Spannender Abstiegskampf - Dramatische Aufstiegs-Entscheidung

Bundesliga
Montag, 12.06.2017 // 10:40 Uhr

SOLINGEN/MANNHEIM. Zwei Schwergewichte des deutschen Vereins-Handballs haben gerade noch die Kurve gekriegt. Der VfL Gummersbach und der TBV Lemgo schafften am letzten Spieltag der Bundesliga den Klassenverbleib. Die Gummersbacher kamen punktgleich mit dem dritten Absteiger Bergischer HC ins Ziel. Lediglich die bessere Tordifferenz rettete die Oberbergischen. Für wenige Minuten in der zweiten Halbzeit hatte Gummersbach in Lemgo geführt. Zu diesem Zeitpunkt war Lemgo abgestiegen und der BHC weiter in der Bundesliga. Den spannenden Vierkampf gegen den Abstieg komplettierte der TVB Stuttgart. Die Schwaben brachten sich mit dem Punktgewinn beim 26:26 gegen EHF-Cup-Sieger Frisch Auf Göppingen in Sicherheit (23:45 Punkte).

Löwen feiern mit der Schale

Lemgo, der zweifache Champion und dreimalige Europacup-Gewinner, erreichte in einem spannenden Abstiegsfinale gegen Gummersbach mit 32:31 das rettende Ufer. "Das war Spitz auf Knopf", meinte TBV-Kreisläufer Christoph Theuerkauf. "Was in diesem Jahr da unten los war, hat Nerven gekostet", sagte sein Trainer Florian Kehrmann und lobte seine Profis. "Was die in den letzten Wochen zusammen performt haben, war unglaublich. Wir wurden schon aufgegeben. Wir haben Rückschläge eingesteckt, hatten Langzeitverletzte - und das alles hat uns nicht umgeworfen."

Neben dem HSC Coburg 2000 und HBW Balingen-Weilstetten hat es den Bergischen HC erwischt. Nach vier Jahren Erstklassigkeit geht es eine Etage tiefer. Die Bergischen fertigten zwar das in 16 Spielen des Jahres sieglose Team von Hannover-Burgdorf mit 32:24 ab. Doch es reichte nicht. "Wir sind total enttäuscht. Das tut weh", klagte BHC-Torhüter Björgvin Páll Gustavsson.

Jubel und Wehmut herrschte in der Mannheimer SAP-Arena. Dort überreichte Bundesliga-Präsident Uwe Schwenker den Rhein-Neckar Löwen vor 13 000 Zuschauern die Meisterschale. Doch der Abschied von Rückraumstar Kim Ekdahl Du Rietz, der seine Karriere mit 27 Jahren beendet, trübte ein wenig die Stimmung. Der Schwede hat keine Lust mehr auf Handball. Weitere schmerzhafte Abschiede gab es in Flensburg. Dort sagten Trainer Ljubomir Vranjes und Torjäger Anders Eggert Lebewohl. Der schwedische Coach geht nach elf Jahren bei der SG nach Ungarn zum Top-Club Telekom Veszprem, der Däne Eggert kehrt nach 2531 Toren in 461 Partien für Flensburg zurück in seine Heimat. Beim Abschied flossen auch Tränen.

Die SG bezwang beim Abschied von Trainer Ljubomir Vranjes die HSG Wetzlar mit 34:31. Meister Rhein-Neckar Löwen verabschiedete sich mit einem 33:28 über die MT Melsungen von den Fans. Nach der überraschend klaren 24:30-Niederlage drei Tage zuvor bei der HSG Wetzlar wollten die Mannheimer zum Schluss keine weitere Pleite zulassen.

Den Aufstieg ins Oberhaus schafften neben dem seit langem feststehenden Zweitliga-Meister Tus Nettelstedt-Lübbecke der TV 05/07 Hüttenberg und die TSG Ludwigshafen-Friesenheim. Hüttenberg aus dem hessischen Lahn-Dill-Kreis besiegte Lübbecke mit 25:19 und Ludwigshafen setzte sich gegen Absteiger Empor Rostock mit 32:27 durch. Ein weiteres Jahr in der Zweiten Liga müssen die DJK Rimpar Wölfe bleiben. Der Tabellenzweite aus Unterfranken verlor beim VfL Bad Schwartau mit 29:31 und rutschte auf den vierten Rang zurück. Auch die SG BBM Bietigheim scheiterte. Die Badener unterlagen dem TV Emsdetten mit 30:31 und wurden Fünfte. Absteiger in die Dritte Liga sind neben Empor Rostock der Tus Ferndorf, Leutershausen sowie TV Neuhausen.

(Von Franko Koitzsch, aus den Kieler Nachrichten vom 12.06.2017, Foto: Archiv/Sascha Klahn)

 

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