Heim-Auftakt am Sonntag: THW empfängt den SCM zum Spitzenspiel

Der SC Magdeburg: Gegner des THW Kiel in der DKB Handball-Bundesliga
Bundesliga
Freitag, 01.09.2017 // 12:15 Uhr

Der Auftakt ist mit dem 33:21-Erfolg bei Aufsteiger TuS N-Lübbecke gelungen, jetzt geht es für den THW Kiel richtig in die Vollen: Am Sonntag empfangen die "Zebras" in ihrem ersten Heimspiel der Saison den Tabellenführer SC Magdeburg zum Spitzenspiel der DKB Handball-Bundesliga. Der SCM reist mit breiter Brust an die Förde, sind die Sachsen-Anhaltiner doch die einzige Mannschaft, die im Kalenderjahr 2017 noch ungeschlagen ist. Anwurf in der Sparkassen-Arena ist um 12:30 Uhr, Sky Sport überträgt live aus dem Kieler Handball-Tempel. "Wir werden die Hilfe unserer Fans brauchen", sagt THW-Neuzugang Miha Zarabec vor seinem ersten Heim-Auftritt im THW-Trikot, "ich freue mich riesig auf unsere Fans." 

Empfehlung: Früh anreisen

Auswärtige Zuschauer sollten am Sonntag früh anreisen: Wegen des parallel zum frühen Sonntagsspiel stattfindenden Flohmarkts dürfte die Parkplatzsuche in der Stadt ein wenig mehr Zeit als eh schon gewohnt in Anspruch nehmen. Die Sparkassen-Arena öffnet wie gewohnt zwei Stunden vor dem Anpfiff, in diesem Fall also um 10:30 Uhr, ihre Türen. Zur gleichen Zeit öffnet auch das Ticketcenter der Sparkassen-Arena. Für die Top-Partie zum Auftakt gibt es noch Stehplatztickets (auch im Online-Shop mit Print@Home zum Selbstausdrucken). Angeboten werden aber auch Karten für die weiteren Heimspiele des THW gegen den Flensburg-Bezwinger Hannover (Donnerstag, 19 Uhr), den DHfK Leipzig und Frisch-Auf Göppingen sowie für die Champions-League-Partien gegen Paris Saint-Germain, Aalborg Handbold und die SG Flensburg-Handewitt. 

Spitzenspiel elektrisiert

Kam aus Kielce: Piotr Chrapkowski

Das Spitzenspiel in Kiel ist der Anziehungspunkt der Liga am Sonntag: Mit 10.285 Fans wird die Sparkassen-Arena ausverkauft sein, Ministerpräsident Daniel Günther wird ebenso erwartet wie Liga-Präsident Uwe Schwenker und Bundestrainer Christian Prokop. Sky Sport berichtet ausführlich über die Partie, die Abonnenten sowohl als Teil der Sonntagskonferenz ab 12:30 Uhr als auch komplett live (Sky Sport HD 4) verfolgen können. Mit Sky Ticket (skyticket.de) können auch alle Handballfans, die keine Sky-Kunden sind, mit flexiblen Tages-, Wochen- und Monatstickets ohne Vertragsbindung ab 9,99 Euro live dabei sein. Nach dem Spiel wird THW-Geschäftsführer Thorsten Storm direkt nach Flensburg reisen: Er ist unter anderem zur Spiel-Analyse ab 17 Uhr im Free-TV bei Sky Sport News HD bei "Kretzschmar - der Handball-Talk" zu Gast, und ab 21:30 Uhr kann man eine Spielzusammenfassung ebenfalls beim frei empfangbaren und kostenlosen Sender Sky Sport News HD sehen. Zeitnahe Informationen zum Spielgeschehen liefert wie gewohnt der Liveticker auf der THW-Homepage. Nach dem Spiel wird Neuzugang Ole Rahmel zum Interview in der Fan-Arena (E-Seite der Arena) erwartet.

Magdeburg reist mit breiter Brust an

Carlos Molina wechselte aus Spanien nach Magdeburg

Sportlich erwartet den THW Kiel eine echte Herkules-Aufgabe: Der SC Magdeburg gehört in diesem Jahr zum Favoritenkreis auf den Titel. Das Team von Trainer Bennet Wiegert spielte eine tolle Vorsaison, die im Juni 2017 auf Rang fünf endete. Die bisher letzte Niederlage der Börde-Städter datiert vom 11. Dezember vergangenen Jahres. In der Sparkassen-Arena hieß es nach 60 Minuten 24:28 für Robert Weber und Co. 22 Bundesligaspiele in Folge sind die Magdeburger seitdem ungeschlagen, holten in diesem Zeitraum 41:3-Punkte. Eine eindrucksvolle Bilanz, die die Magdeburger am Sonntag gerne weiter ausbauen würden. Zu ihrem ersten Auswärtsspiel reisen sie als Tabellenführer an die Förde: Jeweils vor den eigenen Fans besiegte der SCM die Aufsteiger TV Hüttenberg (33:26) und Die Eulen Ludwigshafen (30:26) recht souverän. Mit einem 15 Spieler umfassenden Kader will der SCM oben angreifen: Den vier Abgängen stehen vier Neulinge gegenüber. Während Fabian van Olphen (TBV Lemgo), Finn Lemke (MT Melsungen) und Jacob Bagersted (Frisch Auf Göppingen) bei anderen Bundesligisten eine neue Herausforderung annahmen, wechselte Yves Grafenhorst auf die Trainerbank. Der 33-jährige Linksaußen arbeitet nach seinem Karriereende nun als Co-Trainer und hat zudem das Amt des Nachwuchskoordinators übernommen. "Ich habe als Aktiver eine unglaubliche Zeit beim SC Magdeburg erlebt. Es freut mich daher umso mehr, mich weiter in diesen großartigen Verein einbringen zu können",  sagte Grafenhorst, für den die Magdeburger den 21-jährigen Lukas Mertens vom Wilhelmshavener HV holten.

Vier Neuzugänge

Russischer Kreisläufer: Gleb Kalarash

Die Leitfiguren des SCM sind das gute Torhütergespann mit Jannick Green und Dario Quenstedt. "Es ist natürlich schön, dass die Experten uns zum Favoritenkreis zählen, aber wir sehen uns mehr in der Rolle des Verfolgers. Wenn ein, zwei Mannschaften straucheln, dann versuchen wir, unsere Aufgaben zu machen und zur Stelle zu sein", kommentierte Quenstedt die Medien-Umfragen der vergangenen Wochen. Der Keeper hat sich für Sonntag gemeinsam mit seinen Teamkollegen einiges vorgenommen: "Es ist immer besser, wenn man auf die ganz großen Mannschaften zum Anfang der Saison trifft, wenn sie noch nicht so richtig wissen, wo sie stehen und noch nicht ganz eingespielt sind. Da kann man dann eher nochmal mit Punkten rechnen als zur Mitte oder am Ende der Saison." Soll heißen: Die Mannen von der Elbe rechnen sich einiges aus für das Spitzenspiel beim THW. Und das liegt auch am starken Kader: Unter anderem glänzt Marko Bezjak beim SCM als Spielmacher, Michael Damgaard ist ein exzellenter Rückraumschütze. Dazu platzierte sich Robert Weber in der abgelaufenen Serie mit 219 Toren auf Rang zwei der Torschützenliste der DKB Handball-Bundesliga. Mit Abwehr-Ass Piotr Chrapkowski, Rückraumspieler Carlos Molina und dem 2,05-Meter-Kreisriesen Gleb Kalarash verstärkte man sich gezielt. Mit dem SC Magdeburg ist wieder zu rechnen.

53. Bundesliga-Duell

Das Spitzenspiel am Sonntag, bei dem dem THW Kiel mit Domagoj Duvnjak, Rene Toft Hansen und Raul Santos die drei Langverletzten fehlen werden, ist bereits das 53. Bundesliga-Duell beider Traditionsmannschaften. 34 Mal siegte der THW, 13 Mal der SCM (siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv). Die letzte Begegnung verloren die "Zebras" nach dramatischem Spielverlauf mit 26:27 (siehe Spielbericht).

Gislason macht die 500 voll

Alfred Gislason macht sein 500. Spiel als Trainer des THW Kiel

"Der SCM ist hat sich gut verstärkt, ist jetzt in der Abwehr und im Angriff sehr gut besetzt und insgesamt viel breiter aufgestellt als im Vorjahr", sagt THW-Trainer Alfred Gislason. "Wir müssen 60 Minuten richtig gut und konzentriert spielen, um die Punkte zu holen." Für den Isländer ist die Partie am Sonntag eine besondere: Zum 500. Mal sitzt Alfred Gislason in einem Pflichtspiel auf der Bank des Rekordmeisters - und das ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Club. "So lange beim THW Kiel geblieben zu sein, bedeutet mir sehr viel. Die Zeit ist erstaunlich schnell vergangenen, nur so gerast. Dass es jetzt schon 500 Spiele sind, ist daher eine Riesen-Überraschung für mich." Doch dieses Jubiläum, so der Trainer, sei für ihn nebensächlich: "Das wird ein richtig hartes Spiel, das wir unbedingt gewinnen wollen." Es ist angerichtet: Wenn am Sonntag die beiden Unparteiischen Peter Behrens und Marc Fasthoff um 12:30 Uhr anpfeifen, soll die "weiße Wand" der THW-Fans wieder ihren Zauber entfalten. Die "Zebras" mit den drei "Neuen" Emil Frend Öfors, Ole Rahmel Miha Zarabec können es kaum erwarten: Es ist wieder Heim- und Spitzenspiel-Zeit in Kiel! Auf geht's, Zebras!

 

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