Löwen sichern sich mit Sieg gegen die Zebras die Meisterschaft

Bundesliga
Mittwoch, 31.05.2017 // 22:00 Uhr

Der THW Kiel ist bei den Rhein-Neckar Löwen nach einer starken ersten Hälfte unter die Räder gekommen: Nach einem knappen 10:11 zur Pause unterlagen die "Zebras" am Ende mit 19:28 - und waren letztlich dem Löwen-Ansturm auf die Titelverteidigung nicht mehr gewachsen. Am Ende gratulierten die Schwarz-Weißen den Blau-Gelben zur vorzeitigen Meisterschaft. Bester Torschütze des THW in Mannheim war Christian Zeitz (5), der mit seinen Treffern in der Schlussphase gegen wie entfesselt aufspielende Löwen eine noch höhere Niederlage verhinderte. Bei den Gastgebern überragten Torhüter Mikael Appelgren mit 20 Paraden und Regisseur Andy Schmid, der mit vier Treffern in Folge seine Farben im zweiten Durchgang auf die Siegerstraße brachte.

Zebras kommen gut in die Partie

Nach der Niederlage der Flensburger in Göppingen war allen der 13.200 Zuschauer in der ausverkauften SAP-Arena klar, dass die Löwen mit einem Erfolg gegen den THW Kiel vorzeitig die Titelverteidigung würden klar machen können. Entsprechend euphorisch war der Empfang beider Mannschaften, doch die favorisierten Löwen schien dies zunächst zu blockieren. In einer von den Abwehrreihen dominierten Anfangsphase und vielen technischen Fehlern schwammen sich die Kieler ein wenig frei. Nach neun Minuten gelang Wiencek der Ausgleich zum 2:2 in dieser zunächst torarmen Partie. Auch von du Rietz' 4:2 ließen sie sich nicht aus dem Konzept bringen, der früh für den glücklosen Blazenko Lackovic in die Partie gekommene Lukas Nilsson und Niclas Ekberg trafen zum 5:5 - eine Führung sollte den "Zebras" allerdings trotz einiger Möglichkeiten verwehrt bleiben: Vujin hatte Pech mit einem Wurf an die Latten-Unterkante, und Mikael Appelgren verhinderte gegen Ekberg ein Gegenstoßtor.

Löwen überrollen Zebras

Im zweiten Durchgang hatten die "Zebras" dem Willen der Löwen zur Titelverteidigung allerdings nichts mehr entgegen zu setzen - zumal die Kieler Defensive den Mannheimer Tempo-Handball nicht mehr stoppen konnte. Nach Wienceks 11:12-Anschluss in Unterzahl waren es Appelgren und Schmid, die den Unterschied machten: Appelgren parierte Ball um Ball, und Schmid traf vier Mal in Folge. Beim 16:12 waren die Weichen für die Gastgeber gestellt, die nun wie entfesselt aufspielten: Sigurdsson erhöhte auf 17:12, und nach Zeitz' Anschluss wurde es mit einem 4:0-Lauf der Blau-Gelben richtig deutlich. Beim 21:14 deutete sich ein Kieler Debakel an, das spätestens nach Ekdahl du Rietz' Treffer zum 24:14 bedrohlich auch in Sachen Tordifferenz im Vergleich mit den Füchsen wurde - während die "Löwen" vom Meisterschafts-Willen beflügelt wurden, klappte bei den Kielern nichts mehr, während bei den Gastgebern alles zu funktionieren schien. Mit zwei Toren in den Schlussminuten verhinderte Zeitz eine zweistellige Niederlage - dieser Abend gehörte eindeutig den Löwen.

Knapper Rückstand zur Pause

Erst eine Zeitstrafe gegen Patrick Wiencek und ein Anwurf-Treffer von Hendrik Pekeler ins verwaiste Kieler Tor ebnete den Gastgebern den Weg zur ersten klaren Führung, zumal Appelgren im Kasten der Blau-Gelben einen Sahnetag erwischt hatte: Seine zehnte Parade verwertete Baena nach Schmid-Anspiel zum 10:6 (22.). Doch die "Zebras", die ohne Domagoj Duvnjak, Rene Toft Hansen und Raul Santos sowie mit einer ganzen Reihe angeschlagener Spieler in die Partie gegangen waren, kämpften sich zurück. Niklas Landin zeigte hinter einer starken Defensive mehrfach seine Qualitäten, und vorne blies Nikola Bilyk mit zwei Toren zur Aufholjagd: Sein mit der linken Hand verwandelter Nachwurf nach einem vergebenen Siebenmeter bedeutete das 9:11, und Weinhold legte nach. Landin hielt einen Sigurdsson-Siebenmeter, zum Pausen-Remis fehlten dann aber wieder Zentimeter: Marko Vujins Kracher landete an der Querlatte des Löwen-Gehäuses. Mit einem 10:11-Rückstand ging der THW Kiel in die Kabine.

Sonnabend letztes Heimspiel

Die Kieler bestreiten jetzt am Sonnabend (19 Uhr) ihr letztes Heimspiel der Saison gegen den besten Aufsteiger des vergangenen Jahrzehnts, den HC Erlangen, der mit viel Selbstbewusstsein und dem kommenden "Zebra" Ole Rahmel an die Förde reisen wird. Nach dem Spiel und den Verabschiedungen von Blazenko Lackovic, Ilija Brozovic und Christian Sprenger will die Mannschaft unter dem Motto "Danke #weisseWand" gemeinsam mit ihren Fans im Umlauf der Sparkassen-Arena die Heimspiel-Serie ausklingen lassen. Doch zuvor müssen und wollen die Schwarz-Weißen zwei Punkte holen - genau wie in der letzten Partie der Saison, die am 10. Juni um 16 Uhr in Balingen angepfiffen wird. Nachdem die Füchse am Mittwochabend gegen Gummersbach verloren und Magdeburg in Leipzig einen Punkt liegen ließ, geht der THW mit einem Zwei-Punkte-Vorsprung auf beide Teams in den Endspurt um Platz drei in der stärksten Liga der Welt. Samstag wartet also ein Endspiel auf den THW: Auf geht's, Kiel!

 

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