Donnerstag: Spitzenspiel in der Hauptstadt

Bundesliga
Dienstag, 10.12.2019 // 11:13 Uhr

Am Donnerstag wollen die Zebras erstmals ihre frisch eroberte Tabellenführung verteidigen. "Nach oben zu kommen, ist ein langer, beschwerlicher Weg. Oben zu bleiben, ist aber noch viel härter", sagt THW-Trainer Filip Jicha. Ihm und den Zebras steht jetzt ein besonders schwerer Gang bevor: Bei den Füchsen Berlin steigt Donnerstag um 19 Uhr das Spitzenspiel der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga. Die Berliner, in dieser Spielzeit auf heimischem Terrain überhaupt erst einmal besiegt, wollen ihrerseits mit einem Erfolg gegen die Zebras den Anschluss an die Tabellenspitze halten. 60 spannende Handball-Minuten können live in der Max-Schmeling-Halle, die noch nicht ausverkauft ist (zum Ticketshop der Füchse) oder bei Sky verfolgt werden. "Jeder weiß, wie stark die Füchse gerade zu Hause sind", freut sich THW-Linksaußen Rune Dahmke auf die Top-Partie des 17. Spieltags in der stärksten Liga der Welt. "Unser Ziel? Natürlich mit zwei Punkten im Gepäck wieder zurück nach Kiel zu kommen!"

Heimstarke Berliner

Füchse-Trainer Velimir Petkovic

Das Auswärtsspiel in Berlin - immer eine der absoluten Top-Begegnungen des Jahres. Zuletzt gab es einen denkbar knappen 30:29-Erfolg für die Zebras und ein Remis in der Max-Schmeling-Halle, in der beide Mannschaften am Donnerstag zum 37. Mal in der "stärksten Liga der Welt" aufeinandertreffen (siehe auch Gegnerdaten Füchse Berlin im THW-Archiv). Die Füchse, mit einigen Problemen in die Saison gestartet, haben sich in den vergangenen Wochen stabilisiert und mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Der 23:22-Erfolg gegen die Rhein-Neckar Löwen war ein Ausrufezeichen, der 29:27-Sieg im Nachbarschaftsduell beim heimstarken SC Magdeburg ebenfalls. Es folgte ein deutlicher 28:22-Sieg gegen die MT Melsungen, der die Berliner wieder ganz dicht an die Spitzenränge heranrücken ließ. "Das waren starke Vorstellungen", weiß THW-Linkshänder Steffen Weinhold. "Vier Bundesliga-Siege in Folge, davon einige gegen Top-Mannschaften sprechen eine deutliche Sprache." Vor allem zu Hause sind die Füchse eine Macht: Erst eine von sieben Begegnungen vor den eigenen Fans ging verloren. Auswärts setzte es hingegen am vergangenen Wochenende im Topspiel eine Niederlage: Mit 28:31 musste man sich in Hannover geschlagen geben - ohne vier Leistungsträger. "Zuletzt hatten sie ein paar Verletzungsprobleme", weiß Rune Dahmke. "Mir persönlich wäre es aber lieber, sie würden Donnerstag mit der kompletten Mannschaft antreten. Dann weiß man, wie sie spielt und kann sich besser darauf einstellen."

Füchse mit Sorgen

Gefrager Mann: Martin Ziemer

Vor dem Spiel in Hannover hatte sich Füchse-Torhüter Silvio Heinevetter mit Knieproblemen abgemeldet, zudem fielen auch Abwehrchef Jakov Gojun mit einer Rippenprellung und Linksaußen Kevin Struck aus. Und als sich dann auch noch Torhüter Dejan Milosavljev, vor der Spielzeit vom Champions-League-Sieger Vardar Skopje an die Spree gewechselt und mit seinen Paraden Garant für zahlreiche Punktgewinne der Berliner, ebenfalls mit Problemen am Knie abmeldete, musste Torhüter Nummer drei, Martin Ziemer, nach seinem Wechsel aus Hannover im Sommer jetzt an alter Wirkungsstätte in die Bresche springen. Ihm zur Seite stand Fredrik Genz, der an TuSEM Essen ausgeliehen und mit einem Zweitspielrecht für die Füchse ausgestattet worden war. "Wir müssen schauen, dass wir einige wieder fit bekommen", meinte Füchse-Chef Bob Hanning nach dem Hannover-Spiel. Ob die vier Berliner, die zuletzt nicht mitwirken konnten, am Donnerstag also wieder spielen können, ist ungewiss. "Das sollte uns nicht interessieren", erklärt Steffen Weinhold: "Die Füchse sind - egal, in welcher Formation - in guter Form. Und wenn zum Beispiel 'Ziemi' einen guten Tag erwischt, kann er uns allein auch große Probleme bereiten."

Neue Zeitrechnung beginnt

Marian Michalczik wechselt nächste Saison nach Berlin

Für die Berliner beginnt bald eine neue Zeitrechnung: Stefan Kretzschmar wird als Sportvorstand installiert und soll bereits jetzt im Hintergrund die Fäden ziehen. An der Seitenlinie wird Jaron Siewert, ehemaliger Füchse-Spieler und derzeit Trainer vom TuSEM Essen, Velimir Petkovic beerben. Silvio Heinevetter wechselt dann zur MT Melsungen. Auf dem Transfermarkt haben die Haupstädter bereits für Furore gesorgt: Mit Marian Michalczik, zuletzt siebenfacher Torschütze gegen den THW Kiel, kommt eine der größten deutschen Rückraum-Hoffnungen von GWD Minden, der mit 22 Jahren bereits etablierter Nationalspieler ist. Für die Königsposition im linken Rückraum kommt vom FC Barcelona der 25 Jahre alte dänische Nationalspieler Lasse Andersson, von Tatabanya KC wechselt der 26-jährige montenegrinische Linksaußen Milos Vujovic an die Spree. Gerüchten zufolge sollen die Berliner an weiteren Top-Stars Interesse haben, mithin ihren Kader noch weiter aufrüsten. Aktuell ragt aus der Mannschaft Hans Lindberg heraus: Mit 113 Treffern steht der dänische Rechtsaußen auf Platz zwei der Liga-Torschützenliste. Ihm folgen clubintern die beiden Nationalspieler Paul Drux (51) und Fabian Wiede (49).

Noch Platz in der "weißen Auswärtswand"

Die Partie am Donnerstag wird also ein echtes Spitzenspiel. Am Mittwoch machen sich die Kieler Handballer nach dem Abschlusstraining mit ihrem Bus "KI-EL 1" auf den Weg in die Haupstadt. Einige hundert THW-Fans werden sie dort am Donnerstag in der Max-Schmeling-Halle unterstützen. Noch ist Platz für weitere Fans in der "weißen Auswärtswand", denn sowohl für den Fanblock der Zebras in der Halle (Block Q) als auch in anderen Bereichen gibt es noch Tickets im Webshop der Füchse Berlin . Für alle Fans, die Schwarz-Weiß im Herzen tragen, wird auch der mobile THW-Fanshop in der Halle sein, der Weihnachtsgeschenke aller Art anbietet - vom Schal bis zum Trikot. Schiedsrichter der Begegnung sind Lars Geipel und Marcus Helbig. Für alle Kieler Fans, die es nicht nach Berlin schaffen, überträgt Sky das Spitzenspiel live, mit dem "Sky Ticket" kann man auch flexibel ohne lange Vertragsbindung live dabei sein (mehr Infos und Buchung unter skyticket.de). "Wir wollen jedes Spiel gewinnen - also natürlich auch das in Berlin", gibt Rune Dahmke die Marschrichtung vor. Auf geht's in die Hauptstadt, Kiel!