Samstag beim Tabellenzweiten: Zebras reisen zu den Füchsen

Bundesliga
Donnerstag, 19.10.2017 // 15:02 Uhr

Das bittere Pokal-Aus bei den Recken analysieren, die Enttäuschung verarbeiten und dann die volle Konzentration auf die nächste schwere Aufgabe richten: Am Sonnabend sind die "Zebras" in der Hauptstadt gefordert. Die Füchse Berlin, derzeit Tabellenzweiter der DKB Handball-Bundesliga, empfangen den THW Kiel in der Max-Schmeling-Halle. Anwurf ist um 14:05 Uhr, der öffentlich-rechtliche Sender "Rundfunk Berlin-Brandenburg" (RBB) zeigt das Spiel live im frei empfangbaren Fernsehen. "Die Füchse spielen bisher eine starke Saison. Wir werden aber für diese zwei Punkte und unsere tollen Fans alles geben", verspricht THW-Kreisläufer Rene Toft Hansen. THW-Fans, die ihre Mannschaft beim schweren Auswärtsspiel in Berlin unterstützen möchten, können sich noch Tickets sichern: Der "Fuchsbau" ist noch nicht ausverkauft.

Viele THW-Fans reisen nach Berlin

"Die Max-Schmeling-Halle war oft ein gutes Pflaster für uns", erinnert Toft Hansen an die starken Kieler Auftritte in Berlin. "Die Halle liegt uns, und oft haben unsere Fans fast ein Heimspiel aus der Partie bei den Füchsen gemacht. Darauf hoffen wir auch am Samstag." Tickets für kurzentschlossene Kieler Fans gibt es online, an vielen Vorverkaufsstellen und auch an der Tageskasse. Der Kieler Fanblock "Q" ist allerdings bereits voll besetzt, denn mehr als 150 Mitglieder der beiden Fanclubs "Zebrasprotten" und "Schwarz-Weiss" sowie weitere Anhänger aus Kiel treten die Reise in die Hauptstadt an. Sie hoffen wie die "Zebras" auf eine Fortsetzung der guten Bilanz gegen die Füchse: Von bisher 32 Bundesliga-Spielen gewann der THW 26 Partien, zweimal gab es ein Unentschieden (siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv).

Füchse mit viel Selbstvertrauen

Neuzugang aus Veszprem: Marko Kopljar

Viele der Begegnungen waren hart umkämpft - gleiches könnte sich am Sonnabend wiederholen, weiß Toft Hansen: "Die Füchse sind stark gestartet, wir müssen eine richtig gute Abwehr stellen und im Gegenstoß zu Toren kommen." Denn die Berliner haben in dieser Spielzeit einen Lauf, drehten etliche enge Partien noch zu ihren Gunsten - wie zum Beispiel beim Nachbarschaftsduell in Leipzig, als Steffen Fäth mit einem direkt verwandelten Freiwurf nach Ende der offiziellen Spielzeit noch einen 31:30-Erfolg unter Dach und Fach brachte. Acht Partien in Folge gewannen die Berliner, stellten einen neuen Vereins-Startrekord auf und tankten so eine Menge Selbstbewusstsein. Dem ersten Rückschlag der Spielzeit, der 27:33-Niederlage bei der TSV Hannover-Burgdorf, ließen die Füchse am Mittwochabend in Flensburg den großen Coup folgen: Mit 29:26 stürmten die Berliner die Flensburger Arena, stürzten den letztjährigen Finalisten aus dem Wettbewerb und feierten ihrerseits überschwänglich den Viertelfinal-Einzug. Sportkoordinator Volker Zerbe lobte sein Team: "Die Mannschaft hat nach der Niederlage gegen Hannover ein super Gesicht gezeigt. Sie hat großartig gespielt." Auch Bob Hanning ist angesichts der Darbietung an der dänischen Grenze und des bisherigen Saisonverlaufs optimistisch: "Wir haben gegen die SG eine klasse Leistung gezeigt. Wir freuen uns auf Kiel", sagt der Füchse-Geschäftsführer. 

Zwei prominente Neuzugänge

Von der Leine an die Spree: Erik Schmidt kam aus Hannover

Die Ansprüche an der Spree sind gewachsen. "Nach den letzten Jahren, in denen wir den deutschen Pokal, den Europa-Cup und zwei Mal den Weltpokal gewonnen haben, wollen wir in den kommenden Jahren deutscher Meister werden", hatte Füchse-Präsident Frank Steffel bei seiner Wiederwahl verkündet. Etwas verhaltener drückte sich Trainer Velimir Petkovic vor Saisonbeginn aus: "Natürlich müssen wir den Anspruch haben, weiter nach oben zu kommen", sagte der Trainer. "Für die Entwicklung gelobt zu werden, ist schön. Aber man hat damit noch nichts erreicht. Wir wollen auch Titel gewinnen." Petkovic, bekannt für sein engagiertes Coaching, ist steht sinnbildlich für den Aufschwung in der Hauptstadt. Nachdem die Berliner zuletzt im Kampf um den Wildcard-Platz für die Champions League nur knapp dem THW Kiel unterlegen waren, hat man rund um den Fuchsbau Lust auf mehr bekommen. Das Fundament steht, denn Petkovic kann auf eine eingespielte, hungrige Truppe setzen. Mit Linkshänder Marko Kopljar, 2,10-Meter-Riese und 147-facher kroatischer Nationalspieler, kam ein Spieler vom ungarischen Final4-Dauergast Telekom Veszprem, der weiß, wie sich Königsklasse anfühlt. Geholt wurde Kopljar im Tausch für Kent Robin Tönnesen, der die Berliner in Richtung Balaton verließ. Für den nach Göppingen abgewanderten Kreisläufer Kresimir Kozina holten die Füchse ebenfalls prominenten und erfahrenen Ersatz: Europameister Erik Schmidt wechselte aus Hannover an die Spree. 

Mobiler Fanshop in Berlin

Eine schwierige Aufgabe steht dem THW Kiel in der Hauptstadt bevor: Neben vielen THW-Fans reist auch der mobile Fanshop nach Berlin und hat vom Schlüsselanhänger bis zum Trikot alles an Bord, was Fans der Schwarz-Weißen Freude bereitet. Der Anwurf für die Partie erfolgt am Sonnabend um 14:05 Uhr, neben dem RBB zeigt auch Sky das Spiel live. Zeitnahe Informationen liefert wie gewohnt der Ticker auf der THW-Homepage. Als Schiedsrichter wurden Robert Schulze und Tobias Tönnies nominiert. Samstag steigt das letzte Spiel vor der Nationalmannschafts-Pause: Auf geht's, Kiel!

 

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