Nächstes schweres Heimspiel: Mittwoch gegen Melsungen

Bundesliga
Montag, 20.02.2017 // 12:44 Uhr

Nach der erfolgreichen Bundesliga-Premiere 2017 in der Sparkassen-Arena gegen die HSG Wetzlar geht der Heimspiel-Marathon weiter: Am Mittwoch begrüßen die Kieler mit der MT Melsungen den zweiten hessischen Vertreter in ihrem "Wohnzimmer". Dabei sollten sich Fans und "Zebras" nicht vom Tabellenstand täuschen lassen: Der Tabellenzehnte ist mit seiner zupackenden Abwehr und Durchschlagskraft im Angriff immer für einen großen Wurf gut. Anpfiff ist um erst um 20:15 Uhr, noch gibt es einige Karten für die Partie, die in voller Länge im Internet unter tv.sport1.de und ab 20:45 Uhr auch im Fernsehen bei Sport1 gezeigt wird. Zeitnahe Informationen liefert wie gewohnt auch der Liveticker auf der THW-Homepage.

Melsungen bisher hinter den Erwartungen

Nicht zufrieden mit dem bisherigen Saisonverlauf: Mittelmann Timm Schneider

Groß waren die Hoffnungen bei der MT Melsungen vor dem Start der aktuellen Saison: Platz vier im Vorjahr und ein erneut verstärkter Kader, den wir Ihnen bereits im Vorbericht zum Hinspiel ausführlich vorstellen, ließen die Hessen sogar in den erweiterten Favoritenkreis der DKB Handball-Bundesliga vorstoßen. Allerdings: Nach 0:6 Punkten zum Auftakt gelang es dem Team von Trainer Michael Roth zwischenzeitlich nur einmal, das Konto auszugleichen: Am zehnten Spieltag hatte die MT 10:10 Zähler. Weiter als bis auf Rang sechs ging es in der DKB Handball-Bundesliga bislang nicht mehr hinauf. Die Luft auf den oberen Plätzen war offenbar zu dünn. "Wir sind den eigenen Erwartungen nicht gerecht geworden", sagte Spielmacher Timm Schneider. Auch ein 24:24-Unentschieden gegen den Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt konnte den ersten Abschnitt der Saison nicht mehr retten.

Rückkehr von Jaanimaa

Ex-Zebra Johan Sjöstrand kehrt Mittwoch nach Kiel zurück

Allerdings war die Spielzeit von Verletzungsproblemen geprägt: Erst musste sich Ex-THW-Torhüter Johan Sjöstrand einer Knie-Operation unterziehen, dann fehlte Kreisläufer Marino Maric, der aktuell gerade nach einer Fußoperation bis zu drei Monate auszufallen droht. Außerdem musste Linksaußen Jeffrey Boomhouwer aufgrund einer Sprunggelenksblessur mehrere Wochen ersetzt werden. Dazu galt es das, einige Zeit das Fehlen von Gabor Langhans, Svetislav Verkic, Nenad Vuckovic und dem während der Saison aus Kiel verpflichteten Dener Jaanimaa zu kompensieren. "Danger" Jaanimaa ist gespannt auf seine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte: "Ich freue mich sehr auf die Partie! Denn jedes Spiel in der Sparkassen-Arena ist eine große Sache, egal, ob man da früher mal gespielt hat oder nicht."

Spiel wird live gezeigt

Verletzungssorgen begleiteten MT-Trainer Michael Roth durch die bisherige Spielzeit

Doch das ist erst einmal Zukunftsmusik: Aktuell haben sich die Melsunger für das Spiel am Mittwoch einiges vorgenommen, wie Jaanimaa berichtet: "Gegen Kiel ist man immer besonders motiviert und will sich gegen die Besten beweisen. Es wird natürlich schwer für uns, aber alles kann passieren. Und wenn wir einen guten Tag haben, kann es vielleicht sogar eng werden." Geleitet wird das Spiel von Hanspeter Brodbeck und Simon Reich, Sport1 überträgt die Begegnung ab 20:15 Uhr live im Internet unter tv.sport1.de, ab 20:45 Uhr geht dann auch das Sport1-Fernsehen mit Handball auf Sendung. Nach der Partie wird Christian Sprenger zum Live-Interview in der Fan-Arena erwartet.

Sellin geht - Reichmann kommt

Johannes Sellin führt die Torschützenliste der DKB Handball-Bundesliga an

Dafür ragten andere Spieler heraus. Johannes Sellin unterstrich seine Torjägerqualitäten. Der Rechtsaußen führt derzeit mit 130 Treffern sogar die Torjägerliste in der DKB Handball-Bundesliga an. "Johannes hat sich als Mensch weiter entwickelt, er trainiert besser, ist voll konzentriert", sagte Trainer Roth gegenüber der Handballwoche. Allerdings wird der Europameister von 2016 den Klub nach der Serie trotzdem in Richtung Erlangen verlassen, weil der Verein Sellins Vertrag nach vier Jahren nicht weiter verlängerte. Manager Axel Geerken zog mit Tobias Reichmann (KS Kielce/POL) und Finn Lemke (SC Magdeburg) zwei weitere Stammkräfte des Europameisters von 2016 an Land. Zu den Weichenstellungen gehört außerdem, dass Patrik Fahlgren (bisher unbekanntes Ziel) und Momir Rnic (Rhein-Necker Löwen) ihre Zelte in Melsungen abbrechen werden.

Wiencek: "Hartes Stück Arbeit"

In 23 Bundesliga-Begegnungen hatten die "Zebras" bisher 20 Mal die Nase vorn, dreimal siegten die Hessen (siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv). Die Partie am Mittwoch, für die es noch einige Sitz- und Stehplatzkarten (jetzt direkt Tickets sichern!), wird ein Kraftakt, ahnt Patrick Wiencek: "Das wird ein echter Prüfstein. Partien gegen die Melsunger mit ihrer zupackenden Abwehr sind immer ein hartes Stück Arbeit. Wir werden auch unsere Fans brauchen, um die zwei wichtigen Punkte einzufahren." Auf geht's, Kiel!

KN: "Die Hesse komme!"

Kiel. Die Rodgau Monotones sangen einst: "Was tut den Bayern, Schwaben, Friesen gründlich jeden Spaß vermiesen? Erbarmen - zu spät, die Hesse komme!" 33 Jahre später erleben die Zebras des Handball-Rekordmeisters THW Kiel hessische Tage in der heimischen Sparkassen-Arena, denn nach der HSG Wetzlar am Sonntag gastiert heute (20.15 Uhr) die MT Melsungen an der Kieler Förde.

Und den Spaß vermiesen lassen wollen sich die THW-Asse keineswegs. Das 34:25 gegen Wetzlar diente bereits als Stimmungsaufheller. Gegen von Verletzungspech gebeutelte Melsunger, die nach katastrophalem Saisonstart (2:8 Punkte) auf Rang zehn der Bundesliga-Tabelle dümpeln (17:23 Punkte), soll sich das atmosphärische Hoch im Kader gern fortsetzen. Einzig die personelle Besetzung wird THW-Coach Alfred Gislason erst am Mittwoch festlegen. So könnte Rechtsaußen Christian Sprenger angesichts leichter Kniebeschwerden bei Niclas Ekberg ebenso wieder in den Kader rotieren wie Kreisläufer Ilija Brozovic. Und auch der zuletzt so sehr in der Kritik stehende Marko Vujin werde, so der Chefcoach, "garantiert wieder eine Chance bekommen".

Der Auftritt in Kiel ist für die Nordhessen das fünfte Pflichtspiel in 15 Tagen. Bereits am Montag reiste das Team von Coach Michael Roth direkt vom EHF-Cup-Sieg bei den Riihimäen Cocks in Finnland (29:28) in die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt. "In Kiel geht es in erster Linie darum, eine optimale kämpferische Leistung abzurufen und Moral zu zeigen. Natürlich haben wir derzeit eine hohe Belastung. Wir wollten stets europäisch spielen und wussten vorher, was auf uns zukommt. Deshalb jammern wir ja auch nicht. Eine Mannschaft wie Kiel hat dies schließlich ständig und muss auch damit klarkommen", sagte Roth vor der Partie.

Platz zehn spiegele nicht die Klasse des MT-Kaders wider, weiß Alfred Gislason. "Die Saison ist für Melsungen ein ständiges Auf und Ab. Es fehlt die Beständigkeit." Christian Zeitz warnt nicht nur vor den "starken Müller-Brüdern" (Philipp und Michael, d. Red.), sondern auch vor "einem gewissen Dener Jaanimaa, der uns im Hinspiel große Sorgen bereitet hat". Der Este war im September als Ersatz für den verletzten Gabor Langhans vom THW zu den Hessen gewechselt und traf beim 23:30 seiner Mannschaft im Hinspiel siebenmal. "Das war dort sein mit Abstand bestes Spiel", erinnert sich Gislason.

Die Vorfreude bei dem 27-Jährigen auf die Rückkehr an seine zwischenzeitliche Wirkungsstätte ist jedenfalls riesengroß. "Ich freue mich sehr auf die Partie, denn jedes Spiel in der Sparkassen-Arena ist eine große Sache. Egal, ob man da früher mal gespielt hat oder nicht", sagt Jaanimaa. Jeder wisse, so der Linkshänder, wie Kiel spielt. "Und wenn bei ihnen mal nichts mehr läuft, nimmt Domagoj Duvnjak halt den Ball und macht einen Doppelwackler, so einfach ist das. Vom Potenzial her ist uns diese Mannschaft überlegen."

Bester Torschütze der MT ist übrigens Johannes Sellin. Und nicht nur das: Der 26-jährige Rechtsaußen und Europameister führt derzeit mit 130 Treffern die Torschützenliste der Handball-Bundesliga an. Seinen Vertrag verlängerte der Klub dennoch nicht, sicherte sich stattdessen zur neuen Saison die Dienste von Champions-League-Sieger Tobias Reichmann von KS Vive Kielce. Sellin, sicherer Siebenmeter-Schütze und Tempogegenstoß-Spezialist, der sich nun dem HC Erlangen anschließt, reagierte mit Unverständnis: "Viel mehr Tore als ich wird Tobias auch nicht werfen."

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 22.02.2017)

 

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