KN: "Diese Pause kommt ungelegen"

Bundesliga
Dienstag, 23.10.2018 // 12:04 Uhr

Kiel. Hätte gern so weitergehen können. Also der Lauf des Handball-Rekordmeisters THW Kiel. Sagen jedenfalls die Spieler. Wenn es läuft, dann läuft’s. So einfach ist das manchmal. Aber der Handball-Terminkalender sieht nun mal eine Pause in der Bundesliga vor. Auf dem Programm stehen - auch für elf Kieler Zebras - die Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 und der parallel ausgetragene Euro-Cup.

Elf Zebras des THW Kiel im internationalen Einsatz

In diesem neuen Format des europäischen Verbandes EHF messen sich erstmals die drei Gastgeber (Schweden, Norwegen, Österreich) sowie Titelverteidiger Spanien. Nikola Bilyk tritt dabei mit Österreich zunächst in Stjørdal gegen Norwegen an (Mittwoch) und empfängt dann in Graz Schweden (Sonntag) mit seinen Teamkollegen Lukas Nilsson und Niclas Ekberg. "Bis zum Gummersbach-Spiel habe ich mich nur auf den THW konzentriert. Es läuft, und ich hoffe, wir lassen es auch nach der Pause laufen", sagte der 21-Jährige nach dem 31:25-Sieg am Sonntag. Die Schweden treten am Mittwoch zuvor schon in Malmö gegen Spanien an. Ohne Linkshänder Harald Reinkind gehen die Auftritte der norwegischen Håndballgutta indes über die Bühne. "Natürlich hat mich das enttäuscht. Ich habe in Kiel ja gespielt, darum bin ich davon ausgegangen, dass ich nominiert werde", sagte Reinkind, der sich stattdessen mit seiner Familie auf den Weg in die Heimat machte.

Am Mittwoch fällt der Startschuss zur EM-Qualifikation. Andreas Wolff, Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler treffen mit der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in Gruppe 1 auf Israel (Mittwoch, 19 Uhr, in Wetzlar) und den Kosovo (Sonntag, 19.30 Uhr, in Pristina). Steffen Weinhold (Muskelfaserriss Oberschenkel) ist am Montag zwar ebenfalls nach Hessen gereist, wird aber nicht ins Geschehen eingreifen. EM-Qualifikation, eine willkommene Abwechslung? "Nein, Abwechslung brauche ich nicht, auch weil wir ja noch gar nicht im Europapokal gefordert sind", so Pekeler. "Diese Pause kommt ungelegen. Wir sind momentan so gut drauf. Alles wird besser, die Abstimmung zwischen Abwehr und Torhütern zum Beispiel." Kiels Sportlicher Leiter Viktor Szilagyi kann der "Pause" allerdings auch gute Seiten abgewinnen: "Die Nationalmannschaft sorgt für einen neuen Fokus, das ist manchmal für den Kopf ganz gut. Zum Glück haben wir ja auch nach der Pause noch eine Woche, um uns auf den nächsten Gegner (GWD Minden am 4. November, d. Red.) vorzubereiten. Dann kann es aber gerne so weitergehen." In Wetzlar am Mittwoch spielt das DHB-Team in jedem Fall in einer mit 4347 Zuschauern ausverkauften Rittal Arena gegen Israel.

THW-Kapitän Domagoj Duvnjak und Kroatien bekommen es in Quali-Gruppe 2 zu Hause mit der Schweiz (Donnerstag) und auswärts mit Belgien (Sonntag) zu tun. Die Gegner der Isländer mit Gisli Kristjánsson in Gruppe 3 heißen Griechenland (Mittwoch) und auswärts Türkei (Sonntag), Miha Zarabec und Slowenien spielen in Gruppe 4 gegen Lettland (Mittwoch) und in Estland (Sonntag). Sogar zwei Einsätze auf heimischem Terrain haben Niklas und Magnus Landin mit der dänischen Nationalmannschaft in Gruppe 8 - am Mittwoch in Aarhus gegen die Ukraine, am Sonnabend in Skjern gegen die Färöer Inseln. Besonders Linksaußen Magnus schwebt vor dem Trip in die Heimat auf Wolke sieben, ist in Kiel voll eingeschlagen und erzielte in 14 Partien 50 Tore. "Ich fühle mich so wohl in Kiel. Und ich glaube, wenn das neben dem Feld so ist, wirkt sich das auch auf dem Feld aus. Nationalmannschaft ist immer schön", sagte der 23-Jährige. Bruder Niklas (29) konnte nach dem Sieg gegen Gummersbach schon wieder lachen, hatte sich über seine Auswechslung in der 38. Minute aber schon gewundert. "Ich habe Alfred nach meiner Auswechslung nur gefragt, warum er mich nicht schon zur Pause ausgewechselt hat, sondern zu einem Zeitpunkt, als ich gerade nach drei Paraden ein gutes Gefühl hatte." Kein Grund für Missstimmung bei dem Dänen oder seinem Trainer Alfred Gislason. Der hofft vor der EM-Quali-Pause einfach nur, "dass die Spieler bei der Nationalmannschaft nicht zu viel trainieren müssen und dass sich keiner verletzt".

(Von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 23.10.2018, Foto: Sascha Klahn)