Mannschaft - der am Knie operierte Kapitän Domagoj Duvnjak - bis weit über das Saisonende hinaus ausfallen würde, war klar. Jetzt ist ebenso klar, dass für den Dänen René Toft Hansen aufgrund einer hartnäckigen Schambeinentzündung die Saison beendet ist. Somit bleiben Gislason für die Position neben Patrick Wiencek im Abwehr-Innenblock als Option entweder Ilija Brozovic oder der junge Sebastian Firnhaber. Ein Fragezeichen steht zudem hinter dem Einsatz von Christian Zeitz (Muskelfaserriss) und Lukas Nilsson, der in dieser Woche mit Fieber das Bett hüten musste.

Zaungast in der Champions League? Der THW war vor 14 Jahren zum letzten Mal zum Zuschauen gezwungen (und gewann anschließend 2004 den EHF-Cup). "Wir wollen immer Champions League spielen. Das ist der Anspruch der Spieler und des Vereins", sagt THW-Manager Thorsten Storm. Doch im Rennen um den dritten deutschen Startplatz neben der SG Flensburg-Handewitt und den Rhein-Neckar Löwen strotzen auch die seit acht Spielen ungeschlagenen Füchse, die mit 44:12 Zählern nur einen Punkt hinter dem THW (45:11) rangieren, vor Selbstbewusstsein. Da greift Coach Velimir Petkovic zusätzlich gern in die psychologische Trickkiste: "Die Kieler schlafen nicht gut und haben viel Respekt vor uns."

Die Statistik spricht indes gegen die Berliner. Die letzte von insgesamt nur vier Niederlagen in 37 Matches (23:26 in Berlin) liegt sechseinhalb Jahre zurück. Im Hinspiel stürzten die Zebras den bis dato verlustpunktfreien Tabellenführer durch ein 26:18 in der Max-Schmeling-Halle und duldeten in Halbzeit eins sogar nur sieben Treffer von Petar Nenadic und seinen Nebenleuten. Ähnlich furios soll es - geht es nach dem verletzten Kapitän Domagoj Duvnjak - auch am Sonntag wieder werden: "Beim Barcelona-Spiel hatte ich Gänsehaut, als ich rund um das Feld die 'weiße Wand' sah. Das brauchen wir wieder, denn das Spiel gegen die Füchse ist unglaublich wichtig."

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 13.05.2017, Foto: Sascha Klahn)

 

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