Konzentration auf die Liga: Samstag ist Hüttenberg zu Gast

Bundesliga
Donnerstag, 30.11.2017 // 15:07 Uhr

Mit dem starken Derby-Sieg am Mittwoch in Flensburg hat der THW Kiel das Jahr 2017 in der europäischen Königsklasse erfolgreich beendet. Weiter geht es in der Champions League im Februar mit den Heimspielen gegen Veszprem (7. Februar, Tickets) und Kielce  (24. Februar, Tickets) sowie der wichtigen Auswärtspartie in Aalborg (18.2., Infos zur Fanfahrt). Das Jahr ist für die "Zebras" aber natürlich noch nicht zu Ende: Fünf Partien in der Handball-Bundesliga stehen noch an, den Auftakt macht am Samstag um 20:30 Uhr das Heimspiel gegen den Aufsteiger TV Hüttenberg. "Nach dem Derby waren wir alle sehr müde, aber gemeinsam mit unseren Fans wollen wir gegen Hüttenberg den nächsten Sieg holen", sagt Lukas Nilsson, der in Flensburg glänzend Regie geführt hatte. Sky überträgt das Spiel live.

Personalsituation unklar

Domagoj Duvnjak (r) hofft, am Samstag endlich wieder ins Trikot schlüpfen zu können

Mit welchen Akteuren THW-Trainer Alfred Gislason die Begegnung bestreiten wird können, ist unterdessen noch nicht klar. Mit Sicherheit fehlen werden Nikola Bilyk und Raul Santos. Die Kieler hoffen darauf, dass ihr Kapitän Domagoj Duvnjak nach seiner schweren Knie-Operation im April direkt nach dem Pokalsieg vielleicht die ersten Minuten der Saison im THW-Dress absolvieren kann. Unklar ist auch, ob Steffen Weinhold nach seinem Muskelfaserriss bereits in der Lage sein wird, seiner Mannschaft zu helfen. Leichte Entwarnung gab es hingegen bei Marko Vujin, bei dem nach dem Derby eine Zerrung oder ein Faser-Riss in der Oberschenkelmuskulatur befürchtet worden war. Der Serbe, der seit seinem Wechsel 2012 keines der 311 Pflichtspiele für den THW Kiel versäumt hat, kann diese Serie wohl am Sonnabend weiter ausbauen. "Wir wollen in der Liga an die Leistung gegen Flensburg anknüpfen", sagt Vujin. "Ich bin froh, wenn ich dabei helfen kann! Hüttenberg wird alles in dieses Spiel legen, weiß um die Energieleistung von uns in Flensburg." Die Hessen kämpfen nach einem beeindruckenden Auftakt um den Anschluss im Oberhaus und brauchen für den Klassenerhalt jeden Zähler. Für den TVH ist die Partie in Kiel das Auswärtsspiel des Jahres: Mehr als 200 Fans werden den Aufsteiger in die Landeshauptstadt begleiten.

Durchmarsch in die Bundesliga

Zuletzt trafen der THW und der TV Hüttenberg 2012 aufeinander

Aus Liga drei in Liga eins: Der TV Hüttenberg schaffte das Kunststück, das noch keinem Verein zuvor gelungen war, und marschierte mit zwei Aufstiegen hintereinander in die DKB Handball-Bundesliga nach oben durch. Insgesamt sind die Mittelhessen nach 1972 und 2011 zum dritten Mal im Oberhaus dabei. Als Gründungsmitglied der eingleisigen Bundesliga 1977 erreichte der Verein 1980 dort mit Rang vier seine beste Platzierung. In dieser Phase des Hüttenberger Erfolges fallen die höchsten der bisher sechs THW-Niederlagen in 18 Bundesliga-Begegnungen: Am 16. Dezember 1978 setzte es eine 12:23-Klatsche, im April 1980 ein 13:23. Erst 1983 gelang den "Zebras" der erste Auswärtssieg in Gießen (siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv). Der Schwede Staffan Olsson, der später mit dem THW Kiel national und international zehn Titel gewann, streifte zu Zweitliga-Zeiten in seinen ersten beiden Jahren in Deutschland das Hüttenberger Trikot über - die letzten beiden Partien gegen den TVH liegen aber nicht so lange zurück: 2011 fuhr der THW beim 38:20 (siehe Spielbericht im Archiv) seinen höchsten Auswärtssieg gegen Hüttenberg ein, im Rückspiel in Kiel machte der THW mit einem 31:20-Erfolg einen weiteren Schritt in Richtung perfekter Saison.

Trainer verließ den Aufsteiger

Neu an der Seitenlinie: Emir Kurtagic

Genug der Vergangenheit: Der Klassenneuling hat aktuell eine sportliche Durststrecke zu überstehen und sogar schon einen Trainerwechsel vollzogen. Allerdings hat Geschäftsführer Lothar Weber dem Isländer Adalsteinn Eyjolfsson den Stuhl nicht vor die Tür gestellt. Der 40-Jährige, der den Verein zurück in die Beletage des deutschen Handballs führte, bat wenige Stunden nach der 30:31-Niederlage beim TBV Lemgo um Vertragsauflösung. Doch nicht wegen der sportlichen Situation, eigentlich hatte Weber den Vertrag mit dem zweimaligen Aufstiegstrainer sogar verlängern wollen. Eyjolfsson jedoch nutzte die vertraglich zugesicherte Ausstiegsklausel für den Wechsel zum Ligarivalen HC Erlangen. Unter dem Isländer hatte der TVH zu Beginn der Saison mehrfach für Aufsehen gesorgt: Beim 25:26 in Leipzig, dem 27:28 gegen Melsungen, dem 28:30 gegen Berlin und gegen Lemgo zahlte der Aufsteiger trotz überragender Leistungen allerdings Lehrgeld. So mussten die Fans bis zum neunten Spieltag warten, bis sie nach zuvor zwei Unentschieden den bisher einzigen Bundesliga-Sieg ihrer Mannschaft bejubeln konnten: Mit 31:30 wurden die "Eulen" Ludwigshafen im Aufsteiger-Duell geschlagen. 

Emir Kurtagic neu an Bord

Einen Tag nach dem Wechsel präsentierten die Blau-Roten mit Emir Kurtagic den Nachfolger. Der 37-Jährige war bis zum 26. März dieses Jahres für den VfL Gummersbach tätig. "Wir sind sehr froh, die Lücke schnell mit einem bundesligaerfahrenen Trainer besetzen zu können. Emir kennt die Liga aus seinen sechs Jahren beim VfL bestens", sagte Geschäftsführer Weber. Allerdings gab es für den TVH in den ersten vier Spielen unter Kurtagic vier Niederlagen, zuletzt ein 26:30 gegen GWD Minden.

Rompf: "Kiel kommt nicht ungelegen"

Erfolgreichster Werfer: Vladan Lipovina

Erfolgreichster Werfer im Team ist mit bisher 66 Treffern aus dem rechten Rückraum Vladan Lipovina, der vor seinem Engagement in Dubai schon für die HSG Wetzlar zweieinhalb Jahre in der Bundesliga auf Torejagd ging. Überhaupt: Die HSG aus der Nachbarschaft ist in den Biographien einiger Hüttenberger fest verankert. So wechselten vor dieser Spielzeit Tobias Hahn und Moritz Zörb aus Wetzlar nach Hüttenberg, auch Christian Rompf ging 2016 diesen Weg. "Ich hatte in Wetzlar nicht die erhofften Spielzeiten, zudem wurde mein Vertrag nicht verlängert. Ich habe mich entschieden, in die zweite Liga zu gehen - ein Schritt zurück bedeutet manchmal auch zwei Schritte nach vorne. Der Aufstieg war dann das i-Tüpfelchen." Der Hesse, mit 136 Bundesliga-Spielen vor dieser Saison einer der erfahrensten Hüttenberger Akteure, freut sich auf die Partie in der Sparkassen-Arena: "Das Spiel in Kiel kommt für uns nicht ungelegen", sagt der Linksaußen. "Kiel ist gerade in einer Situation, die für mich überraschend ist: Der THW ist nur schwer in die Saison gekommen, zudem ist beim THW auch ein gewisser Umbruch da. Das wahrscheinlich wichtigste Spiel der Saison haben wir aber in der nächsten Woche gegen den TuS N-Lübbecke."

Christian Zeitz in der Fan-Arena

Das erste von noch fünf Bundesliga-Spielen bis zum Jahresende dürfte also einiges an interessanten Geschichten bereit halten. Angepfiffen wird die Partie, für die Dauerkarten-Inhaber bitte die Karte Nummer 7 mit dem Aufdruck "HSC 2000 Coburg" verwenden, um 20:30 Uhr von Colin Hartmann und Stefan Schneider. Im Rahmenprogramm geht es um den guten Zweck: Der Fanclub "Schwarz-Weiss" wird bei seiner traditionellen Weihnachtssammlung um Spenden für den Kieler Verein "Trauernde Kinder Schleswig-Holstein" bitten, zudem informiert die Robert-Enke-Stiftung im Foyer Europaplatz über das Thema Depressionen. Nach der Begegnung, die live von Sky übertragen wird, analysiert Routinier Christian Zeitz in der Fan-Arena die 60 Minuten. Lautstark in ihrem "Wohnzimmer" unterstützen kann man die "Zebras" auch noch: An allen bekannten Vorverkaufsstellen, im Online-Ticketshop sowie eventuell auch noch an der Tageskasse, die am Spieltag ab 18:30 Uhr bis zum Anpfiff geöffnet haben wird, gibt es noch Stehplatzkarten ab 14,50 Euro. Auf geht's, Kiel!

 

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