KN: Die Deckung als Prunkstück

Bundesliga
Freitag, 01.09.2017 // 11:58 Uhr

Lübbecke/Kiel. Zwar gab es beim ersten Bundesligaspiel der neuen Saison "im Angriff Licht und Schatten", wie THW-Trainer Alfred Gislason nach der Partie sagte, insgesamt war der Isländer wie seine Mannschaft aber zufrieden mit der Leistung beim 33:21-Erfolg in Lübbecke. Die Kieler Abwehr präsentierte sich auf Top-Niveau.

Abwehr um Youngster Firnhaber arbeitete auf höchstem Niveau

"Vor allem in der ersten Halbzeit war unsere Abwehr unglaublich gut", erklärte Mittelblocker Sebastian Firnhaber. "Wir haben gut gestanden und auf allen Positionen die Zweikämpfe gewonnen." Firnhaber selbst hatte großen Anteil daran, dass die THW-Deckung kaum Lücken für den Lübbecker Angriff ließ, aggressiv und beweglich verteidigte - und dabei keine einzige Zeitstrafe kassierte. "Ich möchte heute besonders Sebastian Firnhaber herausheben, der richtig, richtig gut gespielt hat", sagte Gislason. Der Coach war nicht der einzige, dem die starke Leistung des Eigengewächses aufgefallen war: Auch der aus dem gut 20 Kilometer entfernten Minden angereiste Frank von Behren, Sportlicher Leiter bei GWD, zeigte sich von der Leistung des 23-Jährigen begeistert.

Firnhaber, Patrick Wiencek und ihre Nebenleute lehrten den Ostwestfalen phasenweise das Fürchten. Dazu verschob die gesamte Deckungsformation gut, schloss so Lücken, hielt ständig Kontakt zu den Nebenleuten und den angreifenden Lübbeckern. Sinnbildlich war die Szene, als Firnhaber aus der Mitte nach rechts rausschob und einen Pass auf die TuS-Linksaußenposition ins Aus tippte, ohne Kreisläufer Nils Torbrügge auch nur einen Zentimeter Raum zu geben - an der Seitenlinie reagierte Trainer Gislason beinahe enthusiastisch, klatschte Beifall, zeigte mit dem Finger auf Firnhaber, als wolle er sagen, "so geht das!". Weil zu der starken 6:0-Abwehr auch Torhüter Andreas Wolff ein sicherer Rückhalt war und mit 14 Paraden - davon ein Siebenmeter - stark aufspielte, war der THW beinahe von Beginn an Herr im Haus. "Es war gut, dass wir sofort die Richtung vorgegeben haben", sagte Firnhaber.

Dem zollte auch der Aufsteiger Respekt. "Wir sind in der ersten Halbzeit schlicht und einfach an der Kieler Abwehr gescheitert", erklärte Lübbeckes Trainer Aaron Ziercke. "Nach der Pause hatten wir etwas weniger Respekt. Aber wenn der THW ein gutes Spiel macht, ist es für jeden verdammt schwer dagegenzuhalten." Der TuS-Coach konnte aber auch Positives mitnehmen, die bessere zweite Halbzeit seiner Schützlinge etwa, als es ihnen gelang, die Kieler mit höherem Tempo hin und wieder zu überraschen.

Und so fällt auch das Fazit der Zebras aus, die zwar grundsätzlich zufrieden mit ihrem Auftakt waren, angesichts des kommenden Spiels gegen den SC Magdeburg (Sonntag, 12.30 Uhr) aber wissen, dass eine Steigerung möglich und vielleicht auch nötig ist. "Wir haben gut gespielt und sind sehr glücklich, dass wir mit einem Sieg gestartet sind", sagte THW-Linksaußen Emil Frend Öfors. "Aber wir müssen uns weiter verbessern, auch in der Chancenverwertung, damit wir am Sonntag die nächsten zwei Punkte holen." Auch Rückraumspieler Nikola Bilyk warnte. "Das war akzeptabel, aber wir dürfen nicht denselben Fehler machen wie in der vergangenen Saison", erklärte er. "Wir dürfen damit nicht zufrieden sein, müssen uns in jedem Spiel voll konzentrieren. Wir haben Hammer-Spiele gleich zum Auftakt, der September wird ein entscheidender Monat." Das Erfolgsrezept des Österreichers: "Wir müssen insgesamt so gut sein, dass wir in jedem Spiel die Schwächen durch unsere Stärken überdecken können."

(Von Niklas Schomburg, aus den Kieler Nachrichten vom 01.09.2017, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

 

Mehr zum Thema

In der Hauptrunden-Gruppe II kam es am Mittwochabend zum Fotofinish um den Halbfinal-Einzug: Nachdem Norwegen mit einem Sieg gegen Ungarn vorgelegt hatte, entschied die letzte Hauptrunden-Partie zwischen den ewigen skandinavischen Rivalen Dänemark und Schweden am Abend über die Teilnahme an der Vorschluss-Runde. Den letzten Halfinal-Platz sicherten sich letzlich Magnus und Niklas Landin mit...

23.01.2019

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft bleibt bei der Heim-WM unbesiegt: Zum Abschluss der Hauptrunde besiegte die DHB-Auswahl vor 19.250 Fans im ausverkauften Tollhaus Lanxess-Arena in der Neuauflage des EM-Endspiels 2016 den amtierenden Europameister Spanien mit 31:30 (17:16). Damit holte sich Deutschland in der Hauptrunden-Gruppe I den ersten Platz und trifft damit am Freitag im Halbfinale...

23.01.2019

Köln. 19, 21, 22, 25, 23, 19, 21. Die Zahl an Gegentoren der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei der Heim-WM klingt nach Weltklasse. Nach einer Weltklasse-Abwehr. Man of the Match werden immer andere. Die Torjäger. Doch auf einmal reden alle über Defensive. Diese Geschichte ist in Kiel eine alte Leier. Die Kieler kennen sie. Doch jetzt ist es die Geschichte von der besten Abwehr der Welt....

23.01.2019

Kiel. Wo zur Hölle liegt Herning? Diese Frage stellten sich am Montagabend offenbar zahlreiche Handball-Fans. Nach dem Halbfinaleinzug des DHB-Teams wollten sie wissen, wo die Deutschen zum Abschluss der Weltmeisterschaft das Finale oder das Spiel um Platz drei spielen.

23.01.2019

Der deutsche Handball-Rekordmeister THW Kiel und das igefa-Mitglied Henry Kruse bauen ihre Kooperation aus: Seit dieser Saison ist Henry Kruse offizieller Hygienepartner des THW Kiel und stellt der Mannschaft, dem Umfeld und den Mitarbeitern Hygieneprodukte aus dem Sortiment des Großhandelsunternehmens zur Verfügung. Auch das neue Leistungszentrum in Altenholz wird von Henry Kruse in dieser...

22.01.2019

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat beim 22:21-Erfolg gegen Kroatien eine Rekordquote an Zuschauern vor die Fernseher gelockt. Erstmals seit dem EM-Finale 2016, in dem die DHB-Auswahl sensationell gegen Spanien den Titel holte, sahen im Schnitt mehr als 10 Millionen Zuschauer die Liveübertragung eines Handball-Spiels - und feierten mit Andreas Wolff, Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek,...

22.01.2019

Der WM-Wahnsinn geht weiter: Am Montagabend besiegte die deutsche Handball-Nationalmannschaft Kroatien nach leidenschaftlich geführten 60 Minuten mit 22:21 (11:11) und sicherte sich damit noch vor dem abschließenden Hauptrunden-Spiel gegen Spanien (Mittwoch, 20:30 Uhr, live in der Sportschau und beim Public Viewing im Handballbahnhof) das Halbfinal-Ticket. Vor 19.500 enthusiastischen Fans in der...

21.01.2019

Die Tabellen-Situation in der Hauptrunden-Gruppe II spitzt sich zu: Schweden vergab gegen Norwegen den ersten Halbfinal-Matchball, und selbst Dänemark muss trotz des Sieges gegen Ägypten noch um die Halbfinal-Teilnahme zittern. 

21.01.2019