Ostersamstag beim TBV Lemgo: THW will zwei Punkte holen

Bundesliga
Donnerstag, 13.04.2017 // 14:24 Uhr

Für den frisch gekürten Pokalsieger THW Kiel beginnt das Oster-Wochenende in Ostwestfalen: Am Sonnabend geht es für die "Zebras" beim um den Klassenerhalt kämpfenden TBV Lemgo um zwei ganz wichtige Punkte in der DKB Handball-Bundesliga. Mit einem Erfolg wollen die Kieler den Anschluss an die vordersten Tabellenplätze halten. Die Partie in der Lipperlandhalle beginnt um 19 Uhr, das Spiel ist im kostenpflichtigen Livestream bei DAZN.com zu sehen. Kostenlose Informationen liefert der Liveticker auf der THW-Homepage.

Vujin: "Wollen oben dran bleiben"

Der THW reist am Freitag nach Ostwestfalen. Das klare Ziel: Auf der Rücktour sollen zwei Punkte im Gepäck sein. "Wir wollen in der Liga oben dran bleiben, dafür müssen wir aber in jedem Spiel einhundert Prozent abrufen", fordert Marko Vujin. "Jeder Gegner wird uns alles abverlangen", ist sich der Linkshänder sicher. "Auch Lemgo wird bis zum Umfallen kämpfen, um uns ein Bein zu stellen. Wir werden dagegen halten!" 

TBV in Abstiegsgefahr

Der TBV bangt aktuell mehr denn je um den Klassenerhalt. Nach dem starken Heim-Remis gegen den SC DHfK Leipzig bedeuteten vier Niederlagen in Folge zuletzt das Abrutschen auf Platz 16 - der Traditionsverein kämpft ab sofort in jedem Spiel um den Verbleib in der DKB Handball-Bundesliga. Das bekamen auch die Rhein-Neckar Löwen zu spüren, denen die Lemgoer vor den eigenen Fans einen heißen Fight lieferten, am Ende aber mit leeren Händen dastanden. Zuvor hatte der TBV, dessen Kader wir Ihnen im Vorbericht zum Hinspiel bereits ausführlich vorgestellt hatten und der in Routinier Rolf Hermann (110 Treffer) seinen erfolgreichsten Torschützen hat, im Heimspiel gegen den Bergischen HC beim 23:25 zwei so genannte Big Points verpasst. Ein Punkt Rückstand auf den rettenden Platz 15 war die Folge.

Kehrmann nimmt Spieler in die Pflicht

Florian Kehrmann will den TBV erneut zum Klassenerhalt führen

Kein Wunder, dass Florian Kehrmann nach der jüngsten 25:32-Niederlage beim HC Erlangen vollkommen bedient war. "Wir sind völlig auseinander gefallen, haben nur noch Fehler produziert. Jeder hat da nur auf sich geschaut. Mit solch einer Leistung können wir nichts holen." Vor allem nahm der Trainer seine erfahrenen Spieler für die kommenden Aufgaben in die Pflicht: "Es sollte sie nachdenklich stimmen, dass es der 19-jährige Jari Lemke schafft, zehn Minuten lang im Angriff Lücken zu schaffen, seine Nebenleute einzusetzen." Neun Spiele bleiben den Ostwestfalen, um im spannendsten Abstiegskampf der vergangenen Jahre doch noch die Wende zu schaffen. 

68. Duell in der Bundesliga-Geschichte

Die "Zebras" treffen daher am Sonnabend auf eine Mannschaft, die im Kampf um den Klassenerhalt alle Kräfte mobilisieren wird. Ein Vorteil für die Lemgoer: Sie bereiten sich seit Ende März auf das Heimspiel gegen den Rekordmeister, das voraussichtlich vor ausverkauften Rängen in der Lipperlandhalle stattfinden wird, vor. Die Partie, die um 19 Uhr von Christoph Immel und Ronald Klein angepfiffen werden wird, ist bereits die 68. in der Bundesliga-Geschichte der beiden Traditionsvereine (siehe auch Gegnerstatistik TBV Lemgo), 42 Mal behielt dabei der Rekordmeister die Oberhand, sechs Unentschieden stehen zu Buche. Allerdings haben die Kieler auswärts häufiger verloren als gewonnen - mit ein Grund, warum sie am Sonnabend konzentriert zu Werke gehen werden. "Wir haben nichts mehr zu verschenken", sagt Niclas Ekberg. "Wir wollen zwei Punkte aus Ostwestfalen mit nach Hause nehmen." Auf geht's, Kiel!

KN: THW Kiel in Lemgo: Lücke auf der Mitte

Kiel. Der DHB-Pokal steht sicher im Fenster der Geschäftsstelle, ab heute ist wieder Alltag: Der THW Kiel läuft am Ostersonnabend (19 Uhr) in der Lemgoer Lipperlandhalle auf. Beim abstiegsbedrohten TBV ist ein Sieg Pflicht, um das "mittlere Wunder" (THW-Trainer Alfred Gislason) in Sachen Meisterschaft weiter in Reichweite zu behalten.

Drei Tage nachdem der THW die Verpflichtung von Spielmacher Miha Zarabec zur kommenden Saison bekanntgegeben hatte, könnten die Zebras den Slowenen schon sehr gut gebrauchen: Für Kapitän Domagoj Duvnjak ist die Saison beendet, der Kroate soll kurz nach Ostern operiert werden und wird anschließend sechs bis neun Monate ausfallen. Ersatz-Spielmacher Nikola Bilyk laboriert seit dem Pokalhalbfinale gegen Leipzig an einer Ellenbogen-Verletzung. "Es sieht nicht so aus, als könnte er spielen", sagte Gislason. Mittelmann Nummer drei, Steffen Weinhold, ist wieder fit - nach seinen anhaltenden Problemen mit der Nackenmuskulatur wohl aber noch nicht bei 100 Prozent. Erneut ein Fall für Rune Dahmke? Der seit Montag 24-jährige etatmäßige Linksaußen hat im Final Four bewiesen, dass er auf der Rückraummitte spielen kann. "Wir haben auch wieder mit ihm auf der Mitte trainiert", sagt Gislason. "Er ist eine Option."

Weil auch Christian Zeitz weiterhin mit einem Muskelfaserriss in der Wade fehlt und Kreisläufer René Toft Hansen nach wie vor angeschlagen ist, nutzten die Kieler drei freie Tage, um die Akkus aufzuladen. "Sie haben am vergangenen Wochenende alle so hart gearbeitet, viele mussten jetzt von den Physios ein bisschen gepflegt werden", erklärt Gislason. "Das war natürlich auch eine schöne Belohnung für sie. Ein bisschen frei zu haben, ist immer sehr, sehr wichtig." Wobei die angesagten drei freien Tage auch nur die halbe Wahrheit sind: Neben den Physiobehandlungen fanden sich fast alle Zebras am Mittwoch zum Krafttraining ein. Weiter, immer weiter.

Und die nächste Aufgabe in Lemgo könnte es trotz Papierform und Tabellensituation in sich haben. "Lemgo kämpft ums Überleben, wir müssen hellwach sein", fordert Gislason, der sich an das Spiel gegen den TVB Stuttgart erinnert. "Auch Stuttgart konnte sich lange auf das Spiel gegen uns vorbereiten, und wir haben schlecht gespielt, am Ende wurde es ganz eng. Wir sind also gewarnt." Das zeigt auch der Blick auf die vergangenen Kieler Auftritte in der Lipperlandhalle: Zwar fuhren die Zebras in Lemgo so manchen deutlichen Sieg ein, haben aber insgesamt in Lemgo häufiger verloren als gewonnen, fuhren nach drei der letzten acht Auswärtsspiele beim TBV ohne Punkte wieder nach Hause. Und auch der momentane Abstiegsplatz darf laut THW-Coach Gislason nicht als Maßstab herangezogen werden. "Lemgo hat einen Umbruch hinter sich und in dieser Saison viel Verletzungspech gehabt", sagt der Isländer.

Kein Grund zur Selbstzufriedenheit nach dem Pokaltriumph also, die nächsten Bundesliga-Aufgaben Lemgo und Minden sind mehr als Aufwärmspiele für die Champions-League-Woche gegen den FC Barcelona. "Ideal wäre es, wenn wir mit der Stimmung auftreten, die wir in Hamburg hatten, und auch mit derselben Intensität - egal, wer spielt", sagt Gislason. "Das ist es, was wir im Moment brauchen."

(Von Niklas Schomburg, aus den Kieler Nachrichten vom 15.04.2017)

 

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