Spitzenspiel am Samstag: Zebras bei den Löwen gefordert

Bundesliga
Freitag, 12.10.2018 // 06:56 Uhr

Die Zebras gehen auf Reisen: Am Sonnabend steht das Top-Spiel der DKB Handball-Bundesliga auf dem Programm der Kieler. Der amtierende Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen, nach Minuspunkten derzeit Zweiter in der "stärksten Liga der Welt", empfängt den THW Kiel in der SAP-Arena. Anpfiff ist um 18:10 Uhr, und alle Handball-Fans in Deutschland können live dabei sein: Denn neben Sky überträgt die "ARD Sportschau" die Partie im Free-TV. 

Extrem wichtiges Spiel

Alfred Gislason freut sich auf das Topspiel

Für die Kieler begann direkt nach der Begegnung gegen die HSG Wetzlar die Vorbereitung auf das Spitzenspiel der DKB Handball-Bundesliga am Sonnabend: Nicht einmal 45 Stunden nach dem Schlusspfiff in Kiel wollen die "Zebras" bei den Rhein-Neckar Löwen ihre Klasse unter Beweis stellen. Dafür ging es nach dem Abschlusstraining am Freitagvormittag und einem gemeinsamen Mittagessen direkt per Bahn nach Mannheim. "Das ist ein extrem wichtiges Spiel für uns", erklärt THW-Trainer Alfred Gislason. "Wir haben schon vier Minuspunkte auf dem Konto. Ich hoffe, dass wir aus unseren Niederlagen in Magdeburg und Flensburg gelernt haben." Trotz der Tabellenlage, die Rhein-Neckar Löwen haben nur beim Unentschieden gegen Leipzig einen Punkt gelassen und liegen somit drei Zähler vor dem THW Kiel, freut sich Gislason auf die Begegnung am Samstag: "Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die Handball spielen und ihr Bestes geben wollen. Uns und die Handball-Fans in Deutschland erwartet eine gute Partie, in der es auf Kleinigkeiten ankommen wird." Diese könnten unter anderem in der Abwehrarbeit und im Torwartspiel liegen, so Gislason. "Das ist in engen Partien zwischen Top-Mannschaften oft entscheidend. Aber wir sollten auch im Angriff wenig Fehler machen, denn die Löwen spielen einen überragenden Gegenstoß." Ebenso wichtig sei es, so der erfahrene Coach weiter, über 60 Minuten die Konzentration zu halten: "Nur dann kann es klappen: In Mannheim zu punkten, wäre ein großes Ding für uns!" 

Pekeler: "Wir rechnen uns was aus!"

Neuzugang aus Wetzlar: Jannik Kohlbacher

In der Tat: "Es gibt aktuell keine schwerere Aufgabe als auswärts bei den Löwen", sagt auch Hendrik Pekeler. Der Kieler Kreisläufer war in den vergangenen Jahren im Duett mit Andy Schmid maßgeblich daran beteiligt, dass der THW Kiel von den letzen 14 Partien gegen die Löwen nur vier gewinnen konnte, in der Liga seit dem 29:28-Erfolg am 25. Oktober 2014 auf ein Erfolgserlebnis in der SAP-Arena wartet (siehe auch Gegnerstatistik im THW-Archiv). "Ich sehe die Löwen mit 51:49 Prozent in der Favoritenrolle", so Pekeler, der vor dieser Spielzeit zurück in den Norden gewechselt war. "Aber wir rechnen uns für dieses Spiel auch etwas aus. Und wir haben die Qualität, dort zu gewinnen." Entscheidend für eine erfolgreiche Löwen-Jagd werde es sein, die Bahnen von Andy Schmid einzuengen. "Man wird nie verhindern können, dass Andy Tore erzielt. Was wir aber unterbinden müssen ist, dass er auch noch zehn Assists zu Torerfolgen abliefert." Hauptabnehmer von Schmids Pässen ist seit dieser Saison Jannik Kohlbacher: Der 23-jährige Nationalspieler war als Pekeler-Nachfolger von der HSG Wetzlar nach Mannheim gewechselt. "Ihn zu verteidigen, wenn er erst einmal den Ball hat, ist sehr schwer", erklärt Pekeler. "Deshalb müssen wir alles dafür tun, dass er erst gar nicht den Ball bekommt."

Fünf namhafte Neuzugänge

Kam aus Paris: Jesper Nielsen

Die Löwen, bei denen Trainer Nikolaj Jacobsen seine letzte Saison an der Seitenlinie bestreitet, ehe er dänischer Nationalcoach und in Mannheim durch Kristjan Andresson ersetzt wird, haben vor der Spielzeit die Favoritenrolle von sich gewiesen. "Das Einspielen wird eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen", hatte Jacobsen mit Blick auf die fünf Neuzugänge erklärt. Denn neben Pekeler und Harald Reinkind, die sich beide den Zebras anschlossen, verließen auch Rückkehrer Kim Ekdahl du Rietz (Paris Saint-Germain), Rafael Baena (Bergischer HC) und Momir Rnic (RK Proleter Zrenjanin, Serbien) den Verein, Kristian Bliznac beendete seine Karriere. Aber mindestens ebenso prominent wurde sich beim amtierenden Pokalsieger auch verstärkt: Von Vardar Skopje kam Abwehrchef Ilija Abutovic, von den Füchsen Berlin holte man den Rückraumspieler Steffen Fäth zurück, Alexander Petersson bekam mit Vladan Lippovina (TV Hüttenberg) Verstärkung im rechten Rückraum, und neben Kohlbacher regiert am Löwen-Kreis mit Jesper Nielsen, den man in Paris loseisen konnte, ein unglaublich erfahrener schwedischer Nationalspieler. "Die Löwen sind auf jeder Position doppelt gut besetzt", weiß auch THW-Neuzugang Magnus Landin um die Stärken des zweifachen Deutschen Meisters. Der - anders als von Jacobsen erwartet - agiert in der Liga wieder souverän, ließ lediglich beim 24:24 gegen Leipzig einen Punkt liegen und ist damit bis jetzt erster Verfolger des Meisters aus Flensburg. Wie stark die Löwen zu Hause sind, zeigten sie unter anderem beim 34:26 gegen die MT Melsungen - und zuletzt im Heimspiel gegen Gummersbach, als sie einen Vier-Tore-Rückstand zur Pause in einen letztlich lockeren 30:24-Erfolg umwandelten. Hinzu kommt: Beim lockeren 36:27-Champions-League-Sieg gegen Kristianstad konnte Jacobsen seinen Stammspielern viele Verschnaufspausen einräumen.   

Spitzenspiel live in der ARD

Der mobile THW-Fanshop ist in Mannheim

Es ist also alles angerichtet für das Spitzenspiel der DKB Handball-Bundesliga: Die Partie bei den Rhein-Neckar Löwen, die von den beiden Unparteiischen Robert Schulze und Tobias Tönnies um 18:10 Uhr angepfiffen wird, ist live in der ARD-Sportschau im Free-TV und wie gewohnt auch bei Sky zu sehen. Im Vorfeld der Begegnung beleuchtet die ARD die Rückkehr von Hendrik Pekeler an seine alte Wirkungsstätte, im Nachgang wird THW-Trainer Alfred Gislason am Sonntag zum Studiobesuch beim NDR Sportclub erwartet. Die Sendung ist um 22:30 Uhr im NDR-Fernsehen zu sehen. Zuvor aber stehen 60 Minuten spannender und hoffentlich packender Handball auf dem Programm. "Wir freuen uns riesig auf die Partie", sagt Kiels Linksaußen Magnus Landin. "Es wird ein tolles Spiel!" Für THW-Fans, die ihre Mannschaft live vor Ort unterstützen möchten, gibt es noch Tickets (direkt zum Online-Ticketshop), außerdem wird der mobile THW-Fanshop ebenfalls vor Ort sein. Auf geht's ins Topspiel, Zebras!